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Bürgerrat-Konzept: RBB testet neuen Diskussionsansatz in neuem Talkformat

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An jeder Sendung können sich aus dem Kreis des 100-köpfigen Bürgerrats jeweils zwölf Personen beteiligen. Die Diskussion kommt dann ohne klassische Moderation aus.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) baut sein Dialogangebot im Programm aus. In der neuen Sendung «Die 12 - rbb Bürgerrat» sprechen zwölf Bürgerinnen und Bürger aus der Region über ein aktuelles Thema, das polarisiert. Debattieren sollen keine Politikerinnen oder Prominente, sondern Menschen aus Berlin und Brandenburg mit unterschiedlichen Lebensrealitäten - Arbeitnehmerinnen, Studierende, Rentner, Eltern und Auszubildende. Ihre Sichtweisen und Erfahrungen prägen die Diskussion. Die erste Sendung wird am Dienstag, dem 21. April um 20.15 Uhr im rbb Fernsehen ausgestrahlt und ist im Anschluss in der ARD Mediathek verfügbar. In Zukunft gibt es «Die 12» regelmäßig im Programm zu sehen.

In einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren wurden aus mehr als 1.200 Bewerberinnen und Bewerbern schließlich 100 Teilnehmende ausgewählt, die den rbb Bürgerrat bilden. Die Bewerbungsphase für die Teilnahme am rbb Bürgerrat lief im Februar 2026. Mehr als 1.200 Menschen hatten sich beworben, ihre pseudonymisierten Daten bildeten die Grundlage für die Auswahl der 100 Teilnehmenden. Kriterien waren u. a. Alter, Geschlecht, Wohnort, Bildungsabschluss, Beruf, Beschäftigungsstatus, Familienhintergrund und politische Neigung. Die jüngste Teilnehmerin ist 17, der älteste Teilnehmer 81 Jahre alt.

An jeder Sendung können sich aus dem Kreis des 100-köpfigen Bürgerrats jeweils zwölf Personen beteiligen. Dadurch verändert sich die Zusammensetzung der Diskussionsrunde jedes Mal aufs Neue, was nach Intention der Verantwortlichen zur Vielfalt beitragen soll. Die Diskutanten bringen laut Senderangaben Interesse, Expertise oder einen besonderen Bezug zu bestimmten Themengebieten mit, diese reichen von Social-Media-Verbot über Videoüberwachung im öffentlichen Raum bis hin zum Böllerverbot an Silvester. Zum Auftakt am 21. April wird diskutiert, ob wir ein gesetzliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre brauchen.

Die Sendung kommt ohne klassische Moderation aus. Stattdessen wird die Debatte strukturiert begleitet: Projektleiter Justus Kliss (rbb) liefert Kontext und sorgt für einen fairen Umgang miteinander. Als "Lotse" achtet er darauf, dass alle Teilnehmenden zu Wort kommen und die vereinbarten Gesprächsregeln eingehalten werden. Die Inhalte und Argumente entstehen aus der Gruppe selbst - die Redaktion unterstützt lediglich mit dem Angebot einer Gesprächsstruktur.

Projektleiter und Ideengeber Justus Kliss (rbb): "Demokratie lebt vom Austausch und von verschiedenen Sichtweisen. Es werden Orte benötigt, an denen Menschen jeden Alters und Hintergrunds fair miteinander diskutieren können. Wir bringen Leute zusammen, die in ihrem Lebensalltag wahrscheinlich so nicht ins Gespräch kommen würden, und ermöglichen echten Dialog, konstruktiv und respektvoll." rbb-Programmdirektor Robert Skuppin sagt zum neuen Format: Es macht Entscheidungsprozesse sichtbar und trägt zu einer gemeinsamen Konfliktkultur bei. «Die 12 - rbb Bürgerrat» ist eine Plattform für gesellschaftliche Debatten und erfüllt damit den öffentlich-rechtlichen Auftrag im Kern."

Kurz-URL: qmde.de/170688
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