
Das Konzept ist so einfach wie effektiv: Jede Woche lädt Xhem spannende Gäste aus unterschiedlichsten Bereichen ein – von Medizin über Musik und Comedy bis hin zu Social-Media-Ikonen. Die Themen? Alles, was sonst hinter verschlossenen Türen bleibt: intime Geständnisse, peinliche Erlebnisse, gesellschaftskritische Beobachtungen, aber auch harte Wahrheiten zu Mental Health, Diskriminierung oder Beziehungsdynamiken. Dabei wechselt der Podcast gekonnt zwischen tiefgründigen Momenten und humorvollen Ausreißern. Ein besonderes Markenzeichen sind die Bonusfolgen mit dem Spiel „Zwei Lügen, eine Wahrheit“ (oder in manchen Fällen „Zwei Wahrheiten, zwei Lügen“). Hier präsentieren die Gäste drei persönliche Anekdoten, von denen nur eine wahr ist – was regelmäßig zu wilden Spekulationen, Lachtränen und überraschenden Enthüllungen führt.
Mit Dr. Mertcan Usluer, bekannt als Gynäkollege, geht es um Sexismus und Rassismus in der Medizin, koloniale Spuren in der Gynäkologie und die Frage, warum manche Praxen weniger sicher sind als ein Dorf-WLAN. Gleichzeitig gibt’s Popkulturvergleiche, Humor im OP und private Urlaubs-Storys – inklusive wilder Bonusrunde. Anna Orlova (Moderatorin bei JamFM) spricht über People-Pleasing, migrantischen Funktionsmodus und kuriose Popel-Taktiken in der Öffentlichkeit. Im Bonus: Gerüchte über zerschnittene Reifen, gebissene Ex-Freunde und astrologische Deep Dives.
Mit Vitor Gatinho (Kids.Doc) wird’s medizinisch und privat zugleich: Berufstraumata, peinliche Anekdoten aus der Kinderarztpraxis und Geständnisse, die man nicht unbedingt im Wartezimmer hören will. Milad Fakhri (milad.on.the.run) thematisiert queere Identität, migrantische Familienstrukturen und Social-Media-Druck – ohne den «Zycho»-Humor zu verlieren. Auch hier: Bonus-Storys zwischen Bushido-Interview, Billie-Eilishs Mutter und pikanten Dating-Geschichten. Lina Westphal bringt Reality-TV-Erfahrung, Regie-Know-how und Oma-Vibes mit. Vom Rote-Bete-Trauma bis zu seltsamen Badewasser-Gewohnheiten wird nichts ausgelassen.
Was «Zycho» besonders macht, ist die Mischung aus radikaler Offenheit und lockerer Gesprächsatmosphäre. Xhem hat die Fähigkeit, Gäste schnell aus der Reserve zu locken – ohne sie bloßzustellen. So entstehen authentische Dialoge, die sowohl für Lacher als auch für nachdenkliche Momente sorgen. Inhaltlich ist der Podcast bewusst unvorhersehbar. Es gibt keine festen Kategorien, aber wiederkehrende Themen: persönliche Grenzerfahrungen, ungewöhnliche Lebenswege, Tabus im Alltag und gesellschaftliche Schieflagen – alles verpackt in einer Sprache, die mal rotzig-berlinerisch, mal überraschend poetisch sein kann.
Die Produktion übernimmt Podimo, mit einem festen Team hinter den Kulissen: Redaktion (Katharina Fräbel), Marketing (Bianca Dumschat & Majbritt Doege), Schnitt & Sound (Frieder Maurer & Luca Sartori), Videoproduktion (Tim Kraehnke) und Cover-Design (Tim Schöll). Executive Producerin ist Madeleine Petry. Das sorgt dafür, dass der Podcast nicht nur inhaltlich, sondern auch technisch hochwertig klingt und visuell ansprechend präsentiert wird.
«Zycho» ist ein wilder Ritt zwischen Trash und Tiefgang, zwischen schmerzhaften Geständnissen und hemmungslosem Gelächter. Wer Podcasts sucht, die sowohl Entertainment als auch echte Gespräche bieten, wird hier fündig. Und wer einmal reingehört hat, versteht schnell, warum Donnerstag bei den Fans längst Zycho-Zörsday heißt.
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