Mit „Kein Kind der Liebe“ aus «37°» zeigt das ZDF am Dienstag, 9. Juni 2026, um 22.15 Uhr eine der wohl eindringlichsten Dokumentationen des Jahres. Der Film von Antje Diller-Wolff, der bereits ab den frühen Morgenstunden in der Mediathek abrufbar ist, widmet sich einem Thema, das lange tabuisiert wurde: den Kindern, die aus Vergewaltigungen oder inzestuösem Missbrauch hervorgegangen sind – und deren lebenslange Suche nach Identität.Im Zentrum stehen persönliche Geschichten, die exemplarisch für viele ähnliche Schicksale stehen. Ulrike M. Dierkes etwa wächst mit einer Wahrheit auf, die kaum zu begreifen ist: Ihre Schwester ist zugleich ihre Mutter. Entstanden aus jahrelangem Missbrauch durch den eigenen Vater, wird ihre Existenz schon früh zum gesellschaftlichen Stigma. Der Täter wird zwar verurteilt, kehrt jedoch nach seiner Haft in die Familie zurück – der Missbrauch setzt sich fort. Jahrzehnte später verarbeitet Dierkes ihre Erfahrungen nicht nur persönlich, sondern auch öffentlich: 1996 gründet sie den Verein M.E.L.I.N.A., der bis heute Betroffenen hilft und ihnen eine Stimme gibt.
Ein zweites Schicksal führt zurück in die Nachkriegszeit: Winfried Behlau erfährt als Jugendlicher, dass er das Kind einer Vergewaltigung durch sowjetische Soldaten ist. Sein ganzes Leben lang kämpft er mit den Folgen dieser Herkunft – mit Ausgrenzung, Scham und unbeantworteten Fragen. In der Schule wird er stigmatisiert, von der eigenen Mutter erhält er keine Aufklärung. Erst viele Jahre später beginnt er, seine Geschichte öffentlich zu machen, beteiligt sich an wissenschaftlichen Studien und gründet einen Verein, um anderen Betroffenen zu helfen.
Der Film ordnet diese Einzelschicksale in einen größeren gesellschaftlichen Kontext ein. Die Zahl der gemeldeten Vergewaltigungen ist in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, gleichzeitig bleibt die Dunkelziffer hoch – insbesondere dann, wenn Täter aus dem familiären Umfeld stammen. Historisch betrachtet reicht das Thema weit zurück: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden schätzungsweise mindestens 200.000 Kinder von alliierten Soldaten und deutschen Frauen geboren – häufig unter Zwang oder aus purer Not heraus. Viele dieser Menschen wuchsen unter massiver gesellschaftlicher Ablehnung auf, ihre Herkunft blieb oft ein Leben lang ein belastendes Geheimnis.







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