Interview

Zora Klipp: ‚Plötzlich stehen die Profis unter Druck‘

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Moderatorin Klipp spricht über das neue Duell-Format der «Küchenschlacht», nervöse Spitzenköche und emotionale Momente und erklärt, warum die Hobbyköche plötzlich im Vorteil sind.

«Die Küchenschlacht» hat im vergangenen Jahr den Schritt in die Primetime gewagt – was macht die XXL-Ausgabe im Vergleich zum Nachmittagsformat wirklich größer oder anders?
Anders ist auf jeden Fall, dass die Profis selbst am Herd stehen und sich beweisen müssen. Sie treten in direkten Duellen gegen Hobbyköche an. Außerdem kochen wir in zwei Spielrunden und nicht nur in einer wie im Nachmittagsformat.

Drei ambitionierte Hobbyköche treten gegen drei Spitzenköche an – ist das eher ein fairer Wettkampf oder ein bewusst inszenierter David-gegen-Goliath-Moment?
Die Hobbyköche, die antreten, bringen extrem starke Rezepte mit und haben – im Gegensatz zu den Profis – die Möglichkeit, sich gezielt vorzubereiten und ihre Gerichte zu üben. Das verschafft ihnen einen klaren Vorteil, sodass am Ende durchaus ein fairer Wettkampf entsteht.

Wie verändert sich die Atmosphäre am Herd, wenn plötzlich Primetime-Kameras laufen und alles eine Nummer größer gedacht wird?
Die Hände zittern auf jeden Fall – sowohl bei den Profis als auch bei den Hobbyköchen. Allein durch das größere Publikum im Studio entsteht eine ganz besondere, deutlich intensivere Atmosphäre.

Sie stehen selbst als Köchin und Moderatorin zwischen den Welten von Hobby und Haute Cuisine. Wo schlägt Ihr Herz mehr – beim Mut der Amateure oder bei der Perfektion der Profis?
Mein Herz schlägt tatsächlich immer ein bisschen mehr für die Hobbyköche, weil sie sich unglaublich viel Mühe geben, tolle Rezepte entwickeln und viel Vorbereitung in die Sendung stecken. Umso schöner wäre es natürlich, wenn es einem Team gelingt, die Profis zu schlagen.

Die ehemaligen Kandidatinnen und Kandidaten bringen bereits «Küchenschlacht»-Erfahrung mit. Spürt man bei ihnen eine neue Selbstverständlichkeit – oder ist der Druck jetzt sogar größer?
Es ist ein bisschen von beidem. Einerseits kennen sie das Studio, die Abläufe und teilweise auch die Profis. Andererseits ist der Druck deutlich höher, weil sie diesmal nicht gegen andere Hobbyköche antreten, sondern im Team gegen echte Profis kochen.

Spitzenköche sind es gewohnt, auf höchstem Niveau zu arbeiten. Was passiert, wenn sie unter Wettkampfbedingungen gegen leidenschaftliche Hobbyköche antreten? Wird da auch mal die Komfortzone verlassen?
Das müssen sie sogar – und genau das macht es so unterhaltsam. Plötzlich geht es um Zutaten oder Gerichte, die sie vielleicht lange nicht mehr gekocht haben, oder um Herausforderungen, die in sehr kurzer Zeit umgesetzt werden müssen. Da muss man das gewohnte Niveau manchmal kurz hinter sich lassen.

Wie wichtig ist in so einem Format neben Technik und Handwerk eigentlich Kreativität – kann ein mutiger Gedanke manchmal mehr zählen als perfekte Ausführung?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Wenn zum Beispiel ein Fleisch nicht perfekt gegart ist, das Gericht aber geschmacklich und in den Beilagen überzeugt, kann es trotzdem viele Punkte holen. Am Ende zählt immer das Gesamtbild aus Technik, Geschmack und Idee.


Sie moderieren nicht nur, sondern begleiten die Kandidaten sehr nah. Gab es in der XXL-Ausgabe Momente, die Sie persönlich besonders berührt oder überrascht haben?
In einer Sendung hat eine Hobbyköchin von beiden Juroren die Höchstpunktzahl bekommen und vor Freude angefangen zu weinen. Solche Momente sind natürlich sehr berührend.

Die Sendung läuft zur besten Sendezeit im ZDF. Spüren Sie dadurch eine andere Verantwortung – auch im Hinblick auf die Erwartung eines breiteren Publikums?
Auf jeden Fall. Es werden sicher auch viele Menschen einschalten, die die «Küchenschlacht» am Nachmittag bisher nicht kennen. Da möchte ich natürlich bestmöglich moderieren und das Publikum gut durch den Abend führen.

Kulinarische Shows sind längst mehr als reine Kochanleitungen – sie erzählen Geschichten. Welche Geschichten stehen diesmal im Mittelpunkt?
Im Mittelpunkt stehen vor allem die Menschen hinter den Gerichten: ihre Geschichten, ihre Motivation und ihre Leidenschaft fürs Kochen. Es geht darum zu zeigen, wie viel Persönlichkeit in einem Teller stecken kann – und wie unterschiedlich die Wege zum perfekten Gericht sind.

Wie gelingt es, die Spannung über einen ganzen Primetime-Abend zu halten, ohne dass das eigentliche Kochen in den Hintergrund rückt?
Wir spielen in zwei Runden, in denen jeweils viele Punkte vergeben werden. Dadurch bleibt es bis zum Schluss spannend, und gleichzeitig steht das Kochen durchgehend im Fokus, weil beide Teams permanent am Herd arbeiten.

Was nehmen Sie selbst aus solchen Duellen mit – inspirieren Sie die Gerichte der Kandidaten auch für Ihre eigene Küche?
Auf jeden Fall. Sowohl in der XXL-Ausgabe als auch im Nachmittagsformat entstehen immer wieder tolle Ideen und spannende Gerichte. Davon lasse ich mich sehr gerne inspirieren.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten: Welche kulinarische Herausforderung würden Sie in einer zukünftigen XXL-Ausgabe gerne einmal sehen?
Ich fände eine komplett süße Runde spannend – damit tun sich viele Profis erfahrungsgemäß etwas schwerer.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

«Die Küchenschlacht» ist werktags um 14.10 Uhr im ZDF zu sehen. Die XXL-Ausgabe kommt am Mittwoch, den 15. April 2026, um 20.15 Uhr.

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