Was zunächst wie eine marginale Umstellung wirkt, könnte die gesamte Wahrnehmung des Fernsehmarkts nachhaltig verändern. Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) teilte mit, die bislang üblichen Marktanteile in Prozent abzuschaffen und stattdessen auf Promillewerte umzustellen. Ziel sei es, die Genauigkeit der Quotenkommunikation zu erhöhen und insbesondere kleinere Unterschiede sichtbarer zu machen. Ein Marktanteil von 10,5 Prozent würde demnach künftig als 105 Promille ausgewiesen werden. Gerade bei kleineren Sendern wie sixx würden dann 0,34 Prozent 3,4 Promille sein.Die AGF reagiert damit offenbar auf eine seit Jahren schwelende Debatte innerhalb der Branche. Programmverantwortliche hatten wiederholt kritisiert, dass die Darstellung in Prozent zu grob sei, um Entwicklungen im zunehmend fragmentierten Markt präzise abzubilden. Gerade bei kleineren Sendern oder Spartensendern seien Schwankungen von wenigen Zehntelprozentpunkten bislang kaum vermittelbar gewesen. Durch die Umstellung auf Promille soll nun eine feinere Differenzierung möglich werden, die auch kleinste Zugewinne oder Verluste transparenter macht.
In einer internen Mitteilung, die dieser Redaktion vorliegt, wird die Umstellung als „notwendiger Schritt in Richtung einer zeitgemäßen Quotenkommunikation“ bezeichnet. Besonders im Streaming-Zeitalter, in dem Inhalte über zahlreiche Plattformen verteilt konsumiert werden, sei eine höhere Granularität der Daten unabdingbar. Zudem könne die Promille-Darstellung helfen, internationale Vergleichbarkeit zu verbessern, da ähnliche Modelle in skandinavischen Märkten bereits getestet worden seien.
Auch die Kommunikation nach außen soll angepasst werden. So ist geplant, dass tägliche Quotenberichte künftig ausschließlich in Promille veröffentlicht werden. Für eine Übergangsphase von drei Monaten sollen zusätzlich Prozentwerte in Klammern angegeben werden, um Branchenakteuren die Umgewöhnung zu erleichtern. Danach soll die Prozentangabe vollständig entfallen.
In der Branche dürfte die Änderung für gemischte Reaktionen sorgen. Während einige Sender die höhere Detailtiefe begrüßen, warnen andere vor einer möglichen Verkomplizierung der Kommunikation. Insbesondere für die öffentliche Darstellung von Quoten könnte die Umstellung eine Herausforderung darstellen, da größere Zahlen auf den ersten Blick schwerer einzuordnen sind. Ein Marktanteil von 7,3 Prozent als 73 Promille könnte für Zuschauer und Leser weniger intuitiv verständlich sein.







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