Joe Goldberg ist zurück, diesmal in Los Angeles. Und natürlich trifft er innerhalb kürzester Zeit die nächste große Liebe seines Lebens. Seine Vergangenheit holt ihn allerdings schneller ein, als ihm lieb sein kann, jedoch ist das wohl so …als Mörder.
In der Buchversion hat man nur Joe Goldbergs Gedanken – von Anfang an – und weiß deswegen in jeder Sekunde, wie er Situationen, Dinge oder Menschen beurteilt. Man weiß, wie er sich und die Welt sieht, weshalb die Autorin es uns nahezu unmöglich macht, ihn sympathisch zu finden. Schließlich sind wir Zeuge, wie er jede seiner Handlungen rechtfertigt und wie er stets eine Erklärung dafür findet, warum alles, was er tut, zwar auch in seinem, aber in erster Linie in Guinevere Becks – kurz Beck – Sinne ist. „Erschwerend“ kommt hinzu, dass er über sein Aussehen nur wenige Worte verliert – und wenn, dann logischerweise nicht direkt in Form einer Lobesarie auf sich selbst. Daher ist es nur schwer vorstellbar, dass der Mann, den sich die Buchkäuferinnen und Buchkäufer vorstellen, auch nur ansatzweise so aussieht, als könne er zumindest den Anschein erwecken, ein angenehmer Zeitgenosse zu sein. Die Konsequenz: Der Roman lebt primär davon, dass man maximal mutmaßen kann, was als Nächstes passiert, denn Joe, das lernt man recht schnell, ist eine Menge zuzutrauen.
Das mag im ersten Moment unspektakulär und nicht sonderlich erwähnenswert klingen, hat allerdings weitreichende Konsequenzen für die Beurteilung des Präsentierten. Und maßgeblich dafür verantwortlich ist – wie gesagt – das gelungene Casting. Den Hauptcharakter mit einem Darsteller zu besetzen, der über Jahre in einer Serie mitgewirkt hat, deren Zielgruppe auch «You – Du wirst mich lieben» ansprechen dürfte, war schlicht ein brillanter Schachzug seitens der Macher Greg Berlanti, seinerseits unter anderem prägender Kopf hinter dem „Arrowverse“, und Sera Gamble («Supernatural», «Aquarius», «The Magicians»). Immerhin gehörte Penn Badgley von der ersten bis zur letzten Folge zum „Main Cast“ von «Gossip Girl», einem Format, dessen Fanbase bekanntermaßen beträchtlich ist. Der Akteur verkörperte jedoch nicht einfach nur Dan Humphrey, er war so viel mehr als das – vor allem aber war er „Lonely Boy/Einsamer Junge“. Derjenige, der wieder und wieder das Richtige und Vernünftige tat oder tun wollte und oftmals dafür nicht unbedingt belohnt wurde – dessen Handeln rückblickend allerdings aufgrund bestimmter Ereignisse noch einmal neu bewertet werden muss. Heißt: Die von dem US-Amerikaner dargestellte Figur hatte aus diesem Grund die Mitfiebernden fast über den gesamten Ausstrahlungszeitraum von «GG» auf seiner Seite.

• You – Du wirst mich lieben • Supernatural • Aquarius • The Magicians • Gossip Girl • GG • Mittendrin und kein Entkommen • Richie Rich • Joker
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04.01.2020 13:17 Uhr 1
04.01.2020 14:23 Uhr 2