Spannend daran finde ich, dass man sieht wie eng die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft zusammen arbeiten können. Wie beide klare Aufgaben erfüllen und sich gegenseitig ergänzen. In anderen Formaten wird oft damit gespielt das sie sich eher im Wege stehen und anderer Meinung sind.
Ihre Figur Max Zeller muss sich den Weisungen der Staatsanwältin unterordnen. Verändert dieses Machtgefüge die Dynamik innerhalb des Ermittlerteams?
Die Entscheidungsgewalt liegt immer in der Hand der Staatsanwaltschaft. In unserem Fall Frau Deena Paulos, denn Sie ist die „Herrin des Ermittlungsverfahrens“. Das mag Max manchmal nicht so gut „schmecken“, aber da muss er durch. Da die Beiden sich aber schon lange und gut kennen, und ein gutes Gespür füreinander haben, agieren sie auf Augenhöhe und vertrauen sich.
Max Zeller ist ein Ermittler, der stark von einem persönlichen Schicksal geprägt ist. Wie sehr beeinflusst dieser Hintergrund seine Sicht auf Gerechtigkeit?
Gerechtigkeit ist Max sehr wichtig und er steht dafür ein. In der Vergangenheit hat er, wegen Überlastung der Behörden, aus seiner Sicht, Justizversagen erfahren. Dieser Persönliche Schicksalsschlag hat ihm schwer zugesetzt. Deswegen ist seine Sicht auf Gerechtigkeit oft eine subjektive und er wird schnell ungeduldig.
Der Fall thematisiert die Diskrepanz zwischen juristischem Recht und subjektivem Gerechtigkeitsempfinden. Wie spiegelt sich dieser Konflikt konkret in Ihrer Figur wider?
Durch den Verlust seiner Frau und seine Rolle als alleinerziehender Vater hat sich Max’ Gerechtigkeitsempfinden stark verändert und ist persönlicher geworden. Obwohl er das juristische Recht kennt und versteht, lässt er sich zunehmend von seinem Mitgefühl leiten – insbesondere gegenüber Menschen, die trotz erlittenen Unrechts keine Gerechtigkeit erfahren.
Im Zentrum steht auch die Frage, wie weit Ermittler gehen dürfen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Wo sehen Sie persönlich die moralischen Grenzen?
Das ist eine sehr schwierige Frage, die sich nicht pauschal beantworten lässt – letztlich muss man immer den konkreten Einzelfall betrachten. Für mich sind die moralischen Grenzen jedoch eindeutig dort erreicht, wo psychische oder körperliche Folter ins Spiel kommt.
Der Film greift mit der Figur des Professors ein Motiv auf, bei dem ein früherer Freispruch eine neue Ermittlung erschwert. Was macht diese Konstellation dramaturgisch so reizvoll?
Niemand darf wegen derselben Tat zweimal strafrechtlich verfolgt oder bestraft werden. Das ist wiederum eine Frage der subjektiven Gerechtigkeit und für Max mit seiner Vorgeschichte fast nicht auszuhalten. Das macht es besonders Reizvoll in Verbindung mit der Staatsanwältin Deena Paulos, die immer objektiv Fälle bearbeitet.
„Hinter der Fassade“ setzt stark auf Vernehmungssituationen und psychologisches Spiel. Wie wichtig ist dabei das Zuhören als schauspielerisches Werkzeug?
Zuhören ist eines der wichtigsten Werkzeuge des Schauspielers und gerade in solch einem Format! Das interessante passiert oft zwischen den Zeilen und wenn man wirklich zuhört, kann man auf die kleinsten Reaktionen eingehen und dadurch entsteht echtes Zusammenspiel und Spannung.
Max Zeller ist nicht nur Ermittler, sondern auch alleinerziehender Vater. Wie bringt er diese beiden Welten in Einklang – und wo entstehen Konflikte?
Er bringt die beiden Welten in Einklang indem er einen sehr strukturierten privaten Tagesablauf hat. So sehen wir z.B. wie sein Sohn Hausaufgabenbetreuung bei der Rechtsmedizinerin hat. Konflikte entstehen dauernd, denn ungeplantes passiert, und das immer wieder.
Viele Krimis setzen auf Action, dieser Film eher auf juristische und psychologische Spannung. Ist das für Sie als Schauspieler eine andere Art von Herausforderung?
Ich sehe das tatsächlich als größere Herausforderung, da man als Schauspieler den Text viel tiefer durchdringen muss. Unser Film lebt davon, dass der Zuschauer mitdenkt. Ohne die Ablenkung durch Action trägt vor allem die inhaltliche und emotionale Genauigkeit die Spannung
Gedreht wurde im Havelland und in Potsdam. Welche Rolle spielt die Region für die Atmosphäre und den Ton der Reihe?
Die Landschaft hat etwas Unaufgeregtes, fast Stilles mit einer gewissen Magie – und genau darin liegt eine besondere Spannung. Für mich unterstützt das den Ton der Reihe, weil es den Fokus noch stärker auf die Figuren und die psychologischen Prozesse lenkt.
Die Serie soll auch Einblicke in das deutsche Rechtssystem geben. Glauben Sie, dass solche Formate das Verständnis des Publikums für juristische Abläufe verändern können?
Ich glaube das solche Formate durchaus das juristische Verständnis verändern können. Man erreicht Menschen in einem Film auf einer emotionalen Ebene und nicht nur sachlich. Man erweckt im besten Fall Interesse und vermittelt ein differenzierteres Bild, wie komplex Entscheidungen in einem Rechtssystem oft sind.
Wenn der «Havelland-Krimi» erfolgreich wird und fortgesetzt wird: Welche Entwicklung würden Sie sich für Max Zeller in weiteren Fällen wünschen?
Ich würde mir wünschen das die Geschichte mit meinem Sohn weiterhin genug Raum bekommt, mit seinen Konflikten und der liebevollen Fürsorge und wie man daran wächst. Außerdem wäre eine neue Beziehung für Max interessant, die ihn vielleicht emotional komplett aus der Bahn wirft!
Danke für Ihre Zeit!
«Der Havelland-Krimi» ist am Samstag, den 9. Mai 2026, um 20.15 Uhr zu sehen. Abrufbar ist dieser bereits seit 2. Mai.







‚Geblieben sind die Menschen, die leidenschaftlich Geschichten erzählen wollen'

Aufnahmeleitungs-Assistenz (w/m/d)
TV-Redakteur / Producer (m/w/d)
1. Aufnahmeleitung im Bereich Reality (m/w/d)




Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel