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«Star Trek: Picard» Staffel 3-Kritik: Ein versöhnlicher Abschied?

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Die TNG-Crew versammelt sich um ihren ehemaligen Captain. Reicht das, um Staffel zwei vergessen zu machen?

«Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert» gehört bis heute zu den beliebtesten und erfolgreichsten Serien im «Star Trek»-Universum. Kaum verwunderlich startete die erste Staffel des Nachfolgeformats «Picard» unter geballten Erwartungen der Fans, das diesen sowohl inhaltlich als auch das Casting betreffend allerdings überwiegend nicht gerecht werden konnte. Mit Staffel 2, die dann zusätzlich auch noch den Weltraum verließ und im Verlauf der schwachen Zeitreisegeschichte immer langatmiger und unsinniger wurde, dürften sogar noch weniger Fans einverstanden gewesen sein. Die Erwartungen an Season 3 haben sich daher in die gegensätzliche Richtung verschoben und dürften vielerorts relativ niedrig liegen. Doch nach dem zu urteilen, was in den sechs im Vorfeld zur Verfügung gestellten Folgen gezeigt wurde, kann sich «Picard» in praktisch allen Belangen massiv steigern und ein äußerst spannendes Science-Fiction-Abenteuer abliefern, dass der Figur Jean-Luc Picard wohl doch noch ihren verdienten Abschied bescheren dürfte.

Prinzipiell wäre für Staffel 3 die Frage „Warum nicht gleich so?“ äußerst angebracht. Denn sowohl erzählerisch als auch schauspielerisch bewegt sich diese Staffel mit einem größtenteils wiederkehrenden Cast aus TNG auf einem gänzlich anderen Niveau. Während Patrick Stewart von der schauspielerischen Perspektive aus in den beiden vorausgehenden Staffeln überwiegend verloren wirkte und lediglich Jeri Ryan sowie der mit der Brachzange in die Story integrierte Brent Spiner diesem etwas entgegensetzen konnten, spielt dieser gegenüber den erfahrenen Jonathan Frakes oder Gates McFadden deutlich befreiter auf. Insgesamt kann die schauspielerische Darstellung fast des gesamte Casts, inklusive interessanter Neuzugänge, bis auf die leider wiederkehrende Figur Rafi (Michelle Hurd) als Klassenunterschied bezeichnet werden.

Zwar wirken auch in Staffel 3 einige Handlungsstränge durchaus konstruiert und bestimmte Wesensveränderungen mancher altbekannter Figuren dürften insbesondere bei Hardcore-Fans für Diskussionsstoff sorgen, doch schmälert dies die von Beginn an äußerst spannende Sci-Fi-Geschichte nicht ungemein. Natürlich wird in der Finalstaffel „Fanservice“ besonders großgeschrieben, weshalb sowohl, was einige unerwartete Gaststars sowie den großen Feind der Staffel betrifft, für langjährige Fans von «Das nächste Jahrhundert» einige Überraschungen aufwarten. Auch die Handschrift von Showrunner Terry Matalas sticht viel deutlicher als noch in Staffel 2 heraus und dürfte für Fans von dessen Vorgängerserie «12 Monkeys» vom Namen des neuen Schiffs, über das Casting bekannter Gesichter bis zum Einsatz bestimmter Effekte, einige Schmankerl bereithalten.

Etwas überraschend wirkt hingegen das zum Teil recht schwache CGI, insbesondere in Bezug auf die Darstellung von Raumschiffen und Weltraumkämpfen. Möglicherweise war die Rückholaktion des TNG-Casts nicht gerade kostengünstig, weshalb das Visual-Effects-Department mit Budgeteinschränkungen auskommen musste. Viel wichtiger dürfte für Fans allerdings die überwiegend nuancierte Haupthandlung, die zwischen ruhigen Charaktermomenten und spannender Action überzeugend variiert und lediglich zu Beginn durch einen schwächeren Nebehandlungsstrang immer wieder leicht ausgebremst wird, sein.

Drei Staffeln hat es gebraucht, bis Picard dem großen Namen gerecht werden konnte. Über einige Schwächen in Bezug auf die Kontinuität kann dank der insgesamt mitreißenden Handlung und eines hochmotivierten Casts hinweggeschaut werden. Vorausgehende Gleichgültigkeit über die Einstellung nach der dritten Staffel, schwenkt hier schnell in Wehmut um. Überraschen dürfte es daher Niemanden, wenn mit der eingeführten USS Titan bald ein weiteres Spin-Off im Star-Trek-Universum bereitstehen könnte, das einige durchaus interessante Charaktere mit sich bringen würde.

«Star Trek: Picard» Staffel 3 wird in Deutschland sowohl bei Amazon Prime Video als auch Paramount+ am 17. Februar 2023 starten.

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