TV-Markt

Der TV-Markt 2021

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Die meisten Fernsehsender von ProSiebenSat.1 und RTL haben nicht nur an die Öffentlich-Rechtlichen verloren und dabei wurde die gesamte nicht eingeflossene Mediennutzung wie Streaming noch gar nicht ermittelt. Dann könnte sich das Drama noch verstärken.

Spricht man mit den Verantwortlichen der ProSiebenSat.1 Media SE geht es dem Unternehmen prima. Beispielsweise startete der Spin-off von «The Masked Singer», «The Masked Dancer», mit fabelhaften 4,99 Millionen Zuschauern. Bei den privaten Sendern wird derzeit viel schöngeredet, obwohl das Fernsehen sich in einer großen Krise befindet. Im Durchschnitt schalteten in Wirklichkeit nur 1,75 Millionen Zuschauer ein, bei ProSieben rechnet man sich die Zahlen positiv. Jeder, der ein paar Sekunden davon gesehen hat, also auch nur durch sein Programm zappte, wird inzwischen als Fernsehzuschauer eingesammelt.

Der Sender ProSieben hat bei den 14- bis 49-Jährigen in der Jahresbilanz von 9,1 auf 8,7 Prozent abgebaut, der ebenfalls von Daniel Rosemann geleitete Sender Sat.1 gab sogar 0,7 Prozent an die Konkurrenz ab. Schlichtweg verlor Sat.1 in den vergangenen drei Jahren so viel Boden, dass eigentlich schon Flops inzwischen wieder recht erfolgreich laufen. Die Fernsehstation aus Unterföhring kommt nun auf sieben Prozent. Die Fernsehsender von ProSiebenSat.1 haben bei den Umworbenen von 27,2 auf 25,5 Prozent abgebaut.

Doch wie groß ist der Verlust wirklich? Der Digitalisierungsbericht Video 2020 der Medienanstalten kommt noch zu einem weiteren Problem: Zwar stieg im ersten Pandemie-Jahr die allgemeine Mediennutzung, aber gerade einmal acht Minuten konnte das komplette lineare Fernsehen zulegen. Schlussendlich werden immer 100 Prozent vom Quotenkuchen verteilt, aber zahlreiche Unbekannte sind in dieser Gleichung. Wird der extreme Anstieg des Nutzungsverhaltens bleiben? Immerhin legten die nur zu schauenden Medien um 48 Minuten zu, Plattformen wie TikTok und Instagram fallen in diese Untersuchungen nicht hinein. Netflix und Co. verbesserten sich im Jahr 2020 dagegen von 34 auf 65 Minuten. Die Zahlen neuer Auswertungen werden mit Spannung erwartet.

Im linearen Fernsehbereich steht bei RTL ein langsamer, aber kontinuierlicher Umbau an. Allein bei RTL ging es von 11,4 auf 10,1 Prozent, RTLZWEI musste sich von 0,4 Prozentpunkten verabschieden und befindet sich bei 4,5 Prozent. VOX und Super RTL können ihre Ergebnisse halten, dennoch ging es von 30,4 auf 28,5 Prozent hinab. Die RTL-Chefs Matthias Dang und Stephan Schäfer bauen das Flaggschiff RTL und wollen den Sender zum Stadtgespräch machen. Neben großer Fiction sollen Nachrichten und Shows das Unterhaltungsprogramm prägen. Doch der im Sommer gestartete Kurs zeigt sich noch nicht erfolgreich, denn selbst beim Gesamtpublikum verliert der Sender 0,9 Prozentpunkte. Allerdings sind Nitro (1,8%, unverändert), VOX (4,9, +0,1%) und RTLup (2,0%, +0,2%) gut etabliert, sodass die Kölner Sendergruppe weiterhin mit 21,0 (-1,0%) deutlich vor ProSiebenSat.1 (16,2, -1,0%) aufgestellt ist.

Das Mitte des Jahres startende Unternehmen WarnerBros Discovery steht in Deutschland gut da. Eurosport wie auch Home & Garten TV legten bei den Umworbenen um 0,1 Punkte auf 0,3 Prozent zu. TLC kann sich inzwischen über 0,9 Prozent (+0,1%) freuen. Die ehemaligen Warner-Sender kommen zusammen auf 0,7 Prozent. Tele5 schrumpft um 0,1 Prozentpunkte auf 0,9 Prozent. Während das Wachstum von ZDFneo (1,9%) stehen bleibt, legte ZDFinfo (2,0, +0,3%) und das ZDF (7,6, +1,2%) zu.

Das Erste machte einen Sprung von 6,9 auf 8,1 Prozent, selbst die sonst so angestaubten Dritten wachsen um ein Zehntel auf 5,8 Prozent. Bei den Gesamtzuschauern wuchs Das Erste von 11,3 auf 12,1 Prozent, die Dritten blieben mit 13,7 Prozent stabil. Inzwischen befindet sich das ZDF bei 14,7 Prozent, ein Plus von 1,1 Prozentpunkten ist schon sehr stark. ZDFinfo verbessert sich von 1,5 auf 1,7 Prozent, ZDFneo muss Federn lassen. Mit 2,8 Prozent (-0,1%) steht man aber inzwischen vor RTLZWEI (2,5%). 50,9 Prozent verbuchten die Öffentlich-Rechtlichen im Jahr 2021, das ist ein Plus von 1,9 Prozentpunkten.

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