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Fernsehsender „live on Facebook“

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Dorthin gehen, wo die jungen Zuschauer sind: Livestreams via Facebook erfreuen sich bei den TV-Sendern zunehmender Beliebtheit.

Facebook: Soziales Netzwerk, Kommunikationsweg, Werbeplattform. Von Unternehmen wird es quasi erwartet, dass sie auf Facebook vertreten sind – angesichts der Fülle an offiziell betriebenen Facebook-Präsenzen ist es daher umso wichtiger, aufzufallen und den Dienst originell zu nutzen. Seit kurzer Zeit greifen immer mehr Fernsehsender auf die Möglichkeit zurück, via Livevideos mit ihren Followern zu interagieren – so führten Anfang November der Free-TV-Sender RTL II und der Pay-TV-Kanal ihre Kooperation bezüglich «The Walking Dead» fort und luden erstmalig zu einem Live Game ein.

Im Mittelpunkt standen die auch bei RTL II YOU vertretenen YouTuber Jarow und Kurono, die an zwei Aktionstagen je ab 16 Uhr in einem Rollenspiel gegeneinander angetreten sind: Sie ließen sich in die postapokalyptische «The Walking Dead»-Welt versetzen, wo sie von ihren Weggefährten getrennt wurden. Die Facebook-Fans hatten die Aufgabe, sie dank ihres zusätzlich erhaltenen Wissens in Echtzeit durch ihre missliche Lage zu geleiten.

Die von der Hamburger Kommunikationsagentur achtung! verwirklichte Kampagne (federführend: Social Media Director Katrin Kilianski und Creative Director Lars Joseph) bezeichnen die Sender trotz technischer Probleme an Tag zwei als Erfolg: Zwischendurch ist die Verbindung zwischen Drehteam und Übertragungsfeld zusammengebrochen, so dass das zweite Live Game letztlich um 24 Stunden nach hinten verschoben wurde. Dass die Community am Ersatztermin erneut mitwirkte, darf als Bestätigung verstanden werden, dass die Idee ankam und etwaigen Verschiebungsfrust überstanden hat.

Live Game und weitere Videos wie Teaser und Making-of zählen 2,6 Millionen Views. Insgesamt wurden 132.000 Interaktionen mit der originellen Live-Promoaktion gemessen, laut RTL-II-Angaben haben die User den Webhelden über 500 richtige Lösungen zugetragen. Karin Zipperling, Director Marketing & Creative Services bei Fox, fasst die Aktion zusammen: „Wir freuen uns, die Zusammenarbeit mit RTL II fortgesetzt zu haben. Die gemeinsame Aktion zeigt deutlich: Kooperationen über vermeintliche Grenzen hinweg, die innovativ sind und den Nerv der Zielgruppe treffen, haben echten Impact. Wer wagt, gewinnt.“

Und gewagt wurde viel: 4.000 Meter Kabel mussten verlegt werden, die als Beißer aufgemachten Statisten bekamen insgesamt 12 Liter Kunstblut aufs Effekt-Make-up gesprüht, alles in allem musste vor Ort eine 50-Personen-Crew mobilisiert werden, um die Live Games zum Laufen zu bringen. Christian Nienaber, Bereichsleiter Digital RTL II, gibt daher zu Protokoll: „Mit dem Facebook-Live-Game haben wir uns gemeinsam mit Fox auf bisher unbekanntes Terrain begeben. Unser Anspruch war es, den Fans der Serie etwas völlig Neues zu bieten und durch die interaktive Steuerung des Spiels für ein hohes User Involvement zu sorgen. Das Ergebnis ist eine tolle Bestätigung für das ganze Team, das viel Arbeit und Leidenschaft in das Projekt gesteckt hat.“

Am 20. November zeigte derweil Sport1 erstmals den gesamten «Doppelpass» auch via Facebook. Die Live-Einbindung der Sendung erreichte laut Senderangaben 500.000 User – der Free-TV-Sender wertet dies als wertvollen Schritt: „Dank Facebook Live haben wir am Sonntag ein wichtiges Ziel erreicht, neue und junge Zielgruppen für Deutschlands beliebtesten Fußballtalk anzusprechen“, sagt Ivo Hrstic, Director Digital der Sport1 GmbH.

Dass dieser Schritt am vergangenen Sonntag unternommen wurde, war übrigens kein Zufall: „Bewusst haben wir uns dabei für den Tag nach dem Spitzenspiel Dortmund – Bayern entschieden und werten jetzt die gewonnenen Erfahrungen aus, ehe wir die nächsten Schritte planen.“ Weiter sagt Hrstic: „Das Feedback der User war durchgehend positiv, vor allem weil sich eine starke Interaktion in der Kommentarfunktion entwickelt hat. Der Doppelpass live auf Facebook unterstreicht zudem unseren Anspruch als Deutschlands führende multimediale Sportmarke immer wieder Innovationen zu präsentieren.“

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