Der SWR hat sein Demokratieforum auf dem Hambacher Schloss erneut angekündigt. Am 22. Juni diskutiert Michel Friedman unter dem Titel «Die verunsicherte Gesellschaft – Gewalt, Angst und der Ruf nach Ordnung» mit dem Thüringer Innenminister Georg Maier, der Journalistin Julia Ruhs sowie dem Konfliktforscher Andreas Zick. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Südwestdeutschen Medientage statt und wird am Sonntag, 28. Juni, um 9:45 Uhr im SWR Fernsehen ausgestrahlt. Bereits ab dem 25. Juni steht die Diskussion in der ARD Mediathek und bei ARD Sounds zur Verfügung. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt der erneuten Ankündigung. Die Veranstaltung war bereits vor den Schlagzeilen um Friedmans Ausladung bei einer Gedenkveranstaltung der Bayreuther Festspiele bekanntgegeben worden. Nun hebt der SWR das Forum noch einmal hervor. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum sich viele Menschen zunehmend verunsichert fühlen, obwohl etwa bei Migration und Kriminalität die Fallzahlen zuletzt zurückgingen. Gleichzeitig nimmt die Gewalt gegen Polizei, Rettungskräfte und andere Repräsentanten staatlicher Institutionen zu. Die Diskussion soll beleuchten, wie aus gesellschaftlicher Verunsicherung Misstrauen, aus Misstrauen Hass und schließlich Gewalt entstehen kann.
Die Debatte erhält zusätzliche Aktualität durch die jüngsten Ereignisse in Bayreuth. Dort war Friedman als Redner für eine Veranstaltung zum 150-jährigen Jubiläum der Festspiele vorgesehen, wurde jedoch mit Verweis auf Sicherheitsbedenken wieder ausgeladen. Bei einem Auftritt in Würzburg kritisierte Friedman lauf „Main-Post“ die Entscheidung scharf. Die Begründung bezeichnete er als Ausdruck von „Armseligkeit“ und warnte davor, vor extremistischen Drohungen zurückzuweichen. Ein solcher Rückzug sei „politischer Selbstmord“, erklärte der Publizist. Gemeinsam mit dem Astrophysiker Harald Lesch sprach Friedman in Würzburg über die Bedeutung demokratischer Debattenkultur. Dabei betonte er, die größte Gefahr für die Demokratie gehe nicht allein von ihren Gegnern aus, sondern auch von der Passivität ihrer Verteidiger. „Streit ist der Sauerstoff der Demokratie“, sagte Friedman und warb für eine aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an politischen Diskussionen. Festivalleiterin Katharina Wagner rief Friedman am Donnerstag an und teilte mit, man wolle die Veranstaltung nun doch wie ursprünglich geplant durchführen.
Passend dazu beschäftigt sich auch das SWR-Demokratieforum mit der Frage, wie Demokratien auf wachsende Unsicherheit reagieren sollten. Mit Andreas Zick, der seit Jahren zu Radikalisierung und Gewaltbereitschaft forscht, sowie Georg Maier, der als Innenminister eines Bundeslandes mit starken rechtsextremen Strukturen Verantwortung trägt, treffen wissenschaftliche und politische Perspektiven aufeinander. Ergänzt wird die Runde durch die Journalistin Julia Ruhs, die sich in ihren Reportagen immer wieder kontroversen gesellschaftlichen Themen widmet.







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