Hintergrund

Das Jüngste Quoten-Gericht: Der Club der schlechten Quoten

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Jeden Montag blickt Quotenmeter auf die Quoten-Highlights und Marktanteil-Flops der zurückliegenden Woche. Diesmal blicken wir auf «Club der guten Laune» und das schwächste «Germany's Next Topmodel»-Finale aller Zeiten.

Eigentlich war Sat.1 dem Europa-League-Finale vor knapp zwei Wochen aus dem Weg gegangen und hatte auf eine Ausstrahlung der Reality-Sendung «Club der guten Laune» verzichtet, um nicht vollends baden gehen zu müssen. Dieser Plan ging aber gehörig schief, denn nach der Pause meldete sich der «Promis unter Palmen»-Nachfolger mit nur 3,6 Prozent in der Zielgruppe zurück. Damit hatte man ganz deutlich das Nachsehen gegen «Kampf der Realitystars» bei RTLZWEI, das auf grandiose 8,3 Prozent kam. Das Format zeigte sich auch gegen König Fußball resistent und fuhr trotz der erdrückenden Konkurrenz gute 7,0 Prozent ein – 2:0 für RTLZWEI. Für den «Club» bedeuteten die schlechten Quoten hingegen das Aus, denn am Montagvormittag kam die Nachricht, dass das Reality-TV-Format künftig nicht mehr um 20:15 Uhr gesendet wird, sondern erst zu späterer Stunde.

Klar vorne, lag auch in dieser Woche wieder der Live-Fußball, der mit dem Champions-League-Finale dem ZDF fantastische 41,4 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen bescherte. Am Samstagabend schalteten über acht Millionen Zuschauer ein. Ganz so viele waren es am Montagabend zwar nicht, doch Sat.1 wird sich dennoch über die 27,3 Prozent in der Zielgruppe beim Relegationsrückspiel zwischen Hamburg und Berlin gefreut haben. Passend zu den Finals im Fußball präsentierten manche Sender in der zurückliegenden Woche auch die Staffelfinals ihrer Leuchtturmprogramme. So endete am Donnerstag die 17. Staffel «Germany’s Next Topmodel» und fuhr starke 21,0 Prozent ein. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Sendung selten wie je zuvor in der Kritik steht und das Publikum dies ProSieben auch spüren ließ. Mit 1,93 Millionen Zuschauern sahen noch nie so wenige Heidi-Klum-Fans ein Staffelfinale der Model-Reality-Show, was auch zur Folge hatte, dass ProSieben in seiner PR-Kommunikation mal wieder auf die wenig aussagekräftige Netto-Reichweite zurückgriff, um sich zu rühmen. Schnell wurden daraus dann statt weniger als zwei Millionen Zuschauer fast 4,5 Millionen. Im Anschluss an «red.», das 13,9 Prozent einfuhr, kamen die Programmverantwortlichen um Daniel Rosemann auf die glorreiche Idee, die dreistündige Finalshow einfach erneut auszustrahlen. Mit 2,8 Prozent Marktanteil erhielt ProSieben die Quittung für so viel Einfallsreichtum. Die nächtliche Wiederholung dauert übrigens über eine halbe Stunde kürzer. Auch «red.» lief danach noch einmal und kam in der ersten halben Stunde nicht über 1,1 Prozent hinaus. Ab 3:00 Uhr standen dann 2,0 Prozent zu Buche.

Am Freitag endete nach über drei Monaten auch die 15. «Let’s Dance»-Staffel mit „Der großen Profi-Challenge“, die gewohnt nicht mit den Reichweiten der regulären Ausgaben mithalten kann. Dennoch verbesserte sich das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr von 3,08 auf 3,21 Millionen Gesamtzuseher. Die Zielgruppenquote blieb mit 17,0 Prozent einigermaßen konstant, im vergangenen Jahr lag sie bei 17,5 Prozent. Das Finale, das René Casselly gemeinsam mit Kathrin Menzinger für sich entscheiden konnte, holte bärenstarke 24,1 Prozent. Doch auch die RTL-Show musste eine knappe halbe Million Zuschauer im Vergleich zu 2021 abgeben, fast 900.000 gegenüber 2020.

Ein Blick auf die anderen Sender
Dass Fußball weiterhin ein Erfolgsgarant im deutschen Fernsehen ist, hatten wir an dieser Stelle in der vergangenen Woche bereits ausführlich beleuchtet. Einen Nachtrag muss an dieser Stelle aber sein, denn am Mittwoch strahlte der Spartensender Nitro das Finale der neugründeten UEFA Europa Conference League zwischen Rom und Rotterdam aus. Und auch für den kleinen Sender wurde das Spiel zu einem vollen Erfolg. Die beiden Halbzeiten, aus denen die AS Rom als Sieger hervorging, verbuchten für Nitro-Verhältnisse tolle Marktanteile in der Zielgruppe von 4,7 und 4,8 Prozent. Sicherlich ist dies nicht mit den Werten der Eintracht bei RTL zu vergleichen, dennoch bedeutet dies einen beachtlichen Wert für einen hierzulande wenig beachteten Wettbewerb.

Doch der Volkssport muss nicht immer von Erfolg gekrönt sein. Die RTL+-Doku «MSV – Mein Herz schlägt numa hier» nur einen Tag später war ab 22:15 Uhr ein spektakulärer Misserfolg. Der vierteilige erste Teil der Reihe über den Drittligisten, der ab Ende Juni bei RTL+ eine Fortsetzung erhält, lief im linearen Programm außerordentlich mies. Die vier am Stück gesendeten Folgen fuhren zu Beginn 0,4 und 0,3 Prozent in der umworbenen Gruppe ein, ab Mitternacht stieg der Wert auf 0,5 und 1,0 Prozent. In der Zielgruppe sahen die Folgen zwei bis vier lediglich 10.000 Menschen.

Wie lief es beim Öffentlich-Rechtlichen?
So gut es für das ZDF am Samstag durch das Spiel zwischen Liverpool und Madrid lief – auch «das aktuelle sportstudio» war bis weit nach Mitternacht noch bei 27,9 Prozent der 14- bis 49-Jährigen gefragt –, so bescheiden schnitt der Mainzer Sender am Donnerstag ab. «Wendehammer» verbesserte das Ergebnis in der jungen Zuschauerschaft zwar im Vergleich zu Ausgabe drei und vier ein wenig, blieb mit 3,9 und 4,2 Prozent aber weiterhin blass. Die Gesamtreichweite rutschte mit den finalen beiden Ausgaben auf jeweils unter die anderthalb Million. «heute journal» und «Markus Lanz» sorgten im Anschluss zwar für akzeptable 6,0 Prozent, was aber für beide Formate weit unterhalb der Norm anzusiedeln ist. «Das Literarische Quartett» ließ die Werte aber wieder krachend auf dem Boden aufkommen. Mit 2,8 Prozent markierte die von Thea Dorn moderierte Sendung den niedrigsten Wert seit August 2021, als ebenfalls 2,8 Prozent bei den Jüngeren zu Buche standen.

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