Rund 10 Jahre nachdem «Smallville» beim US-Sender The CW zu Ende ging, ist der erste Superheld der Comicgeschichte mit seiner eigenen Serie zurück auf dem kleinen Bildschirm.
Während die Serie initial gar nicht erst versucht die «Smallville» Analogien zu verbergen, die ersten Szenen der Serie, die in Flashbacks die Ankunft des späteren Superhelden auf der Erde zeigen, können aufgrund ihrer Ähnlichkeit zur Pilotfolge «Smallvilles» durchaus als Fanservice par excellence bezeichnet werden, ebenso wie die an die Mutterserie angelehnte Kent Farm und die Kleinstadt Smallville, wird recht schnell klar, dass Superman & Lois einem völlig anderen Ansatz folgt. Die Geschichten und die Erzfeinde, die für den jungen Clark Kent noch in ferner Zukunft lagen, hat dieser Superman schon erlebt und besiegt. Während der eine im Verlauf der Serie aus Smallville fortging, kehrt der andere nun in seine Heimatstadt zurück.
Als ebenfalls heikel ist das Casting zu bewerten. Dass bei The CW schauspielerisch häufig geballtes Mittelmaß herrscht ist nichts Neues, die fehlende Chemie insbesondere zwischen den beiden Hauptdarstellern Tyler Hoechlin (Clark Kent) und Bitsie Tulloch (Lois Lane) aber auch dem restlichen Cast, hingegen schon. Ob Clark Kent nun seiner Frau Lois Lane oder seiner Jugendliebe Lana Lang (Emmanuelle Chriqui) gegenübersteht, scheint relativ unbedeutend, denn bei beiden will bisher nicht der Hauch eines Funkens überschlagen. Etwas besser funktioniert das bei den Jungdarstellern Jordan Elsass (Jonathan Kent) und Alexander Garfin (Jordan Kent), denen man die ungleichen Zwillingsbrüder durchaus abnimmt.
Ob dieses Budget über die gesamte Laufzeit von aktuell geplanten 15 Folgen der ersten Staffel gehalten werden kann, bleibt hingegen genauso fraglich, wie die inhaltliche Ausrichtung der Serie. Es ist davon auszugehen, dass bei dieser Lauflänge, die eher konsekutiv angelegte Serie, wieder von so einigen Füllepisoden unterbrochen wird und sich damit die in Folge zwei bereits angekündigten Pacing Probleme noch verschärfen dürften. Trotz der aufgezeigten Schwächen ist «Superman & Lois» aktuell die The CW Serie mit dem größten Potenzial, da sie sich bisher zumindest teilweise von der generischen CW-Formel emanzipieren und eine noch unverbrauchte Geschichte erzählen kann. 

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