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«The Taste»

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Die erste Staffel des neuen Koch-Castings bei Sat.1 überzeugte insgesamt mit guten Werten. Gegen Ende der sechs Ausgaben hatten die Zuschauer allerdings weniger Appetit auf «The Taste».

Bereits 2010 versuchte sich Sat.1 an einer Koch-Castingshow. «Deutschlands Meisterkoch» floppte allerdings im Spätsommer des Jahres grandios und erreichte zur besten Sendezeit freitags nur zwischen 6,9 und 7,9 Prozent der 14- bis 49-Jährigen, woraufhin der Unterföhringer Sender das Format schon nach drei Folgen einem Platz im Samstag-Vorabend zuwies. 2013 wollte Sat.1 es besser machen. Nach amerikanischem Vorbild produzierte der Bällchensender die nächste Koch-Castingshow, die einige bewährte Elemente enthielt. Wie bei «The Voice», das auf ProSieben und Sat.1 bisher hohe Beliebtheit genießt, überzeugt sich eine Experten-Jury von den Talenten eines Kandidaten, ohne ihn bei seinem Schaffen beobachten zu können. Im Folgenden stellen die Juroren, in diesem Fall die Profiköche Frank Rosin, Tim Mälzer, Alexander Herrmann und Lea Linster, ein Team aus Teilnehmern zusammen, die sie von ihren Künsten überzeugt haben. Diese kochen im weiteren Verlauf gegeneinander, wobei ein Gastjuror über das Schicksal der Teilnehmer entscheidet – der Sieger erhält 100.000 Euro.

Die Debütfolge von «The Taste» lief am 13. November fulminant: Die fast zweieinhalbstündige Episode verzeichnete bei einer Gesamtzuseherschaft von insgesamt 2,40 Millionen einen Marktanteil von 12,5 Prozent in der Zielgruppe der Personen zwischen 14 und 49. Dabei bewährte sich «The Taste» in seiner ersten Ausgabe gegen eine auch bei den jungen Menschen sehr beliebte Folge von «Aktenzeichen XY…ungelöst», die an diesem Tag mit 13,4 Prozent in dieser Altersgruppe aufwartete. Nur «Christopher Posch» auf RTL war neben «Aktenzeichen XY…ungelöst» in der Primetime erfolgreicher bei den Jungen.

In der Folgewoche gab die neue Koch-Castingshow allerdings deutlich ab. 10,4 Prozent beim umworbenen Publikum lagen dennoch noch deutlich über dem Sat.1-Mittelwert, der sich im aktuellen TV-Jahr auf 9,7 Prozent beläuft. Auch in Sachen Reichweite musste «The Taste» am 20. November Einbußen hinnehmen – noch 1,84 Millionen Menschen ab drei Jahren schalteten am Mittwochabend Sat.1 ein. RTL-Anwalt «Christopher Posch» zog in dieser Woche mit 15,6 Prozent gehörig an und auch ProSiebens «Kaufhaus-Cop» machte Sat.1 mit einem tollen Wert in der Zielgruppe einige Zuschauer abspenstig. Immerhin schwächelte ab 21.15 Uhr «Raus aus den Schulden», das auf den TV-Anwalt von RTL folgte.

Formate, die einen Sendeplatz in der Dienstags- oder Mittwochsprimetime innehaben, laufen häufig Gefahr, von den außerordentlich beliebten Champions-League-Übertragungen erdrückt zu werden. «The Taste» hielt sich trotz der Partie zwischen Bayer Leverkusen und Manchester United am 27. November jedoch konstant und generierte bei 1,90 Millionen Zusehern einen weiterhin ansehnlichen Wert von 10,3 Prozent bei den werberelevanten Zusehern. Am 4. Dezember stellte wieder König Fußball die größte Konkurrenz der Suche nach den Meisterköchen dar. Im Zuge des DFB-Pokals duellierten sich der FC Augsburg und der FC Bayern München, was «The Taste» allerdings nicht besonders beeindruckte. Stattdessen steigerte sich das neue Format im Vergleich zur Vorwoche auf 10,8 Prozent bei den jungen Zuschauern und auf ein Gesamtpublikum von 1,97 Millionen Menschen.

Die Resistenz gegenüber den Fußball-Übertragungen war am 11. Dezember jedoch passé. Das Entscheidungsspiel in Champions League-Gruppe F zwischen Borussia Dortmund und Olympique Marseille war eine derartig große Konkurrenz, das «The Taste» bei den Fernsehenden zwischen 14 und 49 Jahren erstmals in die Einstelligkeit abrutschte und nur 8,5 Prozent verbuchte.

Mit einem Publikum, das aus 1,74 Millionen Menschen bestand, erreichte Sat.1 auch in Sachen Zuschauerzahl den vorläufigen Tiefpunkt. Die ohnehin schon stets schwache Quote bei den Zuschauern ab drei Jahren, welche in vier der fünf bisher gesendeten Folgen immer nur knapp über sechs Prozent lag, sank an diesem Tag sogar auf 5,7 Prozent hinab, dabei liegt der Sat.1-Durchschnitt bei 8,4 Prozent. Knapp unter dem Sat.1-Mittelwert in der Zielgruppe lag das Staffelfinale von «The Taste», das 9,6 Prozent der 14- bis 49-Jährigen anzog. «Aktenzeichen XY…ungelöst» bestätigte die sehr guten Werte bei den jungen Zuschauern, welche die vorangegangene Ausgabe generierte, nicht, auch wenn 10,7 Prozent in dieser Altersgruppe einen tollen Wert für das ZDF darstellten. Auch «Die 25» erreichte ziemlich genau den Senderschnitt von RTL und war deswegen nicht übermäßig erfolgreich, sodass für Sat.1 am 18. Dezember mehr drin gewesen wäre.

In seiner ersten Staffel kommt das neue Koch-Casting-Format «The Taste» bei Sat.1 auf eine durchschnittliche Reichweite von 1,98 Millionen Fernsehende. Vom umworbenen Publikum waren im Mittel 1,20 Millionen Menschen mit von der Partie. Mit 6,7 Prozent lag der Gesamtmarktanteil deutlich unter den üblichen Werten von Sat.1 in diesem Bereich. Wesentlich bedeutsamer ist allerdings der Durchschnittswert bei den 14- bis 49-Jährigen, welcher sich auf 10,5 Prozent belief und damit recht deutlich über dem Normalwert in dieser Altersgruppe bei Sat.1 liegt. Die erste Staffel von «The Taste» kann beim Unterföhringer Sender also durchaus als Erfolg bezeichnet werden. Noch vor dem Finale, das eine Journalistin aus Hannover für sich entschied, gab eine Sprecherin von Sat.1 bereits bekannt: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir eine weitere Staffel von «The Taste» produzieren“. Trotzdem war bei den beiden vorerst letzten Ausgaben des Formats ein klarer Abwärtstrend nicht zu leugnen.

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