Hintergrund

Lanz & Precht: intensiv, reflexiv, nahbar

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David Richard Precht und Markus Lanz sind keine Unbekannte – ihr Podcast ist seit September erhältlich.

Man könnte ja behaupten, Podcasts gäbe es mittlerweile wie Sand am Meer. Der regelmäßige, auf das gesprochene reduzierte Kommentar über das Wochengeschehen etablierte sich in den letzten Jahren als neue Medienform, das nicht ohne Grund: Podcasts gehen nebenbei, lenken ab, entführen die Gedanken in spannende Richtungen, lassen abschalten und brachten vor allem in der Corona-Pandemie Menschen dazu, ihre durch mehrstündiges Bildschirm-Starren gestressten Augen wenigstens etwas zu entspannen. Auf tiefenpsychologischer Ebene sind Podcasts ein geeignetes Mittel, die Gedanken auf gesunde Art und Weise abschweifen zu lassen. Podcasts sensibilisieren die breite Masse für Themen, die Gesellschaft und Politik bewegen, wenn auch durch ein subjektiv gesteuertes Sprachrohr.

Nimmt man da noch zwei Größen des deutschen Fernsehens, welche, die mit ihren Meinungen nicht hinter dem Berg halten und es schaffen, diese gekonnt zu argumentieren, gewinnt das Genre trotz der aktuellen Reizüberflutung etwas dazu: „Lanz & Precht“ ist intensiv, reflexiv, nahbar. Markus Lanz, vor allem bekannt durch seine gleichnamige Talkshow, bei welcher er ebenfalls nicht vor Konfrontation zurückschreckt und Richard David Precht, Deutschlands wohl medienwirksamster Gegenwartsphilosoph, liefern eine spannende, jedoch nicht explosive Mischung, die einen umfassenden und interessanten Wochenrückblick bietet.

Zwischentöne werden analysiert, Geschehnisse in den Kontext gesetzt, ohne sich dabei künstlich objektiv und unbeteiligt zu inszenieren, jedoch auch nicht ohne dem jeweils anderen etwas voraus sein zu wollen. Hier bedient sich jede der beiden TV-Größen aus seinem eigenen Repertoire, seien es philosophische Theorien und ihre Anwendung auf aktuelle Themen seitens Precht, oder Geschichten von Gästen aus Lanz' Show.

Da es sich bei Lanz sowie auch bei Precht um durchaus einnehmende Persönlichkeiten handelt, bleibt es manchmal bei der Hörerin, die Balance zwischen den beiden Gesprächspartnern herbeizudenken. Das lässt das Zuhören mitunter etwas anstrengend werden, doch diese Reibung nimmt man beim Lesen des Podcast-Titels wissentlich im Kauf.

Aufgrund der Bekanntheit seiner Protagonisten absolut kein Geheimtipp, genau deswegen aber auch mal schön: „Lanz & Precht“ - eine gute Hörempfehlung, auf allen gängigen Podcast-Plattformen wie z.B. Spotify, iTunes oder Derer abrufbar.

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