Wirtschaft

Börsen-Aus droht: Gaumont muss Minderheitsaktionäre auszahlen

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Der französische Traditionskonzern Gaumont steht nach einem Streit mit Investoren vor einem möglichen Delisting.

Der traditionsreiche Filmkonzern Gaumont könnte schon bald von der Börse verschwinden. Hintergrund ist ein jahrelanger Konflikt mit Minderheitsaktionären, der nun durch eine Entscheidung der französischen Finanzaufsicht Autorité des marchés financiers endgültig eskaliert ist. Demnach ist die Mehrheitsfamilie Seydoux verpflichtet, ein öffentliches Übernahmeangebot für alle verbliebenen Anteile vorzulegen.

Auslöser des Streits war die sinkende Handelbarkeit der Aktie. Nachdem die Seydoux-Familie ihren Anteil auf rund 90 Prozent ausgebaut hatte, trocknete der Börsenhandel zunehmend aus. Laut Aufsicht wurden im Jahr 2024 nur noch rund 17.000 Aktien gehandelt – ein Niveau, das es Investoren faktisch unmöglich macht, ihre Anteile unter marktüblichen Bedingungen zu verkaufen. Die Behörde stellte daher fest, dass die Interessen der Minderheitsaktionäre nicht mehr ausreichend gewahrt seien.

Ein Einspruch gegen die Entscheidung blieb erfolglos: Auch das Berufungsgericht in Paris bestätigte das Urteil. Damit läuft für die Eigentümer nun eine Frist bis Mitte April, um ein konkretes Kaufangebot vorzulegen. Dieses muss von einem unabhängigen Gutachter bewertet und vollständig finanziert sein. Branchenbeobachter sehen die Familie dabei in einer schwierigen Lage: Ein zu niedriger Preis könnte den Wert des Unternehmens untergraben, ein zu hoher würde die Kosten erheblich steigern.

Wirtschaftlich steht Gaumont ohnehin unter Druck. Zwar blieb der Umsatz zuletzt stabil bei rund 150 Millionen Euro, doch die Verluste stiegen deutlich an. Gleichzeitig kämpft das Unternehmen mit strukturellen Veränderungen in der Branche – insbesondere nach dem Rückzug aus dem Kinogeschäft und einer schwächeren Nachfrage durch Streamingdienste.

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