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Pandemie-Skate-Serie «Betty» war seiner Zeit voraus

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Das Skate-Drama feierte bei HBO Premiere, weil der Spielfilm «Skate Kitchen» hervorragend ankam. Doch das Thema Corona war vielen Zuschauern doch zu unangenehm.

Die Absolventin der New York School of Visual Arts, Crystal Moselle, hatte mit ihrem Spielfilm «Skate Kitchen» einen überragenden Erfolg. Das Drama, das von Moselle geschrieben und inszeniert wurde, handelte von einer Gruppe von jungen Menschen, die zusammen Skatebord in der Stadt fahren. Wie schon bei dem britischen Hit «Skins» ein Jahrzehnt zuvor, waren die meisten Darsteller keine ausgebildeten Schauspieler.

Doch das machte nichts, denn «Skate Kitchen» feierte vor drei Jahren beim Sundance Film Festival Premiere, ehe der Spielfilm ein halbes Jahr später debütierte. Der Film setzte rund 268.000 US-Dollar um, war also kein finanzieller Erfolg. Doch bei HBO fand man Gefallen an der Arbeit von Moselle, weshalb ein Serien-Spin-off namens «Betty» kreiert wurde. Große Teile des Ensembles sind auch in der Serie dabei, die aus zwei Mal sechs Episoden besteht.

Das Format dreht sich um die fünf Frauen, die in New York City unter Pandemie-Bedingungen im Jahr 2020 und 2021 versuchen, erwachsen zu werden. Janay (Dede Lovelace), Honeybear (Moonbear), Kirt (Nina Moran), Indigo (Ajani Russell) und Camille (Rachelle Vinberg) müssen damit leben, mit zu skaten und sich nur noch draußen zu treffen. Die jungen Frauen versuchen allerdings wieder eine Indoor-Halle zu finden, um ihrem Hobby nachzugehen. Während Generation Z-Anführerin Janay nach einer geeigneten Location sucht, muss sich Indigo mit anderen Dingen auseinandersetzen. Denn gesellschaftliche Aspekte spielen ebenso eine Rolle und Indigo versucht, ihrer Mutter beim Begleichen der Schulden zu helfen. Unterdessen möchte Camillie mehr Respekt für weibliche Skater gewinnen, in dem sie für eine Bekleidungsfirma dreht. Nur die ungestüme Kirt macht weiterhin, was sie will und entwickelt sich zum Guru ihrer männlichen Freunde.

«Betty» fängt das Leben während der weltweiten Corona-Pandemie ein. Die Stadt war im Frühjahr 2020 stark von der Lungenkrankheit gezeichnet, zahlreiche Menschen starben in der Millionenmetropole. Das Verzichten auf Sets macht die Serie so authentisch, meinen viele amerikanische Medien. Aber auch die Performance der jungen Frauen bei den Olympischen Sommerspiele 2020 zeigt, dass Film und Serie dem Zeitgeist entsprechen.

Das „New York Magazine“ lobte die Serie und die Sensibilität der Charaktere. „Das außergewöhnlichste an «Betty» ist die Art und Weise, wie der Zuschauer sich in New York hineinversetzt fühlt“, schrieb Jan Chaney. Robert Daniels von „RogerEbert.com“ lobte das brillante Drehbuch der Serie und meinte, diese sei ein „zutiefst aufrichtiges Drama über das Leben und das freie Skaten.“ Übrigens: «Betty» ist seit den 80er Jahren der umgangssprachliche Ausdruck junger Skaterinnen, die im Skatepark abhängen und Jungs zusehen.

«Betty» kann bei Sky und SkyTicket gestreamt werden.


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