Quotencheck

«Musikantenstadl»

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Am Sonntag geht mit der letzten Moderation von Andy Borg eine Volksmusik-Epoche zu Ende. Wir blicken auf die Einschaltquoten der vergangenen Jahre.

Von einem freiwilligen Abschied von der Mattscheibe, wie zuletzt bei Stefan Raab, kann im Falle Andy Borgs keine Rede sein. Öffentlich wehrte sich der 54-jährige Moderator gegen die Entscheidung der ARD, ihn durch zwei jüngere Moderatoren zu ersetzen und den «Musikantenstadl» so für eine neue Zielgruppe attraktiv zu machen. „Jung und hip alleine, das ist kein Erfolgsrezept. […] Gerade ältere Menschen brauchen Sendungen, die für sie ein Stück Heimat sind. Das wird in unserer älter werdenden Gesellschaft zunehmend wichtig“, äußerte er sich erst kürzlich und gab damit zu verstehen, dass er sich auch kurz vor seinem letzten Auftritt als Hauptfigur der Sendung noch nicht mit der Entscheidung seiner Vorgesetzten versöhnt hat.

Tatsächlich entwickelte sich das abgelaufene Jahr zu einem besonders ereignisreichen für den «Musikantenstadl». Erst im März 2015 war Karl Moik gestorben, der von 1981 bis 2005 durch die Sendung geführt hatte – auch sein Abschied von dem Format war wenig freundschaftlicher Art gewesen.

Ab September werden Alexander Mazza und Francine Jord die Zuschauer der Schlagersendung begrüßen. Jord stammt als Sängerin selbst aus dem musikalischen Genre, Mazza dürfte dem Publikum in erster Linie als Gesicht von «ML Mona Lisa» bekannt sein.

Der folgende Quotencheck umfasst alle Ausgaben seit dem Jahr 2012, 15 an der Zahl. Am 3. März 2012 schalteten zur ersten Sendung des Jahres 5,00 Millionen und 15,9 Prozent der Fernsehenden ab drei Jahren ein. Bei den Jungen wurden 0,40 Millionen und 3,3 Prozent gemessen. Im Mai des Jahres sank das Interesse zunächst auf 4,46 Millionen und 14,7 Prozent insgesamt sowie 0,27 Millionen und 2,5 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Am 10. November gelang dann mit 5,11 Millionen aus dem Gesamtpublikum eine Zuschauerzahl, die später nicht mehr übertreffen werden sollte. Auch die 0,46 Millionen zwischen 14 und 49 Jahren wurden im Laufe von Borgs Moderation nicht mehr erreicht. Der Marktanteil belief sich an diesem Abend auf 16,6 bzw. 4,1 Prozent.

Im Jahr 2013 gelang der ersten von fünf Ausgaben mit 4,86 Millionen und 15,7 Prozent insgesamt ein guter Start. Bei den Jungen wurden schwächere 0,32 Millionen und 2,8 Prozent gemessen. Obgleich hinsichtlich der absoluten Zuschauerzahl mit 4,44 Millionen deutlich unter den Werten des Jahresauftakts liegend, wurden am 15. Juni ausgezeichnete 18,6 Prozent aus dem Gesamtpublikum angesprochen. Aus den Reihen der 14- bis 49-Jährigen sahen 0,33 Millionen und 4,0 Prozent die Show. Im August des Jahres wurden 3,99 Millionen und 16,4 Prozent aller Fernsehenden sowie 0,39 Millionen Junge gemessen, die einen für den «Musikantenstadl» sehr guten Marktanteil von 4,8 Prozent generierten.

Die Premiere 2014, die am 8. März in der Primetime gezeigt wurde, verfehlte mit 3,85 Millionen und 12,7 Prozent aller Fernsehenden die Erwartungen und brachte Borg eines der schlechtesten Ergebnisse seiner „Stadl“-Karriere ein. Bei den 14- bis 49-Jährigen durfte Das Erste 0,31 Millionen und 2,9 Prozent verbuchen. Nach einem kleinen Hoch im Mai, als 4,13 Millionen und 13,8 Prozent aus dem Gesamtpublikum sowie 0,34 Millionen und 4,3 Prozent der jüngeren Generationen zugesehen hatten, lockte die Schlagermusik am 16. August 2014 nur 3,78 Millionen ab drei Jahren vor die Fernsehgeräte, die aufgrund der generell zuschauerschwachen Sommermonate jedoch ordentlichen 14,5 Prozent entsprachen. Für die 14- bis 49-Jährigen wurden 0,37 Millionen und 4,3 Prozent ausgewiesen. Die bislang einzige Ausgabe, die 2015 ausgestrahlt wurde, kam am 28. März auf 3,76 Millionen und 12,7 Prozent insgesamt – Werte, die die bereits einige Monate zuvor getroffene Entscheidung der ARD-Verantwortlichen gegen eine Vertragsverlängerung mit Borg aus Sicht der Einschaltquoten eher bestätigten. Die Jungen verfolgten mit 0,28 Millionen und 2,7 Prozent den «Musikantenstadl».

Im untersuchten Zeitraum sahen durchschnittlich 4,32 Millionen und 15,1 Prozent des Gesamtpublikums die 15 Ausgaben des «Musikantenstadls». Aus den Reihen der Jungen zeigten 0,33 Millionen Interesse, die 3,2 Prozent ausmachten. Der Marktanteil des Ersten lag in letzterer Zuschauergruppe im vergangenen Monat bei 7,1 Prozent und wurde von dem Format damit deutlich verfehlt. Insgesamt wurden die 11,8 Prozent, die der Sender im Mai erzielte, deutlich übertroffen. Die kommenden Ausgaben müssen zeigen, ob die jüngeren Moderatoren tatsächlich für einen größeren Zuspruch unter den 14- bis 49-Jährigen sorgen können – der «Musikantenstadl» wäre nicht das erste Programm, das entsprechende Hoffnungen nicht bestätigen kann.

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