Stab
Darsteller: Linus Schütz, Aaron Friesz, Robert Stadlober, Inka Friedrich, Thomas Loibl, Henriette Richter-RöhlSchnitt: Florian Drechsler
Musik: Annette Focks
Kamera: Alexander Püringer
Drehbuch: Claudia Matschulla und Arnd Mayer
Regie: Dirk Kummer
Regisseur Dirk Kummer inszeniert das Ganze, als hätte man ihm gesagt, er solle bitte „etwas Leichtes mit Tiefgang“ machen – und er habe daraufhin beschlossen, einfach beides möglichst wörtlich zu nehmen. Heraus kommt eine Mischung aus Heimatfilm, romantischer Komödie und moralischer Parabel, die sich selbst erstaunlich ernst nimmt, während sie gleichzeitig jede Gelegenheit auslässt, tatsächlich interessant zu sein.
Im Zentrum steht Yascha, gespielt von Linus Schütz, ein Förster wider Willen, der so konstruiert wirkt, als sei er direkt aus einem Ratgeber für öffentlich-rechtliche Figurenentwicklung gefallen: leicht neurotisch, grundsätzlich sympathisch, emotional blockiert, aber natürlich mit einem Herzen aus – nun ja – Holz. Dass er im Laufe der Handlung lügt, stolpert und sich verliebt, ist weniger Entwicklung als Pflichtprogramm.
Sein Gegenüber Mats, dargestellt von Aaron Friesz, bleibt dagegen eine Projektionsfläche mit Kamera. Fotograf, attraktiv, naturverbunden – und leider so blass gezeichnet, dass man sich fragt, ob seine größte Charaktereigenschaft wirklich darin besteht, bei der Einführung seiner Figur einen Dackel namens Gustl zu suchen. Diese Dackel-Episode ist übrigens symptomatisch für das Drehbuch von Claudia Matschulla und Arnd Mayer: Alles ist ein bisschen niedlich, ein bisschen kompliziert, aber vor allem völlig vorhersehbar.
Der zentrale Konflikt – Yascha soll den Wald von Mats quasi unter falschen Voraussetzungen „abwickeln“ – hätte durchaus moralisches Gewicht. Doch der Film behandelt ihn wie eine leichte Verwechslungskomödie. Die Lügen, in die sich Yascha verstrickt, haben nie echte Konsequenzen; sie sind dramaturgische Platzhalter, damit die Handlung irgendwie in Bewegung bleibt. Wenn es dann zum unvermeidlichen emotionalen Showdown kommt, fühlt sich das weniger wie ein Höhepunkt an als wie ein Pflichttermin.
Besonders unerquicklich gerät dabei die Tonalität: Der Film will gleichzeitig ernsthaft über Naturschutz, Identität und Ehrlichkeit sprechen und dabei locker-leichte Unterhaltung bieten. Das Ergebnis ist ein permanentes Schwanken zwischen Bedeutungsschwere und Banalität. Wenn Yascha zwischen Ministerium, Wald und schwulem Liebesleben pendelt, entsteht nie das Gefühl, dass hier echte Entscheidungen getroffen werden müssen. Alles bleibt folgenlos – und damit letztlich egal.Und so sitzt man am Ende da und hat das Gefühl, etwas gesehen zu haben, das sich verzweifelt bemüht hat, niemandem weh zu tun. «Baumgeflüster» ist geschniegelt bis zur Bedeutungslosigkeit: Ein Film, der von Liebe erzählt, ohne jemals wirklich Leidenschaft zu entwickeln, der von Natur handelt, ohne je wirklich wild zu sein, und der Konflikte aufbaut, nur um sie möglichst sanft wieder einzuebnen. Man könnte sagen: viel Rauschen im Blätterwald – aber kein echtes Flüstern.
Der Film «Baumgeflüster» wird am Sonntag, den 29. März um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt.







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