Hintergrund

Das Free-TV ist heiß auf Europas Spitzenfußball

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Alle Finals der Europapokal-Wettbewerbe werden in den kommenden Wochen im Free-TV zu sehen sein. Quotenmeter verrät, wo und wann.

Die Fans haben „ihren“ Fußball wieder, und dies machten sie in den vergangenen Tagen überaus deutlich, indem sie vielerorts vor Freude über das Erreichte den Platz stürmten und gemeinsam mit der eigenen Mannschaft feierten. Das beste Beispiel ereignete sich in Frankfurt, wo die Eintracht gegen West Ham United ins Finale der UEFA Europa League einzog. Die Frankfurter Fans sind derzeit ohnehin sehr – im positivsten aller Sinne – zu beneiden, denn gerade im Europapokal surft die Mannschaft von Oliver Glasner auf einer Welle der Euphorie durch den Wettbewerb. Da ließ man sich sogar am vergangenen Sonntag beim Bundesliga-Spiel gegen Gladbach zu einem Plakat mit der Aufschrift „Heute ist egal, holt uns den Pokal“ hinreißen. Doch auch fernab des sportlichen Erfolgs waren die Anhänger vom Main in einer komfortablen Situation, denn die Europa-League-Spiele liefen zuletzt im Free-TV bei RTL, obwohl parallel mit Leipzig ein zweiter deutscher Vertreter im Halbfinale stand. Während die Leipziger Fans, sofern es sie denn gibt – dieser provokante Einwurf darf angesichts des abgesagten Fanmarsches zum Glasgower Ibrox-Stadion durchaus erlaubt sein –, für ein RTL+-Abo zahlen mussten, um die Tedesco-Elf spielen zu sehen, konnten die zu Hause gebliebenen Fans der Hessen kostenlos ihre Helden verfolgen.

Dies wird sich auch in den kommenden Wochen nicht ändern, denn Finalzeit ist Free-TV-Zeit in dieser Saison. So strahlt RTL am kommenden Mittwoch, 18. Mai, auch das Endspiel aus, in dem Eintracht Frankfurt in Sevilla auf die Glasgow Rangers trifft. Wie beim Halbfinale kann RTL getrost die Sektflaschen kaltstellen, um am nächsten Morgen auf die hervorragenden Quoten anzustoßen. Vor einer Woche markierte der Kölner Sender mehr als 6,5 Millionen Zuschauer, die die Partie in der zweiten Halbzeit verfolgten. Damit war man nicht nur das reichweitenstärkste Programm des Jahres, sondern überholte in der Zielgruppe auch den Quoten-Krösus «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!». Die Nachberichte verfolgten nämlich 38,9 Prozent des Zielgruppe-Publikums – Jahresbestwert. Es ist nicht auszuschließen, dass die Frankfurter-Europapokal-Euphorie auch diesen Riesen zu Fall bringt – ähnlich wie den FC Barcelona im Viertelfinale des Wettbewerbs.

RTL wird bei der Berichterstattung dem Motto „Never change a winning team“ folgen, denn die um 21 Uhr angepfiffene Partie kommentieren wie üblich Marco Hagemann und Euphorie-Experte Steffen Freund. Laura Papendick und Karl Heinz Riedle melden sich ab 20:15 Uhr mit den Vorberichten sowie in der von Werbung unterwanderten Halbzeitpause und nach dem Spiel für die Siegerehrung. Gut möglich, dass dieses Quartett auch eine Woche später nach Albanien reist, denn dort steigt das Finale der hierzulande wenig beachteten UEFA Europa Conference League. Das Desinteresse verwundert nicht, zwar sorgte Union Berlin im Berliner Olympiastadion, das als Ausweichspielort diente, für gute Stimmung, doch man schaffte es als einziger deutscher Teilnehmer nicht über die Gruppenphase hinaus. Das Endspiel bestreiten im Übrigen die AS Rom und Union-Gruppengegner Feyenoord Rotterdam. Zu sehen gibt es das Spiel im Free-TV beim Spartensender Nitro. Anstoß ist ebenfalls am 25. Mai um 21:00 Uhr.

Auch die Champions League gibt es im Free-TV
Wenige Tage später, am Samstag, den 28. Mai, steigt dann das große Highlight einer jeden Europapokal-Saison, denn es entscheidet sich, wer den berühmten Henkelpott der UEFA Champions League in die Höhe stemmen darf. Das Finale bestreiten der FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp und Real Madrid mit dem ehemaligen Nationalspieler Toni Kroos. Die Champions League war in dieser Saison nach der Bundesliga der teuerste Vereinswettbewerb für die Zuschauer, denn es brauchte sowohl ein DAZN- als auch ein Amazon-Prime-Video-Abo, um alle Spiele live verfolgen zu können. Conference League und Europa League gab es dagegen für verhältnismäßig schmales Geld bei RTL+. Das Finale dagegen ist im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen, denn das ZDF hatte die Finalrechte erworben. Der öffentlich-rechtliche Sender widmet sich der Partie bereits ab 19:20 Uhr, denn Jochen Breyer meldet sich im «sportstudio» gemeinsam mit den beiden EM-Experten Per Mertesacker und Christoph Kramer mit den ersten Eindrücken aus Paris. Die Sendung dauert allerdings nur eine Viertelstunde, ehe eine «Lena Lorenz»-Wiederholung übernimmt. Gut eine halbe Stunde vor Anpfiff geht dann aber erneut das Trio auf Sendung, die Partie aus dem Stade de France kommentiert Béla Rethy.

Wer sich an die Stimmen des online abrufbaren Sportstreamers gewöhnt hat und diese nicht missen möchte, muss darauf nicht verzichten. Auch DAZN zeigt das Endspiel der Königsklasse. Man stimmt die Zuschauer bereits anderthalb Stunden vor Anpfiff auf die Partie ein. Mit Laura Wontorra und Alex Schlüter sind gleich zwei Moderatoren live vor Ort. Dazu gesellen sich die Experten Sandro Wagner und Ex-Madrilene Sami Khedira. Letzterer sprang zuletzt auch beim Taktik-Format «Decoded» für Ralf Rangnick ein, der bekanntlich aktuell bei Manchester United das Traineramt besetzt. In der Folge ging es passenderweise um seinen Ex-Verein und Champions-League-Finalisten Real Madrid. DAZN hat also durch das Experten-Duell in dieser Hinsicht für sich entschieden, auch wenn das ZDF gleich zwei Weltmeister von 2014 vorweisen kann.

Ausblick auf die kommenden Tage
An Fußball im Free-TV mangelt es in den kommenden Tagen und Wochen also nicht. Dabei gilt es auch noch zu bedenken, dass die Relegations-Spiele auch ohne Sky- oder DAZN-Abo zu sehen sind. Zwar überträgt Sky die Spiele ebenfalls, doch auch Sat.1 hatte sich vor der Saison das Rechtepaket E gesichert, dass die Entscheidungsspiele um Auf- und Abstieg beinhaltet. Am 19. Mai steigt das Hinspiel zwischen dem 16. der Bundesliga (aktuell VfB Stuttgart) und dem Dritten der 2. Liga (aktuell Hamburger SV). Das Rückspiel findet dann am Montag, 23. Mai statt. Anpfiff ist jeweils um 20:30 Uhr, Sat.1 überträgt ab 20:00 Uhr. Im Einsatz sind Matthias Opdenhövel als Moderator und Wolff-Christoph Fuss als Kommentator, Andrea Kaiser und Matthias Killing gehen am Spielfeldrand auf Stimmenfang. An der Besetzung und den Uhrzeiten ändert sich auch am 20. beziehungsweise 24. Mai nichts, wenn Dynamo Dresden und der 1. FC Kaiserslautern um den Einzug beziehungsweise Verbleib in der 2. Bundesliga kämpfen.

Dazwischen findet zudem noch das DFB-Pokalfinale zwischen dem SC Freiburg und RB Leipzig statt. Das Spiel wird am Samstag, 21. Mai, ab 20:00 Uhr im Ersten übertragen. Wem das noch nicht reicht, kann sich den gesamten Tag mit dem runden Leder auf der Mattscheibe beschäftigen, denn ab 12:05 Uhr findet auch der «Finaltag der Amateure» statt, bei dem die Landespokale ausgespielt werden. Das Erste überträgt den Tag in insgesamt vier Livekonferenzen, die um 12:15 Uhr, 14:15 Uhr, 16:15 Uhr und 16:45 Uhr starten. Dabei kommt es unter anderem zu Lokalderbys zwischen Waldhof Mannheim und Türkspor Mannheim (14:15 Uhr) oder Fortuna Köln und Viktoria Köln (16:15 Uhr) sowie zu Traditionsduellen zwischen den Stuttgarter Kickers und dem SSV Ulm (16:15 Uhr). Das Erste überträgt eine Woche später auch das DFB-Pokal-Finale der Frauen. Am 28. Mai treffen um 16:45 Uhr der Deutsche Meister VfL Wolfsburg auf den 1. FFC Turbine Potsdam.

Auf die Fußball-Republik Deutschland warten in den kommenden Wochen also mehr als genug spannende Entscheidungen auf dem grünen Rasen. Mit schönem Wetter im Rücken lassen sich sicherlich die ein oder anderen privaten Public Viewings im Freundeskreis organisieren, um bei schönem Wetter neben den Toren auch die gute Stimmung, für die gewiss die Fans von Frankfurt und Glasgow sorgen werden, zu genießen. Dann kann es nicht nur im Stadion zum Platzsturm kommen, sondern es wird auch ein Ansturm auf die besten Plätze vor dem Fernseher geben.

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