Interview

Dirk Martens: ‚Lineares Fernsehen ist nicht zeitgemäß, aber notwendig‘

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Seit wenigen Tagen ist die zweite Staffel von «Nichts Festes» im Fernsehen zu sehen. Quotenmeter sprach mit Martens unter anderem über sein Kammerspiel «Culpa».

Sie waren in vielen Fernsehserien und -Filmen zu sehen. Woran erinnern Sie sich gerne zurück?
1995 hat mich Jörg Grünler für die Hauptrolle im NDR-«Tatort» „Lockvögel“ besetzt. Nach der Ausstrahlung wurden mir viele, bis dahin verschlossene, Türen zu Caster*innen und Regisseur*innen geöffnet und ich durfte fortan Hauptrollen in Filmen und Serien spielen. Aber auch meine ganzen Dreherfahrungen in Russland und Argentinien möchte ich niemals missen. Und selbstverständlich bleibt es unvergessen, dass Markus Brunnemann mich nach dem Flop von „Operation Phönix“ nicht fallengelassen hat. Im Gegenteil. Ich durfte weiterhin großartige Rollen in Erfolgsserien wie z.B. «Edel & Starck» spielen.

Weil ihr Vater als Geschäftsführer vieler Unternehmen oft mit Ihnen und Ihrem Zwillingsbruder umziehen musste, haben Sie viele Teile Deutschlands kennen gelernt. Als Schauspieler reist man ebenfalls viel. Wo zieht es Sie auch privat gerne hin?
In Deutschland bin ich gerne in Leipzig, Hamburg und München.

Gibt es Orte, die Sie noch gerne erkunden wollen?
Weniger Orte als Länder und Regionen. Ich bin sehr gerne in Osteuropa unterwegs. Russland hat es mir besonders angetan. Der Kaukasus ist unglaublich schön und Sankt Petersburg eine wunderbare Welt für sich. Georgien möchte ich noch erkunden und auch Sibirien.

Sie wirkten auch beim Kammerspiel «Culpa» von Jano Ben Chaabane mit. Sind solche Produktionen etwas Besonderes?
Auf jeden Fall. Jano hatte sich ein ganz kleines, sehr ambitioniertes Team zusammengestellt. Fast familiär fühlte es sich am Set an. Überhaupt nicht mit „normalen“ Produktionen zu vergleichen. Und der Knaller schlechthin war auch noch, dass ich für meine Darstellung in der Kategorie „Hauptrolle Schauspieler“ nominiert wurde.

Nach drei Jahren folgt bei ZDFneo die zweite Staffel von «Nix Festes». Können Sie uns ein wenig von der Serie erzählen?
«Nix Festes» zeigt, meines Erachtens, sehr unterhaltsam das Leben von fünf sehr unterschiedlichen Charakteren in Berlin. Was alle miteinander verbindet, ist die eher unverbindliche Freundschaft untereinander und die ständige Anstrengung sich finanziell über Wasser zu halten. Und wenn dann noch die Hormone verrückt spielen ist das Chaos fast nicht aufzuhalten. Hier hat unser Regisseur Ulli Baumann wirklich bewiesen, dass er ein Meister im Genre Comedy ist.

Sie verkörpern Lennart Heusser, der mal einen Beziehungsratgeber schrieb und ein Café betreibt. Es gibt durchaus Parallelen mit ihrem Privatleben. Ist das beabsichtigt?
Für die Rolle wurden ja damals mehrere Kollegen gecastet. Die Bücher waren geschrieben. Somit kann ich davon ausgehen, dass dies nicht der Fall ist.

Die Quoten der ersten «Nix Festes»-Staffel waren nicht wirklich überragend. Ist lineares Fernsehen überhaupt noch zeitgemäß?
Vielleicht nicht wirklich zeitgemäß, aber notwendig. Ich glaube, dass über 25 Prozent der Bevölkerung in Deutschland über 60 Jahre alt sind und viele davon ihre Sehgewohnheiten beibehalten wollen.

Da das ZDF sich – vor allem bei jungen Formaten – von Quoten löst: Ist schon eine dritte Staffel in Planung?
Ob da schon eine dritte Staffel in Planung ist, weiß ich wirklich nicht. Ich bin mir aber sicher, dass ich nicht der Einzige bin, der sich über eine dritte Staffel freuen würde.

«Nix Festes» ist in der ZDFmediathek verfügbar.

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