Sportcheck

WM-Sparkurs von ARD und ZDF, DFL bittet für DFB-Pokal zur Kasse

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Nicht mehr vor Ort, stattdessen aus Baden-Baden wollen die Öffentlich-Rechtlichen von der WM berichten. Die DFB-Pokal-Preise steigen, DAZN startet in Italien und Bundesliga und Boxen bringen tolle Quoten.

Baden-Baden hui, Russland pfui - oder anders rum?


Sporthighlights der kommenden Woche

  • Dienstag, 20.45 Uhr: Champions League, Real Madrid - FC Bayern München (ZDF/Sky)
  • ab Freitag, täglich ab 13.30 Uhr: Tennis, ATP-Turnier in München (BR)
  • Freitag, 18.30 Uhr: Basketball-Bundesliga, Playoff-Spiel 1 (Sport1)
  • Freitag, 20.15 Uhr: Eishockey-WM, Deutschland - Dänemark (Sport1)
  • Samstag & Sonntag, ab 13 Uhr: DTM-Saisonstart in Hockenheim
  • Samstag & Sonntag, ab 15 Uhr: DHB-Pokal im Handball, 2. Halbfinale & Finale (Das Erste)
  • Samstag, 15.30 Uhr: Fußball-Bundesliga, u.a. mit Eintracht Frankfurt - Hamburger SV (Sky)
  • Der Quotenmeter.de-Exotentipp: täglich, Snooker-WM in England (Eurosport)
In weniger als sechs Wochen startet die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 und damit - gemeinsam mit Olympia - das größte Sportevent dieses Jahres. 32 Mannschaften messen sich, um nach 64 Spielen einen neuen (oder doch alten?) Weltmeister zu küren. Mit zu den Favoriten zählt Deutschland, übrigens auch medienpolitisch. Der deutsche Medienmarkt ist für die FIFA enorm wichtig, viele Millionen an Übertragungsgebühren fließen in den Einnahmentopf. An anderer Stelle, das geben ARD und ZDF unverblümt zu, wird gespart. Erstmals wird man die Rahmenberichte, also Einstimmung sowie Analysen nach den Spielen, nicht vor Ort produzieren, sondern ein gemeinsames Studio des SWR in Baden-Baden nutzen.

Dass beide Sender dies so offen ankündigen, hat einen guten Grund. Sie machen sich die Entscheidung zu Nutze, um deutlich zu zeigen, wie groß der Wille der Sender zum Sparen ist - auch einige Seitenhiebe in Richtung FIFA und Russland verkniff man sich nicht. Räumliche Distanz zu wahren sei in diesem Fall eine gute Entscheidung, war vergangene Woche zu hören. Doch: Welchen Unterschied macht das Studio in Baden-Baden wirklich? Vermutlich keinen. Natürlich, es gibt die Verfechter der Pitch-View-Studios oder die Befürworter der Vorberichte direkt vom grünen Rasen. Direkt im Stadion vor Ort zu sein, das hat zweifelsohne etwas. Nur: Bei den Öffentlich-Rechtlichen waren das auch zuletzt bei Leibe nicht immer der Fall. Während die ARD 2014 immerhin noch bei den Topspielen des Tages mit ihrer kompletten Crew im Stadion auftauchte, hatte das ZDF schon bei diversen Turnieren einen festen Standort bevorzugt.

Das waren mal die Bregrenzer Seebühne oder das Berliner Sony Center, wo man den damals noch jungen Public-Viewing-Hype medial mitnahm. Ob Bregenz oder Baden-Baden, eigentlich dann unerheblich? 2016 etwa sendete das ZDF aus einem Studio im Pariser Broadcasting Center - manche unkten, dass jenes Set quasi überall auf der Welt hätte stehen können. Im Juni und Juli steht es nun halt nicht in Moskau, sondern in Baden-Württemberg. Who cares?

Dass auch eine kleine Vor-Ort-Truppe schlagkräftig arbeiten und für hohe Qualität stehen kann, bewies Sky 2010. Der Sender hatte damals Rechte an allen WM-Spielen und zwar mit einer Mini-Crew vor Ort in Südafrika. Zwei Moderatoren, zwei Kommentatoren, eine kleine Anzahl an Redakteuren und technischer Begleiter - das war’s. Sehr viel schlechter als die mit einer vielfach höheren Anzahl an Vertretern angereisten Öffentlich-Rechtlichen machte Sky seinen Job damals nicht. Gute Inhalte lassen sich eben unabhängig vom Ort produzieren - schlechte übrigens auch.

Zahlen, bitte!


Vor eineinhalb Wochen sind die Rechte für den DFB-Pokal ab Sommer 2019 über den Tisch gegangen. Wie berichtet, besitzen dann Das Erste (9 Spiele), Sport1 (neu, 4 Spiele) und Sky (alles im Pay) Live-Rechte. Nach Informationen von Sponsors zahlen die Medienpartner pro Saison dann 53 Millionen Euro, 13 Millionen mehr als bisher. Den größten Sprung machte dabei die ARD, die sechs Millionen mehr zahlt und sich den Pokal-Spaß nun 40 Millionen Euro kosten lässt. Sky hat ab Sommer 2019 vier exklusive Spiele weniger, zahlt angeblich rund acht Millionen Euro statt bisher sieben. Die vier Spiele, die Sky nicht mehr exklusiv wollte, sicherte sich Sport1 für angeblich rund vier Millionen Euro. Weitere rund 900.000 Euro sollen angeblich von Springer kommen, der Konzern erwarb digitale Highlight-Rechte.

Spielplan-Wirbel in Frankreich


Die Ligue1, die höchste Liga in Frankreich, bereitet dieser Tage ihre Ausschreibung der nationalen Medienrechte für die Spielzeiten 2020/2021 bis 2023/2024 vor. Nach Informationen des Branchenblattes TVSportsMarket und der L’Equipe müssen sich Fans in Frankreich auf massive Änderungen einstellen. So will die Liga wohl die Parallel-Spiele am Samstagabend aufgeben. Wo derzeit fünf bis sechs Spiele gleichzeitig laufen, ist für die Zukunft wohl nur noch eins geplant. Das ist die massivste Änderung seit etlichen Jahren. Entsprechend wird auch nicht mehr der Samstag der Hauptspiel-Tag der Liga sein, sondern der Sonntag. An diesem Tag soll es zudem ein 13-Uhr-Spiel geben, das man auf dem asiatischen Markt perfekt anbieten könnte.

In Frankreich ist die Liga bemüht massive Konkurrenz der Pay-Gruppen heraufzubeschwören. Zuletzt hatten sich die bisherigen Rechtebesitzer Canal+ und BeIn verbrüdert. Ziel der Ligue 1: Den Anbieter Altice, der jetzt schon unter den teuren Champions League-Rechten ätzt, zum mitbieten zu bewegen. Nach Medienberichten ist die Liga der Meinung, dass neue Anbieter wie Amazon oder Google (noch) kein Interesse an der Ligue 1 haben.

Amazon siegt im NFL-Kampf


Amazon hat sich für zwei weitere Jahre die Ausstrahlungsrechte von elf NFL-Spielen pro Saison in Amerika gesichert und sich bei der Ausschreibung unter anderem gegen YouTube und Twitter durchgesetzt. Allerdings zeigt man die Spiele nicht allein; sie laufen auch im Fernsehen und - neu - bei Twitch. Alle Spiele sind Donnerstagsspiele, die auch bei FOX und dem NFL Network laufen. Amazon will seine Übertragung durch nicht näher bezeichnete interaktive Features aufhübschen.

DAZN goes Pizza und Pasta


Lange ein Gerücht, jetzt bestätigt: DAZN wird demnächst auch in Italien starten. Der Streaming-Dienst hat grob einen Zeitraum genannt, die Rede ist von irgendwann zwischen Herbst 2018 und Anfang 2019. Vermutlich könnte der Start beschleunigt werden, würde DAZN Rechte an der Serie A bekommen. Die Ausschreibung hängt momentan aber fest. DAZN wurde leichtes Interesse an den OTT-Rechten der Liga nachgesagt und Rechtehändler Mediapro dürfte sich angesichts der saftigen Preise, die man selbst an die Liga zahlen muss, sicherlich über kauffreudige Abnehmer freuen.

Bundesliga zum Saisonende in Topform


Der Bundesliga-Endspurt verleitet immer mehr Fußball-Fans am Samstag zum Einschalten – einige schon nachmittags, andere erst abends. Über 1,28 Millionen Zuschauer seiner Bundesliga-Übertragungen freute sich am Samstag ab 15.30 Uhr Sky. Mit Partien aus dem Tabellenkeller wie zum Beispiel Hamburgs erfolgreichem Gastspiel in Wolfsburg oder einem Vorgeschmack auf das Pokalfinale zwischen dem FC Bayern und Eintracht Frankfurt, kam Sky zu tollen 11,5 Prozent um diese Uhrzeit. Sogar einen neuen Saison-Rekord stellten die Bundesliga-Zusammenfassungen der «Sportschau»  im Ersten auf, die später ab 18.30 Uhr im Schnitt satte 4,95 Millionen Personen anlockte. Mit 26,2 Prozent entstand die höchste Quote dieser Saison. Das gleiche galt in der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen, wo 1,28 Millionen Interessenten zu herausragenden 24,8 Prozent führten.

Abraham beflügelt Sport1-Boxen


Seit diesem Jahr versucht sich Sport1 am Samstagabend des Öfteren an Boxübertragungen und verzeichnet dabei passable Werte - obwohl die wirklich großen Namen bislang fehlten. Dies änderte sich am Samstag, als der Sportsender einen weiteren Kampfabend übertrug, diesmal aus Offenburg. Den Hauptkampf des Abends bestritt Artur Abraham, der im deutschen Fernsehen schon so manches Mal für hohe Sehbeteiligungen sorgte. Seinen Kampf gegen den Dänen Patrick Nielsen um den „International Title“ des Verbandes WBO verfolgten ab 22.51 Uhr am Samstag durchschnittlich 0,72 Millionen Menschen, was insgesamt zu für Sport1-Verhältnisse tolle 3,9 Prozent sorgte. Zum Live-Boxen, das sonst vor allem ältere Zuschauergruppen anzieht, waren außerdem 0,15 Millionen 14- bis 49-Jährige mit von der Partie, was in ebenfalls starken 2,3 Prozent resultierte. Ein Wirkungstreffer für Sport1!

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