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Herbe Klatsche: Sky verliert die Champions League

von   |  4 Kommentare

Jubel bei DAZN: Der Streaming-Dienst wird ab Sommer 2021 mehr deutsche Spiele als bisher zeigen. Der Dienst setzte sich in einer Bieterrunde gegen Platzhirsch Sky durch.

Fußballbeben in Deutschland: Sky, seit weit über 20 Jahren ohne Pause Übertragungspartner der UEFA in der Champions League, wird ab Sommer 2021 ohne die Königsklasse auskommen müssen. Nachdem schon am Dienstag bekannt wurde, dass sich Amazon das so genannte Paket A1 mit dem jeweils besten Spiel am Dienstag gesichert hat, setzte sich Streaming-Dienst DAZN in dieser Woche in einer dritten Bieterrunde gegen Sky durch. DAZN erwarb das Paket A2 mit dem besten Spiel am Mittwoch sowie das Paket B, das alle weiteren Spiele (in der Vorrunde unter anderem die zwei weiteren deutschen Partien) beinhaltet.

Während DAZN und Amazon also jubeln und ihr Ziel bei der Ausschreibung mehr als erfüllt haben, könnte die Stimmung bei Sky wohl schlechter kaum sein. Der Pay-TV-Anbieter hat also auf Sicht keinen Zugang mehr zur glanzvollen Champions League - und verliert somit das wertvollste Recht aus seinem Sportpaket. Der Sender könnte somit vor der in wenigen Monaten startenden Bundesliga-Rechteausschreibung nicht mehr unter Druck stehen. (Noch)-CEO Carsten Schmidt erklärte am Donnerstagvormittag: "Bis zum letzten Moment des Prozesses haben wir uns intensiv um die Verlängerung der Champions-League-Rechte über den Sommer 2021 hinaus bemüht. Wir haben eine ökonomisch klare und verantwortungsbewusste Sicht auf den Wert von Sportrechten. Auch im Sinne unserer Kunden waren wir aber nicht bereit, über den hohen Wert, den wir diesem Recht beimessen, hinaus zu gehen."

Aktuelle Sportrechte Sky Deutschland

  • Tennis: ATP (bis 2023), Wimbledon (bis 2022)
  • Fußball: Bundesliga (bis 2021), Champions League (bis 2021), DFB-Pokal (bis 2022), Premier League (bis 2022)
  • Handball (bis 2023)
  • Wrestling (Laufzeit unklar)
  • Golf: The Open, Ryder Cup, PGA (Laufzeit unklar)
  • Formel 1 (bis Ende 2020)
Für Sky, das inzwischen nicht mehr zu Murdochs News Corp/FOX-Konzern gehört, sondern zu Comcast, ist es die zweite bittere Sportrechtepleite binnen weniger Wochen. Auch in Großbritannien hatte sich die Firma um Rechte an der Champions League bemüht, musste aber dort dem Telekommunikationsriesen BT den Vortritt lassen.

Teil des neuen Champions-League-Deals in Deutschland ist auch, dass das ZDF wieder als direkter UEFA-Partner agiert. Der öffentlich-rechtliche Sender hat sich nicht nur Zugang zu den Highlights der Partien gesichert, sondern auch das als eigenes und nur für das Free-TV erwerbbares Paket mit dem Finalspiel. Mittwoch soll es in CL-Wochen künftig am späten Abend eine Königsklassen-Ausgabe des «aktuellen Sportstudios» geben.

Zurück zu Sky: Die Amtszeit des neuen CEO Devesh Raj (ab Januar) beginnt somit gleich mit größeren Problemen. Er wird die Frage beantworten müssen, ob der kolportierte rigide Sparkurs wirklich fortsetzbar ist oder ob dann immer weitere wichtige Sportrechte in Gefahr sind. Andererseits geht es auch um die Frage, ob es wirklich klappt, die Relevanz und Bedeutung von fiktionalen Inhalten, also eigenproduzierten Serien, zu erhöhen. Und es bleibt die Frage, wie Sky jetzt mit weiteren UEFA-Fußballrechten, etwa der Europa League, die man bis 2018 im Programm hatte, umgeht. Hier sind die Rechte für die Zeit ab 2021 noch nicht vergeben.

Bei DAZN könnte der Jubel derweil nicht größer sein. Der Streaming-Dienst wird durch die erworbenen Rechte ab Sommer 2021 für drei Spielzeiten seine "GoalZone" auch in der Königsklasse anbieten können.

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Es gibt 4 Kommentare zum Artikel
Scharfersenf
12.12.2019 10:09 Uhr 1
Das die UEFA die Champions League damit auf Raten in der öffentlichen Wahrnehmung abschafft dürfte dann klar sein.

Nur reine Streaming Partner als Ausrichter zu nehmen ist schon ein Witz, für den Fan als auch für die Sponsoren der einzelnen Vereine.
Wolfsgesicht
12.12.2019 10:35 Uhr 2
Puuuuh, damit kann wohl nicht mehr jeder die CL verfolgen. Wäre natürlich für Sky schön, wenn man wenigstens fürs satellitenfernsehen die Sachen sublizensieren könnte von dazn.



Wenigstens bedeutet dass das 99% wieder bei einem Sender laufen und lediglich ein Spiel an einem fixen Tag bei Amazon. Ist damit einfacher geworden.



Was kommt denn dann bei Sky ins Sport-Paket? Sonst hat man ja ab 2021 viele die mit einer sonderkündigung dieses Paket rausschmeißen wollen. Oder will man dann sagen „der Charakter des Sport-Pakets bleibt auch nur mit Golf und Tennis erhalten“. Ok, der Pokal wäre noch da. Trotzdem.
Bnob
12.12.2019 12:19 Uhr 3
Vielen Dank, geldgieriges Monster UEFA!!!!!

Die Rechnung begleicht natürlich der Fußball-Fan und die MA, die seit zwanzig Jahren im CL Geschäft sind.

Man sollte die Streaming-Dienste mit Boykott bestrafen.



Wo kein Klick, da keine Werbung!!!
kauai
12.12.2019 19:30 Uhr 4
Für mich wird das Ganze mit dieser Lösung vielleicht wieder interessant. Amazon Prime hab ich eh dauerhaft und wenn man dazu nur noch ein weiteres Abo braucht, dann komme ich ins Grübeln. Kommt am Ende auf den Preis an, der von den Anbietern aufgerufen wird!



Abgesehen davon schaffen es diese Anbieter im Gegensatz zu Sky Ticket sicherlich, dass man ein bezahltes Spiel auch in guter Qualität streamen kann.

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