Kino

Cinema Kurioso – Schaurig-schöne Filmtipps

von

Für Horrorfans, Freunde des verschrobenen Filmgenusses und all jene, die was wagen wollen: Quotenmeter.de präsentiert anlässlich des nahenden Halloweenfestes aktuelle Filme der außergewöhnlichen Art!

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Für den nachdenklichen Genrekenner: «Under the Skin»


Jonathan Glazer ist wahrlich kein Schnellfilmer: Innerhalb von 13 Jahren brachte er nur drei Filme in die Kinos. Was Glazer quantitativ fehlt, macht er dafür qualitativ wett. Schon die Thrillerkomödie «Sexy Beast» und das Mysterydrama «Birth» waren einzigartig, sein jüngstes Werk «Under the Skin» aber krönt sein bisheriges Schaffen. Der ebenso beklemmende wie geistreiche Thriller mit Scarlett Johansson in der großartigsten Rolle ihres Lebens nutzt seine ruhige, assoziative Erzählweise, um den Zuschauer stets in einem Gefühl der Anspannung verharren zu lassen. Gleichwohl lässt Glazer das Publikum (wortwörtlich wie sprichwörtlich) hautnah am Wandel einer fesselnden Figur teilhaben. Die namenlose Protagonistin ist eingangs distanziert, steht den Menschen ratlos gegenüber und verfolgt ihre (nur ansatzweise aufgezeigte) Aufgabe. Im Laufe der 107 Filmminuten nimmt sie schleichend neue charakterliche Züge an – und dank der tiefgreifenden Darbietung Johanssons sowie Glazers minutiöser Beobachtungsgabe sorgt diese Entwicklung für Erstaunen, Gänsehaut und auch für offene Fragen.

Mit seiner bewusst lückenhaften Narrative lässt «Under the Skin» umfangreich Raum für eigene Interpretationen. Dieses berührende und bedrückende Stück kunstvollen Genrekinos funktioniert als kühle, bittere Parabel über die Sexualisierung der Frau oder über die Ambivalenz der Einsamkeit. Auch lässt er – getreu dem Titel – über die Menschen hinter der schnell abgestempelten Oberfläche sinnieren. Mit seiner ikonografischen Darstellung von Sexualität, einem unvergesslich fiesen Score und lang nachhallenden Kompositionen lässt sich «Under the Skin» jedoch genauso gut für sich stehend genießen. Ein Meisterwerk, das seinesgleichen sucht!
«Under the Skin» ist aktuell auf DVD und Blu-ray sowie als VoD erhältlich sowie in einigen deutschen Kinos zu sehen.

Für Found-Footage-Fans: «Devil's Due – Teufelsbrut»
Schenkt man dem Kritikerkonsens Glauben, so ist dem Regieduo aus Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillet mit ihrem Found-Footage-Schocker «Devil’s Due» ein regelrechter Totalausfall gelungen. Doch kaum etwas ist für den Filmfreund schöner, als positiv überrascht zu werden. So ist auch dieser Film viel besser als dessen schlechter Ruf! Das Leben von Samantha (Allison Miller) und Zach (Zach Gilford) segelt von einem Höhenflug zum nächsten. Nach einer Traumhochzeit in Weiß und romantischen Flitterwochen erwarten die Frischvermählten ein Baby. Doch irgendetwas stimmt nicht. Die Idylle des jungen Paares wird jäh gestört, als die Schwangerschaft von Samantha alles andere als geplant verläuft. Zach installiert daher im ganzen Haus Kameras und hofft so, der unsichtbaren Gefahr auf die Schliche zu kommen. Doch das, was die Aufnahmen offenbaren, übersteigt seine schlimmsten Vorstellungen … Dem Zuschauer eröffnet sich daraufhin ist eine faszinierende Mischung aus einer modernen Variante des Gruselklassikers «Rosemary’s Baby» und diversen aktuellen Found-Footage-Horrorstreifen der Marke «Paranormal Activity». Das Regie-Duo, das die Horrorsammlung «V/H/S» mit der Geisterhaus-Episode «10/31/98» bestückte, schockiert damit ebenso sehr, wie es den Zuschauer um die Empathie mit den Protagonisten bittet. Es dauert nicht lange, und man ist selbst Bestandteil eines Albtraumes, dem sich insbesondere Eltern wohl nur schwer entziehen können.

Der lediglich sieben Millionen US-Dollar teure Genre-Beitrag gibt dabei wenig auf Effekthascherei und zieht seine Spannung bevorzugt aus der sich sukzessive entwickelnden Bedrohlichkeit der Prämisse. Wenn sich Samantha im Supermarkt nicht von der Rohfleisch-Theke loslösen kann, haben derartige Bilder keine bloße Schockwirkung, sondern erweisen sich im Anbetracht der eigentlich so harmonischen Familienumstände als umso dramatischer. Hinzu kommen die packenden Schauspielleistungen der Hauptakteure. Was der Film nicht gebraucht hätte, ist ein recht überkonstruiertes Finale, welches das schleichende Grauen zwar gut getrickst mit einem Knall beendet, insgesamt jedoch ein wenig bodenständiger hätte ausfallen können. So erweist sich «Devil’s Due – Teufelsbrut» als durch und durch sehenswerter Genrebeitrag, der frischen Wind in den Trend des Found-Footage-Kinos bringt.
«Devil's Due» ist bereits auf DVD und Blu-ray erhältlich.


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