Interview

Daniela Boehm: ‚Etwa 30 Drehbuchautor:innen arbeiten an der Serie‘

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In dieser Woche feiert «Dahoam is Dahoam» sein 15-jähriges Jubiläum. Quotenmeter sprach mit der BR-Redakteurin Boehm über die Serie und Fehler, die man gemacht hat.

Hallo Frau Boehm. Vielen Dank für ihre Zeit. Die tägliche Serie «Dahoam is Dahoam» feiert im Oktober den 15. Geburtstag und über 3.000 Folgen. Wie groß werden Sie das Fest feiern?
Mit 15 Jahren gehören wir zwar zu den Jüngsten unter den täglichen Serien, aber feiern wollen wir wie die Großen: mit einer schönen und turbulenten Reise an den Gardasee in den Jubiläumsfolgen ab 3. Oktober und mit extra geschaffenen Sondersendeplätzen im BR Fernsehen. Zudem ist der jährliche Familientag, zu dem wir am 8. Oktober bis zu 8.000 Besucher auf dem Dachauer Drehgelände erwarten, endlich wieder in voller Planung.

Wie groß ist das aktuelle Autorenteam und wie gestalten Sie die Geschichten?
Etwa 30-Drehbuchautor:innen erarbeiten unter der Leitung eines Writers' Rooms die facettenreichen Geschichten von «Dahoam is Dahoam». Im Vorfeld werden die großen Bögen sowie die kleinen humorvollen Plots in Gesprächsrunden mit der Redaktion diskutiert und abgenommen.

Der Bayerische Rundfunk leistet sich als einziger regionaler Fernsehsender eine tägliche Seifenoper. Warum haben Sie sich auf dieses Abenteuer eingelassen?
Das war eine Entscheidung der damaligen BR-Fernsehdirektion, die ich persönlich auch aus heutiger Sicht noch bewundernswert finde. Denn wie sich herausgestellt hat, wurde die Produktion erfolgreicher als jemals erwartet. Die tägliche Konstante, die lebensnahen Geschichten – verbunden mit Humor und „Heimatgefühl“ – erreichen bis heute erfolgreich ein großes Publikum.

«Marienhof» (2011) und «Verbotene Liebe» (2014») wurden seit dem Start von «Dahoam is Dahoam» eingestellt. Sind einige Fernsehzuschauer zu Ihnen herübergewechselt?
Es ist nicht ausgeschlossen, dass Zuschauer:innen auch bei uns zugeschaltet haben. Allerdings hat «Dahoam is Dahoam» einen anderen Charakter bzw. einen anderen USP.

Bis zu 800.000 Zuschauer sind täglich bei Ihnen dabei. Sind Sie auch mit der Entwicklung der Streaming-Zahlen zufrieden?
Besonders in den letzten Jahren konnte «Dahoam is Dahoam» in den Mediatheken einen großen Zuwachs verzeichnen. Im ersten Halbjahr 2022 wurde die Serie in der Mediathek über 20 Millio-nen Mal abgerufen.

Im vergangenen Jahr wurde die Produktion von Constantin Television in Dahoam Television ausgegliedert. Welche Vorteile hat diese Entwicklung mit sich gebracht?
Von Seiten des Senders hat sich durch die Ausgliederung innerhalb der Produktionsfirma inhaltlich nichts geändert. Die Zusammenarbeit klappt weiterhin reibungslos.

Nach langer Zeit sind endlich Jenny Falke und Sarah Brandl unter der Haube. Wie schwer taten sich die Zuschauer mit der lesbischen Hochzeit im idyllischen Oberbayern?
Der Großteil unserer Zuschauer:innen ist durchaus aufgeschlossen und hat sich für die beiden Figuren gefreut. Aber selbstverständlich gab es auch einige kritische Stimmen an der Geschichte. Diese gehören allerdings zum Alltag einer täglichen Serie und beleben den Diskurs.

Schon seit längerer Zeit ist der indisch- afghanische Schauspieler Daniel Popat bei Ihnen im Ensemble. Hat das Fernsehen eine Vorbildfunktion, indem sie solche Charaktere als Pfarrer einführt?
Integrationsgeschichten wie diese waren schon immer Thema in täglichen Serien, da sie den Alltag als Vorbild haben. Als ehemalige Redakteurin für «Marienhof» und «Verbotene Liebe» und jetzt für «Dahoam is Dahoam» sehe ich es als Selbstverständlichkeit, lebensnah, divers und dabei ausgewogen zu erzählen und somit die Vielfalt der realen Gesellschaft abzubilden.

Im Januar 2015 war der damalige Finanzminister Markus Söder (CSU) in Ihrer Serie zu sehen. War dies rückblickend eine Entscheidung, die Sie bereuen?
Es gibt immer Entscheidungen, aus denen man lernen kann.

Die Bundesregierung plant, dass Cannabis langfristig legalisiert werden soll. Wird diese politische Diskussion wie auch andere Themen Einzug in Ihre Serie halten?
Ja, wenn es dann so weit ist. Und wie immer wird auch hier das Für und Wider zwischen unseren unterschiedlichen fiktiven Charakteren diskutiert.

15 Jahre „Dahoam is Dahoam“ – die Jubiläumsfolgen von Montag, 3. Oktober 2022 bis Freitag, 7. Oktober 2022 um 19:30 Uhr im BR

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