Hintergrund

Das Jüngste Quoten-Gericht: Quotenkönig RTL

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Immer montags blickt Quotenmeter auf die Quoten-Highlights und Marktanteil-Flops der zurückliegenden Woche. Diesmal dreht sich alles um Bohlens Rückkehr zu «DSDS» und Köppens Premiere in Australien.

Sei es Freenet, Waipu.TV oder Roller – Dieter Bohlen war in den vergangenen Monaten ein gefragter Mann im Werbefernsehen, wenngleich sich der Möbeldiscounter inzwischen von dem Pop-Titan losgeeist hat. Bohlen die Treue dagegen hält weiterhin der größte Player des TV-Werbemarktes, denn RTL hat den „Pop-Titan“ nach einer strauchelnden Staffel der Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» zurückgeholt und sich dadurch auch Spott sowie Stirnrunzeln über die eigene Senderstrategie ins Haus geholt. Doch am Sonntagmorgen lösten sich wohl die meisten Sorgenfalten der Senderverantwortlichen in Luft auf, denn «DSDS» holte mit 20,8 Prozent Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe ein – für viele wohl auch überraschend – starkes Ergebnis. In Zeiten veränderter Fernsehnutzung und Streaming-Konkurrenz lassen die über eine Million 14- bis 49-jährigen Zuschauer zudem aufhorchen. Auch mit den gemessen 3,05 Millionen Gesamtzuschauern lief es schon jetzt besser als bei jeder Ausgabe ohne Bohlen im Vorjahr. Damals sahen die Premiere lediglich 2,65 Millionen.

Für Bohlen bedeutet dies eine triumphale Rückkehr, mit der er wohl selbst nicht gerechnet hatte. Im Interview mit dem ‚Stern‘ vor der Staffelpremiere hatte er auf „mindestens 15 Prozent“ gehofft, „alles über 20 Prozent“ freue ihn riesig, so Bohlen. Selbst im Vergleich zu seiner Abschiedsstaffel 2021 war es eine Steigerung: Die Staffelpremiere lief damals an einem Dienstag und kam in der Zielgruppe zwar auf 1,38 Millionen junge Zuschauer, doch der Marktanteil belief sich auf 16,0 – Stichwort: veränderte Sehgewohnheiten. Die erste Samstagsausgabe holte 2021 18,1 Prozent. Am Wochenende dürfte somit Champagner-Stimmung im Hause Bohlen geherrscht haben. Freilich gilt es für die UFA-Show&Factual-Produktion nun die Ergebnisse in den kommenden Wochen zu bestätigen, dass Sekt nicht gegen Selters getauscht werden muss und es dann doch nicht die finale Staffel der Castingshow wird, wie RTL es im vergangenen Jahr noch angekündigt hatte. Mittlerweile halten sich die Stimmen auch seitens der Produktion über ein endgültiges Ende jedenfalls bedeckter, was nach den tollen Auftaktwerten sicherlich so bleiben dürfte.

Doch nicht nur «Deutschland sucht den Superstar» war ein Auslöser für Jubelsprünge in Köln, auch «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» überzeugte in den ersten Tagen und katapultierte RTL auf sagenhafte Tagesergebnisse von 17,8 Prozent (Freitag) und 17,0 Prozent (Samstag). Die Reality-Show, die mit Hartwich-Ersatz Jan Köppen nach Australien zurückkehrte, holte an den ersten drei Abenden stets über 30 Prozent Marktanteil. Mit 1,80 Millionen 14- bis 49-jährigen Zuschauern übertraf man aus Quotensicht sogar den Südafrika-Auftakt, der 35,0 Prozent erzielte. Diesmal standen 37,3 Prozent zu Buche. Während man im Vorjahr schon am zweiten Abend unter die 30-Prozent-Marke fiel, holte «IBES» am Samstag 32,9 Prozent. Am Sonntag kam man mit 30,3 Prozent der Marke schon gefährlich nahe, doch sonntags tut sich das Dschungelcamp traditionell etwas schwerer, was sich auch an der 2020er-Staffel ablesen ließ. Damals war man mit 40,3 Prozent gestartet, verlor in zwei Tagen aber rund zehn Prozentpunkte. Am Montag, 13. Januar 2020, standen dann wieder über 38 Prozent zu Buche.

Spannend dürfte in diesem Jahr auf jeden Fall das Rennen um die vier Millionen Zuschauer werden. Diese Grenze übertraf man im vergangenen Jahr in neun von insgesamt 16 regulären Sendungen. In diesem Jahr schaffte es nur die Auftaktshow mehr als vier Millionen Zuschauer einzufahren. Dennoch dürfte RTL froh sein, nicht mehr auf eine Ersatzshow in Köln oder ein Ersatzcamp bei Dunkelheit in Südafrika zurückgreifen zu müssen.

Wie lief es im öffentlich-rechtlichen Fernsehen?
Womit wir noch einen Schwenk zurück zu «DSDS» wagen, denn am Samstag um 20:15 Uhr kam es zum direkten Duell zwischen Dieter Bohlen (aktueller Chefjuror) und Florian Silbereisen (ehemaliger Chef-Juror). Letzterer moderierte zur besten Sendezeit «Der große Schlagerabschied» zu Ehren des Königs von Mallorca Jürgen Drews, der seine aktive Schlager- und TV-Karriere damit beendete und in den Ruhestand wechselte. Der für seine RTL-Quoten viel gescholtene Silbereisen bewies aber, dass der «DSDS»-Misserfolg nicht zwangsläufig an ihm lag, denn die dreistündige Schlagershow holte formidable 11,2 Prozent Marktanteil in der jungen Zuseherschaft. Die Sendung verfolgten durchschnittlich 0,62 Millionen 14- bis 49-Jährige, was nach «DSDS» der beste Wert an diesem Abend war. Auf dem Gesamtmarkt reichte es mit 5,05 Millionen sogar zu 20,2 Prozent. Hier musste man sich nur dem Marktführer ZDF und seiner Krimiware «Ein starkes Team» geschlagen geben, die in 90 Minuten auf knapp sieben Millionen Zuschauer und 25,8 Prozent kam. Eine alte «Der Alte»-Ausgabe fiel ab 21:45 Uhr aber schon auf 4,33 Millionen und 16,9 Prozent zurück.

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