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Fernsehfriedhof

Der Fernsehfriedhof: Spin-Off für «Cobra 11»

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Quotenmeter.de erinnert an all die Fernsehformate, die längst im Schleier der Vergessenheit untergegangen sind. Folge 113: Der kurzlebige Ableger der erfolgreichen Actionserie.


Liebe Fernsehgemeinde, heute gedenken wir der ersten Frau bei der «Autobahnpolizei».

«Alarm für Cobra 11 – Einsatz für Team 2» wurde am 17. April 2003 bei RTL geboren und entstand zu einer Zeit, als der Sender mit dem Ende von «Der Clown» und dem dürftigen Abschneiden der «Motorrad-Cops» langsam die bisher unangefochtene Vormachtstellung im Bereich Actionserien zu verlieren schien. Was lag daher näher, als das Urgestein und den Auslöser des Action-Booms zu stärken? So erhielt der Klassiker «Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei» einen offiziellen Ableger.

Das Konzept blieb auch in der neuen Serie nahezu unverändert. Wieder ermittelten Polizisten der Autobahnpolizei auch jenseits der Schnellstraßen. Wieder flogen Autos, Menschen und Feuerschwarten durch die Luft. Und wieder bestanden die Drehbücher nur aus losen Verbindungsstücken zwischen den Actionszenen. Neu war lediglich die Besetzung der Polizisten, denn mit der Figur Susanna von Landitz saß erstmals eine Frau hinter dem Steuer eines Einsatzwagens. Deswegen musste sogar der Text im Vorspann geändert werden. Fortan hieß es nicht mehr „Einsatz rund um die Uhr für die Männer von Cobra 11“, sondern „Einsatz rund um die Uhr für das Team von Cobra 11“. An der Seite der studierten Kommissarin kämpfte der „draufgängerische Streetcop“ Frank Traber gegen die bekannten Autoschieber, Mörder und Erpresser. Klar, dass zwischen dem ungleichen Paar die Chemie anfangs überhaupt nicht stimmte und auch der unterschiedliche Bildungsstand ein beliebtes Thema war, das die Autoren immer wieder aufgriffen. Die Differenzen konnten jedoch schnell beiseite gelegt werden.

Die Hauptrollen übernahmen die noch recht unbekannten Schauspieler Julia Stinshoff und Hendrik Duryn. Die Männer aus dem Original (damals Semir und Tom) gaben dem neuen Team lediglich im Pilotfilm Schützenhilfe. In den restlichen Episoden tauchten sie nicht mehr auf, was damit erklärt wurde, dass sie sich bei einem Einsatz verletzt hätten. Die übrige Crew des Reviers inklusive der Chefin Engelhardt, Sekretärin Andrea Schäfer sowie den Polizisten Herzberger und Bonrath blieben unverändert. Selbst den Sendeplatz am Donnerstagabend erbte der Neustart vom Mutterformat.

Der aufwendige Pilotfilm, der mit dem World Stunt Award 2004 ausgezeichnet wurde, hatte zwar rund eine Million Zuschauer weniger als die damals jüngste Folge des Originals, war aber trotzdem ein voller Erfolg. Die weiteren vier Folgen kamen auf einen durchschnittlichen Marktanteil in der Zielgruppe von rund 26 Prozent. Es war daher schnell klar, dass «Team 2» auch eine zweite Staffel erhalten würde. Als diese im Oktober 2005 und damit erst zweieinhalb Jahre nach dem erfolgreichen Start auf Sendung ging, war der Action-Boom endgültig vorbei und der Sender hatte mittlerweile deutlich an Zuschauern verloren. Zwar stimmten die Reichweiten weiterhin, doch der Marktanteil bei den werberelevanten Zuschauern lag nur noch bei 18 Prozent. Am Ende war es RTL wohl zu teuer, zwei Serien dieser Art zu finanzieren, vor allem wenn die erzielten Werte nur durchschnittlich waren. Die zweite Staffel sollte die letzte bleiben.

«Alarm für Cobra 11 – Einsatz für Team 2» wurde am 08. Dezember 2005 beerdigt und erreichte ein Alter von elf Folgen. Die Serie hinterließ die Hauptdarstellerin Julia Stinshoff, die zeitgleich einen eindrucksvollen Flop mit ihrer Sitcom «Krista» hinlegte und später auch in den RTL-Event-Movies «Hai-Alarm auf Mallorca» und «Crazy Race» zu sehen war. Hendrik Duryn bekam mit der Serie «Der Lehrer» im Jahr 2009 eine weitere Hauptrolle in einer RTL-Serie.

Möge die Serie in Frieden ruhen!

Die nächste Ausgabe des Fernsehfriedhofs erscheint am kommenden Donnerstag und widmet sich dann dem Anfang und Ende von Barbara Schöneberger.

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