Quotencheck

«Psych»

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Nachdem die Krimiserie nach schwacher Performance bei RTL zum kleineren Super RTL wechselte, erzielte die siebte «Psych»-Staffel beim Jugendsender fantastische Quoten.

«Psych»-Quoten bei RTL (14-49)

  • Staffel I: 19,8% (2007/2008)
  • Staffel II: 18,1% (2008/2009)
  • Staffel III: 15,9% (2010/2011)
  • Staffel IV: 14,2% (2011/2012)
  • Staffel V: 10,5% (2012/2013)
  • Staffel VI: 9,8% (5 Episoden im Sommer 2013)
Beim US-Kabelsender USA Network sorgte die Krimiserie «Psych» für einen gehörigen Aufschwung des Senders. Das Format um Shawn Spencer, einen jungen Mann mit erstaunlicher Beobachtungsgabe, sowie seinen Kollegen und Kumpel Burton Guster lief in den USA in acht Staffeln. Nach der Blütezeit des Kabelsenders, zu der auch «Psych» wesentlich beitrug, befindet sich das USA Network jedoch mittlerweile in einer kleinen Krise . Oft hält der Sender zu lange an bewährten Formaten fest, von denen die Zuschauer nach und nach abwandern. So auch bei «Psych»: Zwar erreichte «Psych» noch zur Serienpremiere für das USA Network fantastische 6,06 Millionen Zuschauer und auch die erste Staffel schnitt insgesamt mit knapp über vier Millionen Interessierten pro Folge ausgezeichnet ab, ein Abwärtstrend setzte sich jedoch nach dieser ersten Season kontinuierlich fort. Im März 2013 verabschiedeten sich „Gus“ und Spencer mit durchschnittlich 1,68 Millionen Zuschauern im Rahmen der achten Staffel. Damit stellte das Procedural zu dieser Zeit das Schlusslicht in Bezug auf alle USA Network-Dramen dar.

In Deutschland verlor RTL, das fünf Staffeln der Universal Productions-Serie, vollständig ausstrahlte, etwas schneller die Geduld. Bis Sommer 2013 hatte «Psych» einen festen Sendeplatz am RTL-Dienstag und unterhielt von dort ab 22.15 Uhr die Crime-Fans. Die erste Staffel lockte im Mittel sogar 19,8 Prozent der 14- bis 49-Jährigen an. Auch hier machten sich über die Zeit jedoch erhebliche Zuschauerrückgänge bemerkbar. Die 10,5 Prozent , die die fünfte Staffel durchschnittlich verbuchte, sind selbst für gegenwärtige Verhältnisse, nachdem RTL im Vergleich zu 2013 Quoteneinbußen hinnehmen musste, kaum tragbar. Neben «Psych»-Ausstrahlungen an Vormittagen gab RTL auch nach dieser äußerst durchwachsen laufenden fünften Staffel die Hoffnung vorerst nicht auf und verlegte Staffel sechs auf den Donnerstagabend. Nach nur fünf Episoden, von denen zwei in den einstelligen Quotenbereich bei den Umworbenen fielen, zog RTL schließlich die Reißleine. Lange blieb unklar, ob dies das Ende von «Psych» sein sollte, das Kölner Unternehmen überlegte sich jedoch einen Plan B: Im Sommer 2014 gab RTL bekannt, die Serie zu Super RTL zu verschieben, wo die sechste Staffel abgeschlossen werden sollte, um danach direkt im Anschluss die beiden verbleibenden Staffeln nachzuschicken.

Diese Entscheidung sollte sich als Glücksgriff herausstellen, denn beim Jugendsender drehten die Ermittler richtig auf. Am 6. Oktober entließ Super RTL erstmals die siebte «Psych»-Staffel ins deutsche Free-TV. Zwar musste sich die US-Serie auch bei Super RTL mit einem späten Programmplatz begnügen, die Erwartungen übertraf die Produktion jedoch allemal. An besagtem Montag erreichte die erste Folge von Staffel sieben ab 23.05 Uhr insgesamt 280.000 Personen, die großartige 3,1 Prozent des werberelevanten Publikums enthielten – sonst sind bei Super RTL 1,8 Prozent die Norm. Ab der Folgewoche setzte Super RTL sogar auf Doppelfolgen zwischen 22.10 Uhr und Mitternacht. So generierte der 13. Oktober die besten Werte der gesamten siebten Staffel bei Super RTL: Erst vermochte die frühere der beiden Episoden den Senderschnitt mit 3,7 Prozent des jungen Publikums mehr als zu verdoppeln, später blieben noch 3,5 Prozent dran. Die Gesamtzuschauerzahl gab im Laufe des Abends von 460.000 auf 330.000 Menschen ab. Erstgenannter Wert lag auch in Bezug auf die Staffelreichweiten ganz oben.

Deutliche Abgaben auf einem gesunden Niveau standen am 20. Oktober fest, an dem sich «Psych» im Laufe des Abends von 2,1 auf 2,6 Prozent des jungen Publikums steigerte. Die Drei-Prozent-Marke knackte das Format von Steve Franks am 27. Oktober wieder. Dort bewirkten 360.000 Interessierte zunächst 3,0 Prozent in Bezug auf die junge Altersgruppe, ab 23.05 Uhr standen noch 2,8 Prozent zu Buche, die auch die erste der beiden Folgen am 3. November verzeichnete. Um kurz nach 23 Uhr diesen Abends sorgte die insgesamt 104. Folge von «Psych» schließlich unter den Augen von 280.000 Zuschauern für 3,1 Prozent.

Der quotentechnisch schlechteste Abend, welcher immer noch über den üblichen Super RTL-Zahlen lag, ging in der Woche darauf vonstatten. Zwar lagen die Reichweiten mit 350.000 und 240.000 Personen nicht sehr weit entfernt von den restlichen Episoden, scheinbar bemühten jedoch allgemein mehr Personen an diesem Abend ihre Empfänger, um Formate wie «TV Total», «Extra»oder Filme wie «Die Bourne Verschwörung» zu sehen. Auf einem ähnlichen Niveau bewegte sich die drittletzte Folge am 17. November die 2,3 Prozent der Zielgruppe anzog, ehe sich die spätere Folge des Abends deutlich auf 3,5 Prozent verbesserte. Weniger herausragend lief der Staffelabschluss am 24. November, der als Einzelprogrammierung 310.000 Zuschauer entgegenflimmerte und damit 2,2 Prozent bei den Jüngeren erzielte.

Super RTL darf sich auf die Ausstrahlungen im Zuge der letzten «Psych»-Staffel freuen. Eventuell würde sich die Crime-Serie auch für einen attraktiveren Sendeplatz eignen, auf der anderen Seite fuhr Super RTL mit seiner bisherigen Strategie gut. Im Schnitt sahen 2,8 Prozent der 14- bis 49-jährigen Fernsehenden Season sieben der Serie um Darsteller wie James Roday oder Dulé Hill. Sowohl der Senderschnitt als auch die Erwartungen der Verantwortlichen wurden dadurch übertroffen. Beim Publikum ab Drei lag «Psych» hingegen mit durchschnittlichen 1,8 Prozent nur knapp über der Sendernorm. Im Mittel schalteten 340.000 Interessierte ein, wenn die beiden Ermittler wieder auf Verbrecherjagd gingen – 210.000 entstammen dabei der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen.

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