Interview

‚Geblieben sind die Menschen, die leidenschaftlich Geschichten erzählen wollen'

von

Seit Jahren prägt Max Herbrechter den «Kroatien-Krimi» als Dezernatsleiter. Im Gespräch spricht er über die Entwicklung seiner Rolle, den Reiz des Schauplatzes und Veränderungen im deutschen Fernsehen.

Herr Herbrechter, Sie sind seit 2016 fester Bestandteil des «Kroatien-Krimis». Was macht für Sie den Reiz dieser Reihe aus?
Das Glück zu haben, an einem so schönen Drehort arbeiten zu dürfen, und das Land und seine Menschen über die Jahre näher kennenzulernen.

Ihre Figur Tomislav Kovacić ist als Dezernatsleiter eine wichtige Konstante im Team. Wie hat sich diese Rolle über die Jahre verändert?
Wichtig war und ist, immer die Autorität des Polizeichefs zu verkörpern, und sich für seine Kollegen einzusetzen, auch wenn diese sich manchmal am Rande der Legalität bewegen. Die Rolle hat darüber hinaus, (Gott sei Dank., auch mehr persönliche Aspekte bekommen, was sie interessanter macht. (Folge: „Split vergisst nie“)

Im neuen Fall „Mord am Jadro“ wird das Ermittlerteam durch eine neue Kollegin aufgemischt. Wie verändert das die Dynamik innerhalb der Mordkommission Split?
Am Anfang ist Kovacic noch sehr angetan von der Neuen. Nach und nach bemerkt er aber Ungereimtheiten, die die Polizeiarbeit stark behindern. Er ist wieder als Polizeichef gefordert, die Linie zu halten.

Der Film verbindet klassische Ermittlungsarbeit mit Undercover-Elementen und mafiösen Strukturen. Was unterscheidet diesen Fall von früheren Episoden?
Nicht so viel, da auch in den älteren Episoden, öfters verdeckt ermittelt wurde. Zudem ist Korruption und organisierte Kriminalität ein Hauptbestandteil der Serie, weshalb sie so besonders ist.

Der «Kroatien-Krimi» lebt auch stark von seinem Schauplatz. Welche Rolle spielt Split und die Region für die Atmosphäre der Reihe?
Natürlich eine sehr starke Rolle! Neben den touristischen Schauplätzen gibt es auch sehr charakteristische Gegenden, die den Reiz ausmachen.

Sie haben in Ihrer Karriere sowohl ernste Krimiformate als auch leichtere Stoffe und sogar Kabarett gemacht. Wie beeinflusst diese Vielseitigkeit Ihre Arbeit als Schauspieler?
Gar nicht!!! (lacht)

Sie haben Ihre Ausbildung an der Folkwang Hochschule absolviert und zunächst viel Theater gespielt. Was reizt Sie heute noch an der Bühne im Vergleich zur Kameraarbeit?
Man hat mehr Zeit für die Rollenarbeit und zum gemeinsamen proben. Vor allem der direkte Kontakt zum Publikum ist etwas ganz Besonderes!

Mit fast 170 Film- und Fernsehproduktionen haben Sie eine beeindruckende Vita. Gibt es Rollen oder Projekte, die für Sie besonders prägend waren?

Mein erstes Solo-Programm „Die goldene Ente“ war ein Schlüssel für meinen Werdegang. «Rote Erde II», die Rolle des Richard Brosch, hat mir die Liebe zum Film gebracht.

Sie waren in zahlreichen Krimi-Formaten wie «Tatort», «Polizeiruf» oder «Der Alte» zu sehen. Was macht für Sie einen guten Krimi heute aus?
Es geht immer um eine Wahrhaftigkeit in der Geschichte. Weshalb man gute Drehbücher braucht.

Neben Fernsehen und Kino haben Sie auch Kabarettprogramme entwickelt und auf Tour gespielt. Vermissen Sie diese direkte Reaktion des Publikums manchmal beim Drehen?
Ja, natürlich! Wenn es manchmal Reaktionen vom Team gibt, freut man sich umso mehr.

In vielen Ihrer Rollen verkörpern Sie Autoritätspersonen – vom Arzt bis zum Ermittler. Was reizt Sie an solchen Figuren besonders?
Der Bruch hinter der Autorität! Es geht immer um die Suche nach der ganzen Person, die man verkörpert.

Wenn Sie auf Ihre lange Karriere zurückblicken: Was hat sich in der deutschen Fernsehlandschaft aus Ihrer Sicht am stärksten verändert – und was ist gleich geblieben?
Zeit und Geld! Das hat sich stark verändert! Leider! Geblieben sind immer noch die Menschen vor und hinter der Kamera, die eigentlich leidenschaftlich Geschichten erzählen wollen.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

«Der Kroatien-Krimi» ist am Donnerstag, 7. Mai, um 20.15 Uhr zu sehen. Die Folge ist seit 4. Mai in der ARD Mediathek.

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