Ewan McGregor kehrte in diesem Jahr als Obi-Wan zurück. Doch viele Abenteuer werden dem Charakter zu leicht gemacht, da das Imperium verdummt.
m Mai 2022 erschien die erste Staffel von «Star Wars: Obi-Wan Kenobi». Viele Fans hatten die von Regisseurin Deborah Chow inszenierte Mini-Serie mit sechs Teilen heiß herbeigesehnt. Nach der Erscheinung zeigten sich die Zuschauermeinungen wie so oft geteilt. Es gab Lob, harsche Kritik und viele Bekundungen, dass die Serie allenfalls als Mittelmaß durchgeht. Und Mittelmaß - das sei auch dieser Serienkritik schon einmal vorweggenommen - trifft es am besten. Beim Zuschauen fühlt man sich zwar gut unterhalten, kommt aber am Ende zu dem Fazit, dass der Anspruch, den man an das Produkt «Star Wars» stellt, oft nicht gehalten wird.
Fangen wir mit den gerade erwähnten Nebencharakteren an: Sie bleiben allesamt blass, sind schwach gezeichnet und legen so manches Mal ein Verhalten an den Tag, welches für die Zuschauer kaum nachvollziehbar ist. Der Charakter Leia wiederum zeigt sich als sehr nerviges Wesen, welches immer wieder mit besserwisserischem Verhalten negativ auffällt. Leider gibt es auch einige Szenen, in denen sich Obi-Wan aus Gefahren befreit, die sehr unglaubwürdig oder unlogisch zusammengestrickt wirken. Es entsteht der Eindruck, dass das mächtige Imperium einfach zu blöd oder gar nicht willens ist, den Jedi-Ritter zu fangen oder zu eliminieren. Oft hat dieser mehr Glück als Verstand, um sich aus seinen misslichen Lagen zu befreien. Und das verärgert einfach nur. Zudem kommen immer wieder unnötige Längen hinzu. Die Spannung baut sich nur selten richtig auf. Vielleicht hätten vier Teile ausgereicht.
Technisch ist inzwischen viel mehr möglich als noch in den 70er-Jahren, als «Star Wars» das Licht der Welt erblickte. Aber auch aus technischer Sicht wurde nicht alles herausgeholt, was machbar ist. Die Sets wirken manchmal sehr künstlich, einfach wie am Computer generiert und ohne große Liebe zum Detail. Gerade die Basis der Inquisitoren enttäuscht maßlos. Ein Lichtblick sind die Kostüme der Darsteller, und auch bei der Musik gibt es nichts zu meckern. Diese wirkt phasenweise wirklich epochal. Alle Stücke stammen von der britischen Komponistin Nalalie Holt. Die einzige Ausnahme bildet das «Obi-Wan Kenobi»-Theme, welches aus der Feder von John Williams stammt, der sich für die Musik in allen Star-Wars-Filmen aus der Hauptreihe verantwortlich zeichnet.

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