Stab
Darsteller: Frank Leo Schröder, André Kaczmarczyk, Deborah Kaufmann, Jakob Fliess, Meira Durand, Theo TrebsMusik: Andrej Melita
Kamera: Wolfgang Aichholzer
Drehbuch: Peter Dommaschk, Ralf Leuther und Felix Karolus (auch Regie)
Dabei beginnt alles durchaus vielversprechend. Die Eröffnung im Holländischen Viertel von Potsdam hat etwas angenehm Konkretes: kein austauschbarer Tatort, sondern ein Ort mit Geschichte, mit Textur. Die Goldschmiede-Manufaktur des Mordopfers wirkt nicht wie ein bloßes Setting, sondern wie ein Raum, in dem sich Biografien sedimentiert haben. Der Mord an Jan Michalski entfaltet so zunächst eine stille Wucht, die weniger aus der Tat selbst als aus dem Verlust eines Lebensentwurfs gespeist wird.
Doch diese Ruhe ist trügerisch. Schnell kippt der Film in die bekannten Mechanismen des Genres: organisierte Kriminalität, maskierte Täter, internationale Verbindungen. Die vermeintlich „professionelle polnische Bande“ mit Clownsmasken wirkt dabei wie ein erzählerischer Kurzschluss – ein visuelles Signal, das mehr Bedeutung behauptet, als es tatsächlich trägt. Hier zeigt sich eine der Schwächen des Drehbuchs: Es vertraut zu wenig auf Ambivalenz und setzt stattdessen auf plakative Marker.
Das Ermittlerduo, bestehend aus Vincent Ross und Karl Rogov, gespielt von André Kaczmarczyk und Frank Leo Schröder, bleibt hingegen erfreulich zurückgenommen. Besonders Kaczmarczyk gibt seinem Ross eine stille Nachdenklichkeit, die sich wohltuend vom oft überdrehten Fernsehkommissar abhebt. Seine Annäherung an das Umfeld des Opfers – insbesondere an Bettina Michalski, gespielt von Deborah Kaufmann – gehört zu den stärkeren Momenten des Films. Hier gelingt es «Goldraub», für kurze Zeit tatsächlich so etwas wie emotionale Tiefe zu erzeugen.
Allerdings wirkt diese Tiefe nie vollständig integriert. Die familiären Verhältnisse rund um den Sohn Nico bleiben Skizzen, Andeutungen, die nicht ausgearbeitet werden. Man ahnt Konflikte, Brüche, vielleicht sogar Motive – doch der Film hat es eilig, weiterzugehen. Dieses „Weiter“ ist symptomatisch: Statt sich auf seine Figuren einzulassen, verliert sich die Inszenierung in der Mechanik des Falls. Die Auflösung wirkt schließlich weniger wie ein zwingendes Ergebnis der Ermittlungen, sondern eher wie eine nachträgliche Konstruktion, die alle losen Fäden irgendwie zusammenführen soll.So bleibt am Ende ein zwiespältiger Eindruck. «Goldraub» ist kein misslungener Film, aber auch kein wirklich gelungener. Er hat Momente von Präzision und Ernsthaftigkeit, die hoffen lassen, dass der «Polizeiruf 110» mehr sein kann als bloße Routine. Gleichzeitig fällt er immer wieder in genau diese Routine zurück – und verschenkt damit einen guten Teil seiner erzählerischen Chancen.
Der Film «Polizeiruf 110 – Goldraub» wird am Sonntag, den 29. März um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt.







Todesfalle Krankenhaus? 3sat will aufklären
Tubi kündigt «Remember Me» an

Supervisor Stage Technics (m/w/d)
1. Aufnahmeleitung im Bereich Reality (m/w/d)
Initiativbewerbungen (m/w/d)




Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel