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Italiens Dauerbrenner: «Amici di Maria De Filippi» bleibt ein Quoten-Garant

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Seit fast 25 Jahren liefert die Talentshow starke Quoten – und zeigt deutschen Sendern, wie langlebige TV-Erfolge funktionieren können.

Seit fast 25 Jahren strahlen die Media-for-Europe-(MFE)-Sender in Italien die Show «Amici di Maria De Filippi» aus, in der pro Staffel etwa 20 Schüler gecastet werden, die in verschiedenen Kategorien antreten. Darunter sind Sänger, Tänzer, Schauspieler, Musiker und Fernsehmoderatoren, in der zweiten Staffel kam beispielsweise noch Turnen hinzu. Auch Rap, Bands und Breakdance-Gruppen erweiterten das Konzept – eine Mischung aus «Star Search» und «Fame – Der Weg zum Ruhm».

Das Format startete zunächst bei Italia 1, ehe es bereits 2002 zu Canale 5 wechselte. Entwickelt wurde es von der Moderatorin und Fernsehproduzentin Maria De Filippi, die seit 1992 im italienischen Fernsehen präsent ist. Die Sendung ist über den gesamten Winterzeitraum angelegt, sodass Canale 5 das ganze Jahr über viel Material für die Ausstrahlung hat. Von Montag bis Freitag wird eine Tagesausgabe am Vorabend gezeigt, wobei die Ausstrahlung zwischen den Sendern Italia 1, Canale 5 und Real Time wechselte. In diesem Jahr plant der italienische Fernsehsender mit 107 Tagesausgaben und 31 Abendshows.

Die aktuelle Staffel ist nicht nur werktags zwischen 16.25 und 16.55 Uhr zu sehen, sondern auch am Sonntag zwischen 14.00 und 16.00 Uhr. In der ersten Woche startete man am Sonntag mit 2,81 Millionen Fernsehzuschauern, am Montag ging es mit 1,73 Millionen Zusehern stark weiter. Der Dienstag kam auf 1,54 Millionen Zuschauer, allerdings blieb der Marktanteil mit 20,5 Prozent hoch. Insgesamt verzeichnete das Format in der ersten Woche 1,56 Millionen Zuschauer und fuhr einen Marktanteil von 20,1 Prozent ein.

In der zweiten Woche gingen die Werte leicht zurück. Im Wochendurchschnitt waren nur noch 1,39 Millionen Zuseher mit von der Partie. Am Freitagnachmittag musste sich die Produktion mit 1,22 Millionen Zuschauern und 16,9 Prozent Marktanteil zufriedengeben. Die Sonntagsausgabe legte allerdings auf 3,01 Millionen Zuschauer zu, der Marktanteil sank auf 22,8 Prozent. Nach Weihnachten kam eine Sonntagsshow sogar auf 3,42 Millionen Zuschauer, ehe es am Montag mit 21,9 Prozent Marktanteil weiterging.

Insgesamt kann Canale 5 mit der Performance der 25. Staffel mehr als zufrieden sein. Die werktäglichen Ausgaben zählten 1,52 Millionen Fernsehzuschauer, der Marktanteil lag bei starken 18,3 Prozent. Am Sonntag wurden im Schnitt 2,96 Millionen Zuschauer verbucht, der Marktanteil lag bei 23,2 Prozent. Doch die Produzenten geben sich mit den bisherigen Shows nicht zufrieden: In der Schlussphase platzierte der Media-for-Europe-Sender am Samstagabend sechs Shows. Diese laufen von 21.20 bis 00.50 Uhr und können sich mit einer durchschnittlichen Reichweite von 3,15 Millionen Zuschauern sehen lassen. Der Marktanteil wurde auf 23,1 Prozent beziffert. Das beste Ergebnis erzielte die zweite Show mit 3,36 Millionen. Das Halbfinale ist für den 9. Mai terminiert, das Finale steigt am 17. Mai. Im vergangenen Jahr schalteten jeweils über 3,7 Millionen Italiener beim Halbfinale und Finale ein.

Die Show «Amici di Maria De Filippi» ist für den Fernsehsender zwar seit Jahrzehnten ein Erfolg, allerdings wurde vor allem in dieser Staffel Kritik wegen Mobbing und Homophobie laut. Kandidat Riccardo Stimolo wurde wegen Mobbings, Sexismus, Ableismus, Homophobie und Transphobie kritisiert, nachdem entsprechende Kommentare und Beiträge in sozialen Netzwerken veröffentlicht worden waren. Der Sendung wurde ihrerseits vorgeworfen, Mobbing und Homophobie zu fördern, da sie nicht eingeschritten sei. Im selben Zeitraum wurde auch die Sängerin Simone Opini, alias Opi, mit Vorwürfen des Sexismus und der Homophobie konfrontiert.

Obwohl die Vorwürfe ernst zu nehmen sind, zeigt «Amici di Maria De Filippi», dass eine Show langfristig erfolgreich sein kann. Die Fernsehsender Sat.1 und ProSieben sind mit «The Voice» sowie RTL mit «Deutschland sucht den Superstar» eher auf dem absteigenden Ast. Der Blick nach Italien zeigt, wie man ein entsprechendes Format auch langfristig positionieren kann. Bereits Ende April schrieb Quotenmeter über die «Star Academy», die in Frankreich ein ähnliches Konzept verfolgt. Zuletzt haben die deutschen Sender allerdings vor allem Adaptionen von Formaten erworben, die entweder im Vereinigten Königreich oder in den Vereinigten Staaten von Amerika erfolgreich waren.

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