Femme Fatales aus Texas auf Männerjagd: Netflix präsentiert eine verstaubte Serie, die die Streaming-Ära eigentlich hinter sich gelassen haben sollte.
Es gibt Serien, bei denen man sich unweigerlich fragt, wie ein Stoff, der in seinem Kern durchaus Potenzial für Spannung und Tiefgang bietet, auf solch bemerkenswerte Weise in ein ästhetisch wie dramaturgisch belangloses Produkt verwandelt werden konnte. «The Hunting Wives», eine neue Serie aus dem Hause Netflix, ist ein Paradebeispiel für diesen Missgriff. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von May Cobb, verspricht die Geschichte um eine geheimnisumwitterte Clique texanischer Frauen, die ihre Nachmittage mit Alkohol, Gewehren und gefährlichen Geheimnissen verbringen, einen düsteren Abstieg in menschliche Abgründe. Doch was uns die Streamingplattform letztlich serviert, ist eine seifenopernhafte Kolportage, in der Hochglanzoberflächen über die Leere der Erzählung hinwegzutäuschen versuchen.
Hinzu kommt eine ästhetische Inszenierung, die verzweifelt bemüht ist, mit satten Farben, stylischen Kostümen und überinszenierten Partys von der inhaltlichen Leere abzulenken. In einer Serie, die sich mit den dunklen Seiten des weiblichen Begehrens, Machtspielen und toxischer Freundschaft beschäftigen will, erwartet man Ambivalenz – stattdessen liefert «The Hunting Wives» Stereotype: die manipulative Schönheit, die naive Außenseiterin, die stille Mitläuferin. Die Männerriege bleibt ohnehin Staffage, meist reduziert auf blasse Karikaturen von Ehemännern, die entweder nichts begreifen oder sofort zu viel wissen.

• The Hunting Wives • Desperate Housewives • Big Little Lies
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