Serientäter

«Willkommen auf Eden»: Einchecken, Feiern, Sterben?

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Anfang Mai veröffentlichte der Streamingdienst eine Serie, die auf einer geheimnisvollen Insel spielt.

Mit «Willkommen auf Eden» hat Netflix eine weitere spannende Serie aus Spanien veröffentlicht. Das Unternehmen, das bereits «Haus des Geldes», «Sky Rojo» und «Kein Friede den Toten» veröffentlichte, zog nun mit dem neuen Werk von Joaquín Gorriz und Guillermo López nach. Wie schon bei anderen Survival-Serien stehen junge Erwachsene im Vordergrund, deren Leben nach außen perfekt erscheint, aber in Wirklichkeit viele Probleme beinhaltet.

Im Mittelpunkt der Serie steht Zoa verkörpert von Amaia Aberasturi, die für den Spielfilm «Tanz der Unschuldigen» für die Goya nominiert wurde. Ihr Charakter ist eigentlich für ihre kleinere Schwester Gaby da, doch sie möchte mit Judith zumindest einen Tag aus dieser Hölle entfliehen. Nachdem also Zoa einen Vertrag unterzeichnete, darf sie auf einer exklusiven Party teilnehmen. Doch bereits bei einem Zwischenstopp gibt es Probleme, da Judit mitgenommen wurde. Die Zuschauer von Netflix-Serien wie «Alice in Borderland» und «Squid Game» fragen sich schon in diesen Minuten, wann das junge Mädchen das Zeitliche segnet („Ihr habt den Vertrag gebrochen“). Auf der Party, die für 100 Teens und Twens veranstaltet wurde, werden Armbänder vergeben, die die Auserwählten kennzeichnen. Sie werden mit einem neuen Getränk namens „Blue Eden“ gelockt, das eine Mischung von Alkohol, Energygetränk und Ketamin (also K.O.-Tropfen) enthält.

Am nächsten Morgen erwachen die Fünf am Strand und werden mit Hilfe einer Drohne zu einem Lager gelockt. Die Produktion nutzt die Schönheit der Kanareninseln Lanzarote aus, mit Drohnen hat man die hübschen Stellen der Insel auserkoren und in den Vordergrund gestellt. Die Sets der meisten Handlungsstränge befinden sich allerdings unweit der Stadt Barcelona, in sogenannten „Solo House“ der Chilenen Mauricio Pezo und Sofia von Ellrichshausen. Der Baustil ist extravagant: Viel Beton, viel Glas und möglichst auffällig. Mit Glas möchte man zwar Transparenz zeigen, doch die Sekte ist alles andere als das. Wie Zoe, África, Charly, Ibón und Aldo bald herausfinden werden, werden Deserteure mit dem Tod bestraft.

Chefin der Organisation ist Astrid, die zusammen mit Erik die einzige Person über 30 ist. Die beiden führen ein Doppelleben. Denn sie haben einen Plan, der für die Zuschauer nicht erkenntlich ist. Warum wollen sie stetig neue Mitglieder für ihre Eden Foundation finden, warum operieren Mitglieder außerhalb der berüchtigten Insel, wo doch alle nur den Wunsch haben, abhauen zu können. Das Ende von Episode sieben ist zudem ein Wendepunkt der Serie, denn es werden neue Geheimnisse offenbart, die ihren Höhepunkt im Finale bekommen. Wer ist diese Person, die mit Hilfe einer nicht bekannten Person in einem Haus wohnt und als genial gilt? Warum gibt es eine Geheimkammer im Keller, die zu einem neuen mysteriösen Objekt führt? Was haben Astrid und ihr Partner damit vor?

Die Fragen werden nicht vor 2023 beantwortet, denn «Willkommen auf Eden» ist auf mindestens zwei Staffeln angelegt. Dabei muss die Serie aufpassen, nicht mehr Fragen zu stellen, als sie beantworten kann. Noch heute weiß niemand, warum eigentlich auf der «Lost»-Insel ein Eisbär auftauchte. Die Macher, die keine besonders große Vita vorweisen konnten, sollten sich nicht verzetteln. Ohnehin geht den Autoren gegen Ende der Serie ein wenig der Stoff aus, anders lassen sich die vielen Lovestorys, die über Nacht kommen (und gehen) auch nicht deuten. Dabei ist es auffällig, dass jede Netflix-Serie inzwischen einen Transgender-Charakter hat und mindestens, eine, wenn nicht sogar zwei homosexuelle Pärchen. Die diversen Charakter nehmen leider immer öfter Überhand, weil die Geschichten schon erwartbar sind.



Wie schon bei «Squid Game», bei dem Menschen verschwinden, wird auch ein Vater eines Vermissten misstrauisch und engagiert die Privatdetektivin Brisa, deren Weg sich mit Zoes Schwester Gaby kreuzt. Diese reiste von Barcelona nach San Sebastian, um David kennen zu lernen. Er schaffte es durch Internetrecherche, das Profil von Zoe zu finden. Zunächst möchte Gaby Informationen von David, später schmeißt sie sich gleich zwei Mal an ihn heran. Vielleicht ein Schutzmechanismus, um nicht wieder nach Hause zu müssen. Dort ist nämlich ihre Mutter vor Kurzem aus dem Drogenentzug gekommen und hat es nur wenige Stunden ausgehalten, ehe sie wieder Tabletten nahm.

Die große Preisfrage bei «Willkommen auf Eden» ist: Was wollen die Macher eigentlich? Zunächst sah es wie ein Survival-Drama aus, ehe sich zum Ende der ersten Staffel neue Türen öffneten und die Serie in eine andere Richtung lenkte. Im Finale versuchen gleich mehrere Akteure die Insel zu verlassen, unter anderem steht Zoe wieder im Vordergrund. Die erste Staffel endet mit der Tatsache, dass neue Besucher und somit neue Auserwählte die Insel betreten. Na, wer wird wohl unter den neuen Besuchern sein?

«Willkommen auf Eden» ist bei Netflix verfügbar.

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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
Nr27
23.05.2022 13:29 Uhr 1
Eigentlich unfaßbar, daß sich die Sache mit dem Eisbären bei "Lost" bis heute als vermeintlich ungelöstes Mysterium hält - dabei ist das eine der relativ wenigen Sachen, die "Lost" ganz klar und unzweideutig aufgelöst hat! Die Auflösung war nur so unspektakulär, daß sie offenbar viele bis heute verdrängen ...
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