Die Reality-Show ist weder revolutionär noch besonders spannend. «First Dates Hotel» trifft RTL+ mit einem Hauch Trash auf der kroatischen Insel Hvar.
Mit «Der Heiratsmarkt» hat die junge Produktionsfirma cheerio entertainment, die zum ProSiebenSat.1-Konzern gehört, seine erste Reality-Show auf die Beine gestellt. Das Konzept allerdings hat man von Fox Entertainment dank eines Kooperationsmodells übernehmen dürfen und setzte dieses nun auf der kroatischen Insel Hvar um. Doch die schönen Bilder gibt es zum Beginn der neuen Show nicht zu sehen, denn man bekommt – wie bei vielen Sendungen – erst einmal ein dreiminütiges Show-Reel mit den dramatischten Bildern zu sehen.
Auf einer grünen Wiese, umzäunt mit Steinen, liegt der sogenannte Heiratsmarkt, in denen insgesamt zwölf Buden für die jeweils sechs männlich und sechs weiblichen Kandidaten aufgebaut werden. Die Familien machen sich ihre Stände zurecht, ehe die Familie und Freunde der männlichen Singles mit den Single-Frauen und ihrer Familie sprechen dürfen. Die Gespräche sind teilweise ehrlich, herzlich – aber auch knallhart. Dennoch versprüht die Szene nicht mehr Charme als ein Straßenfest eines Dorfes oder ein Mittelaltermarkt auf einer Burg. Mit nur sechs Ausstellern je Geschlecht ist das Angebot ebenfalls überschaubar.
In der zweiten Stunde der recht langweiligen Fernsehshow besuchen Natalie und Roman eine kleine Schokoladenfabrik. Der Kommentator versucht auch jede Aktion auszumalen: „Die beiden brauchen dabei mindestens genauso Fingerspitzengefühl wie fürs Dating“. Roaya und Panna – beobachtet von ihren Familien – toben sich im Garten mit Rückenmassagen aus. Unterdessen dürfen Juliette und Philipp mit Alex und Ali jeweils ein Schlauchboot aufpumpen und um eine Boje fahren. Weil das Pärchen gewinnt, bekommen alle ein Getränk spendiert. Für das Gewinner-Motiv wurden die Personen entsprechend hingesetzt. Juliette und Philipp stoßen im Vordergrund an, Juliettes Verwandtschaft sitzt zwischen den beiden im Hintergrund. So schön drapiert . Echtes Fernsehen eben.
Ob dafür dann wieder Annemarie Carpendale und ihr Heiratsmarkt gebraucht werden? Scheinbar nicht, nun dürfen die Teilnehmenden selbst ihren Favoriten auswählen. ProSieben stellte am Donnerstag ein extrem schwaches Format vor. Die Idee kommt von FOX Entertainment, das zum bekannten FOX Network gehört. Man könnte meinen, die Amerikaner haben das Format erst Mal verkauft, damit andere Sender auf die Nase fallen. Denn: «Der Heiratsmarkt» verfehlt mit dem Titel schon das Ziel, die Sendung ist größtenteils langweilig und konfliktfrei. Es gibt keinen Wettbewerb und auch keine spannenden Geschichten, wie es beispielsweise bei «First Dates Hotel» gezeigt wird. Es ist auch schon lächerlich, wenn Roaya in die Kamera weint, da sie immer an die falschen Männer gerät, aber Pana auch erst einen Tag kennt – in einer Fernsehshow. Wenigstens gibt es auf der Party einen kurzen Beef und eine Aussprache, die mit einem Cliffhanger endet.

• Der Heiratsmarkt • Love Island • Das Sommerhaus der Stars • First Dates Hotel
Manager Creative Productions (m/w/d)
Jungredakteur/Redakteur Casting (w/m/d)
Pflicht/-Orientierungspraktikant Redaktion (w/m/d)
Redakteur (w/m/d) oder Jungredakteur (w/m/d)
Jungredakteur/Redakteur (w/m/d)
Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel