Serientäter

«Noch nie in meinem Leben» wünschte ich ein Happy End so sehr

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Mitte August 2022 veröffentlichte der Streamingdienst Netflix die dritte Runde von «Never Have I Ever». Doch diese Runde fällt aus dem Rahmen, das ist allerdings gar nicht so schlimm.

Mitten in der Corona-Pandemie startete Netflix die Ausstrahlung der Serie «Noch nie in meinem Leben», die im US-amerikanischen Original «Never Have I Ever» heißt und lose auf dem Leben der US-amerikanischen Comedy-Autorin und Schauspielerin Mindy Kaling basiert. Die Serie wurde in die Gegenwart geholt und New York gegen Hollywood ausgetauscht. Kaling ist die Tochter zweier Inder, drehte schon im Jahr 2005 ihre ersten Filme und produzierte «The Office» (NBC), es folgte «The Mindy Project» für FOX.

Rund 13 Monate mussten die Fans auf die Fortsetzung der ersten Staffel warten. In dieser Staffel konnte sich Devi Vishwakumar, hervorragend verkörpert von der Neuentdeckung Maitreyi Ramakrishnan, nicht entscheiden, ob sie lieber Paxton Hall-Yoshida (Darren Barnet) oder doch Ben Gross (Jaren Lewison) daten möchte. Es folgte ein Hin- und Her und schließlich entschied sich das junge Mädchen, dass es doch mehr Gefühle für Paxton hat.

Nun, in der dritten Staffel, haben Devi und Paxton noch immer nicht den Akt der Liebe vollzogen. Obwohl Devi zu Beginn der Serie vor seiner Tür stand und hoffte, dass er Schmetterlinge bekommen könnte. Weil bereits vor der Premiere der dritten Runde eine vierte und finale Staffel angekündigt wurde, muss man kein Genie sein, um zu wissen, dass alle großen Coming-of-Age-Serien ihre Charaktere durch die Beziehungshölle gehen lassen. Wie schon einst bei Pacey und Joey («Dawson’s Creek»), Seth und Summer («O.C., California») oder Sitcoms wie bei «The Big Bang Theory» zwischen Leonard und Penny muss das Band der Beziehung mindestens einmal brechen, ehe es erfolgreich weitergeht. Eine gute Serie braucht Konflikte, da sind verliebte Paare eher abstoßend.

Und deshalb wird die Geschichte zwischen Ben und der in der zweiten Staffel eingeführten Aneesa Qureshi (Megan Suri) immer komplizierter. In der zweiten Runde ist sie Devis neue Bekanntschaft auf der Sherman Oaks und zugleich ihre Rivalin. Die Beziehung mit Ben hat ein Ende, weil sie glaubt, Ben halte sie für doof. Man merkt schon, so wirklich rund sind die Episoden nicht geschrieben. Die Gründe, warum sich die vier trennen, sind an den Haaren herbeigezogen. Schließlich fühlt sich Aneesa zu Fabiola hingezogen, sie hat allerdings ein Auge auf Addison geworfen hat.

Außerdem führen die Autoren Rhyah ein, gespielt von Sarayu Blue, die sich mit Devis Mutter anfreundet. Diese hat natürlich einen sehr klugen Sohn, der sich für Devi interessiert. Des und Devi kommen zusammen, ehe sie von Rhyah getrennt werden. Schließlich habe sie erfahren, dass Devi seit dem Tod ihres Vaters ein paar verrückte Situation durchlebt hat. Daher könne Des, der eine Elite-Privatschule besucht, auch nicht mit einer solchen Spinnerin zusammen sein.

Schon fast in Vergessenheit geraten die übrigen Charaktere wie die Freundinnen von Devi, Eleanor, Fabiola und Anessa, die zeitweise zu Sidekicks degradiert wurden. Die Geschichte von «Noch nie in meinem Leben» ist weder zäh noch langweilig, die dritte Staffel hätte durchaus mehr Episoden enthalten können. So ist von dem Leben von Devis Cousine Kamala fast gar nichts zu sehen. Sie datet zwar wieder Devis Lehrer, doch man hätte den beiden Charakteren durchaus mehr Screentime geben können. Genauso sieht man von der Beziehung von Eleanor, ihrer Leidenschaft für Schauspielerei und ihrer Beziehung Trend so gut wie gar nichts.



Mit der letzten Episode der dritten Staffel werden die Fernsehzuschauer mit dem Abschluss einiger Charaktere überrascht. «Noch nie in meinem Leben» hat das Thema im Vorfeld immer nur vage angeteasert, doch dass die Jugendlichen die Schule beendet haben, war doch dann eher sehr überraschend.

Insgesamt können die Fans von «Noch nie in meinem Leben» sehr zufrieden sein. Die Serie kommt von einem sehr guten Niveau und gehört auch mit der dritten Runde zum oberen Mittelfeld der guten Serien. Netflix hat damit ein kleines, aber feines Projekt vorliegen. Man kann nur hoffen, dass die Macher die vierte Staffel nutzen werden, um die Geschichten abzurunden. Ein an den Haaren herbei gezogenes Ende wie bei «Gossip Girl» braucht niemand, es muss auch nicht zwingend wie bei «O.C., California» noch eine Hauptfigur sterben. In ein paar Monaten wird Netflix hoffentlich ein rundes Ende präsentieren.

«Noch nie in meinem Leben» kann bei Netflix gestreamt werden.

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