Hintergrund

Das Jüngste Quoten-Gericht: sixx-Eigenproduktionen im Check

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Immer montags blickt Quotenmeter auf die Quoten-Highlights und Marktanteil-Flops der zurückliegenden Woche. Diesmal geht der Blick ins vergangene sixx-Halbjahr, wo mehrere Eigenproduktionen starteten.

Anfang des Monats startete bei sixx die Eigenproduktion «Sex Crime Stories – Paula im True Crime Fieber» und komplettierte damit die im Sommer von Senderchefin Ellen Koch ausgerufene Programm-Offensive mit selbst produzierten Formaten. Etwas mehr als ein halbes Jahr später ist es höchste Zeit den ProSiebenSat.1-Sender genauer unter die Lupe zu nehmen und sich der Frage zu widmen: Lohnt sich der Aufwand?

Den Anfang machte im Juli die Montagabend-Sendung «Baff – Clever kontern», die von Melissa Khalaj moderiert wurde. Acht reguläre und eine Best-of-Folge produzierte man, doch wirklich großes Interesse rief das Format nicht hervor. Kein einziges Mal schalteten zur besten Sendezeit mehr als 100.000 Zuschauer ab drei Jahren ein, die Marktanteile in der Zielgruppe lagen teilweise bei unterirdischen 0,2 Prozent. Das „Schlagfertigkeits-Bootcamp“ lief trotz eines hervorragenden Sendeplatzes um 20:15 Uhr nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Ebenfalls noch im Juli stellte sich auch Raphael Dysli dem Publikum als «Der Pferdetrainer» vor. Das Format, das ein Ableger der erfolgreichen Sendung >>Der Welpentrainer>> ist, lief auf dem etwas weniger prominenten Sendeplatz am Sonntagnachmittag, dafür aber deutlich erfolgreicher. Schon die ersten beiden Folgen holten rund 200.000 Zuschauer, sodass in der Zielgruppe Marktanteil von bis zu 3,3 Prozent zustande kamen. Auch in den Wochen danach war die Pferdesendung sehr erfolgreich. Doch sie bewies auch, auf welch wackeligen Füßen der Erfolg bei sixx steht. Kurz vor dem Finale der Sendung brachen die Werte ein und landeten nur noch bei 0,7 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen. Nur 20.000 junge Menschen schalteten damals ein. Das Problem: Wiederholungen machten das Format zuletzt nicht zusätzlich rentabel. Im November holte zwar zunächst zwei Folgen am Freitagvorabend 0,7 und gute 1,4 Prozent, nach zwei weiteren Zweitverwertungen mit 0,3 und 0,5 Prozent zog man den Stecker. Grundsätzlich war «Der Pferdetrainer» aber ein Erfolg.

Einige Tage nach dem Staffelfinale von «Der Pferdetrainer» debütierte im September dann am Freitagabend die Doku-Soap «Cut it - Die VorHAIR NachHAIR Show», die sechsmal gesendet wurde. Der Freitagabend war zuletzt fest in der Hand von den Beauty-Docs, die mit der Sendung «Verpfuscht» teils grandiose Quoten einfuhren. Für «Cut it» lief es dagegen überschaubar gut. Anfangs kam man nicht über maue 1,1 Prozent hinaus, das Staffelfinale sorgte dann aber für ansehnliche 1,9 Prozent.

Zum kolossalen Flop mutierte im Oktober die Makeover-Show «Finding Beauty», die am Freitagabend auf «Cut it» folgte. In zwei von drei Fällen brachte man nur 80.000 Zuschauer ab drei Jahren zustande, die Marktanteile bei den Umworbenen bewegten sich zwischen 0,8 und 0,6 Prozent. Teilweise hatten die Wiederholungen am späten Montagabend mehr Zuschauer als die Erstausstrahlungen. Im neuen Jahr wechselte die Show gänzlich auf den Montagabend, doch der Erfolg blieb weiter überschaubar. Die letzte neue Ausgabe sahen am 23. Januar weniger als 50.000 Menschen, der Marktanteil belief sich auf katastrophale 0,3 Prozent.

Zuletzt debütierte wie erwähnt «Sex Crime Stories» am Montagabend. Nach einem soliden Start mit 200.000 Zuschauern und 1,2 Prozent sank das Ergebnis auf knapp 160.000 Zuschauer und enttäuschende 0,6 Prozent. Vergangene Woche bestätigte man die Reichweite, die Einschaltquote in der Zielgruppe stieg auf 1,1 Prozent. Ein durchschlagender Erfolg für das etablierte Sendergesicht Paula Lambert sieht definitiv anders aus.

sixx betrieb in den vergangenen Monaten einen großen Aufwand, doch der Erfolg in der Primetime blieb größtenteils aus. Die Eigenproduktionen zeigen, dass Erfolg mit sixx kaum planbar ist und die Verantwortlichen mit Wiederholungen größerer Programmmarken ähnlichen Erfolg haben können. Da bei ProSieben kürzlich «Germany’s Next Topmodel» startete, füllt Heidi Klums Modelsuche derzeit den Freitagabend. Die Redseven-Produktion wirft für ProSieben herausrragende Marktanteile ab, bei sixx generierte man zweimal Werte oberhalb des Senderschnitts. Samstags wiederholt sixx das Sat.1-Format «The sweet Taste», das mit 8,1 Prozent beim Bällchensender gut startete und bei sixx immerhin auf 0,9 Prozent kam. Das ist zwar kein guter Wert, aber es ist ein kostenloses Programm, das bessere Werte einfährt als so manche Eigenproduktion. Anfang des Monats setzte sixx übrigens auf «Das große Promibacken» und brachte es auf bis zu 1,8 Prozent – deutlich über dem Senderschnitt. Es ist fraglich, ob Ellen Koch auf den Screenforce Days im Sommer eine weitere Programmoffensive vorstellen wird.

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