US-Fernsehen

Trotz Qualität kaum hohe Quoten

Amerikanische Serien gibt es viele – aber nicht viele schaffen es, auf dem deutschem Markt Fuß zu fassen. Kaum eine US-Serie ist so bekannt, wie „Kommissar Rex“, „Der Bulle von Tölz“, „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ oder „Unser Charlie“. Nur eine Serie hat es bisher geschafft: „The X-Files“ alias „Akte X“. Die Quoten der ersten Staffeln waren auf der vier bis fünf Millionen Zuschauer Ebene, bis letztlich die Serie auf dem gewohnten Sendeplatz floppte (siehe http://www.quotenmeter.de/index.php?newsid=2131). In diesem Special wollen wir über die Zukunft und über die Vergangenheit der amerikanischen Serien sprechen, aber dabei die Gegenwart nicht vergessen.



US-Serien sind im Durchschnitt qualitativ hochwertiger, so viele Experten und einige Mitarbeiter von Quotenmeter.de. Doch gerade das hochwertige kommt meist nicht an, so hat die Serie „Alias“ rund 30 Prozent von der Pilotfolge bis hin zur vierten Folge verloren. Doch warum verlieren die meisten US-Serien nach dem Start oder so viele Zuschauer und können sich trotz der vielen Preise nicht lange halten. Die Erfolgsserie „Emergency Room“ konnte in der vergangenen Staffel rund 2,3 Millionen Zuschauer einfahren, wenn man sich das Gegenbeispiel aus den USA ansieht, ist das schon erschreckend: Rund 25 Millionen verfolgen Woche für Woche die Dramaserie. Würde man das durch die Größe von Deutschland teilen, müssten jede Woche acht Millionen Zuschauer zusehen. So ist es aber nicht. Ist den Deutschen das Ärztelexikon zu kompliziert ? Wohl kaum, sonst hätten wir auch nicht „Die Schwarzwaldklinik“ erfunden. Seltsam ist jedoch, dass andere deutsche Krankenhausserien wie „Alphateam“ hohe Millionen an sich reißen. Vielleicht spielt auch die Dramatik eine Rolle. In „ER“ sterben in jeder Episode einige Patienten, in deutschen Serien geht es meist gut aus.



Allerdings gibt es immer wieder Überraschungen bei der amerikanischen Ware. VOX konnte mit der ersten „CSI“-Staffel rund 4,5 Prozent in der Zielgruppe begeistern, in der zweiten Staffel waren es schon 7,1 Prozent. Allerdings basiert die Serie nicht nach dem „Cliffhanger“-Prinzip, das heißt, viele Folgen bzw. eine Staffel sind genauestens mit der Story abgestimmt. Bei „CSI“ geht jede Folge mit dem Auflösens des Täter aus, bei „Alias“ hat meist die Hauptdarstellerin, Jennifer Garner, ein großes Problem.



Was vielen noch ein wenig unbewusst ist, dass US-Sitcoms derzeit in der Prime Time für die Sender hohe Quoten einfahren. „Sex and the City“ sowie „Friends“ erreichen wöchentlich rund zwei bis zweieinhalb Millionen Zuschauer.



Doch warum gibt es dann nicht mehr US-Serien in der Prime Time. RTL-Sprecher Edgar Schnicke teilte uns mit, dass die Serien zwar auf bekannten Sendeplätzen ausgestrahlt wird, aber die Eigenproduktionen Vorrang haben. „Die US-Serien sind grundsätzlich erstklassiges Material, aber: Die Prime Time-Sendeplätze in der Woche sind bei RTL mit eigenproduzierten Serien und Movies besetzt“, so der RTL Sprecher. Weiterhin wurden wir darauf hingewiesen, dass man mit den Eigenproduktionen ein passendes Format für die Zuschauer basteln kann: „Eigenproduktionen vereinen gleich mehrere Vorteile: Die Stoffe und Inhalte können wir genau auf den Geschmack unserer Zuschauer ausrichten. Weil wir "an der Quelle sitzen", haben wir die Möglichkeit, diese Formate noch während der Produktion zu optimieren und verbessern. Da wir alle Rechte besitzen, gibt es keine Auflagen hinsichtlich der Programmierung oder Wiederverwertung. Nur mit Eigenproduktionen erhält ein Sender ein eigenes Profil. Kurz gesagt: Eigenproduktion sind maßgeschneidert.“



Nicht alle Sender reagieren so und bringen zur Prime Time nur deutsche Ware: ProSieben, VOX, RTL II und Kabel 1 zeigen schon lange mit Erfolg Serien, auch wenn die Quoten unter dem Senderdurchschnitt fallen. „Akte X“ lies ProSieben auf dem Sendeplatz, da die Serie jahrelang das Aushängerschild war. Britte Steidle von ProSieben teilte uns aber mit, dass das von Fall zu Fall individuell entschieden wird.



Auf dem Sendeplatz gefloppte Serien werden aber nicht aufgegeben, so das Motto des Spielfilmsenders. So gab man gegenüber Quotenmeter.de bekannt, dass die zweite Staffel von „Alias“ auf jeden Fall kommen wird. Mit Sicherheit kann der Zuschauer davon ausgehen, dass die Serie in der Prime Time ausgestrahlt wird.



Seit einigen Wochen sieht es auch aus, als wolle Kabel 1 seine Primetime von Serien reinigen. Doch was viele nicht merken, es gibt weiterhin neue Investitionen. So wurde nur „Diagnose: Mord“ auf 22.15 Uhr am Mittwoch verschoben, „Akte X“ auf freitags nach dem Spielfilm und in den nächsten Wochen startet die Kultserie „Twin Peaks“. Zudem strahlt Kabel 1 bald die neuen und alten Folgen von „The Practice“ aus. Ob dies in diesem Herbst schon geschieht oder irgendwann im nächsten Jahr, ist bisher noch unklar.



Obwohl die US-Serien weitläufig nur magere Quoten im Gegensatz zu deutschen Serien einfahren, gibt es bereits in der neuen TV-Saison neue und wiederkehrende Serien. VOX strahlt unter anderem „CSI: Miami“, „Gilmore Girls“ und „Fastlane“ aus. ProSieben zeigt die Serien „My Wife and Kids“, „Scrubs“ und „Without a Trace“. Von Sat.1 hört man nur, dass angeblich „JAG“ freitags um 20.15 Uhr laufen soll. (ried)

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