Joe Goldberg ist zurück, diesmal in Los Angeles. Und natürlich trifft er innerhalb kürzester Zeit die nächste große Liebe seines Lebens. Seine Vergangenheit holt ihn allerdings schneller ein, als ihm lieb sein kann, jedoch ist das wohl so …als Mörder.
Und deshalb ist es nur logisch, dass die Treuesten der Treuen sich sehr schwer damit tun, in ihrem einstigen Liebling plötzlich nicht mehr den positiv konnotierten Helden der Geschichte zu sehen – zumal sich alles um Joe dreht. An diesem Umstand lässt sich im Übrigen gut zeigen, wie sehr das Publikum es gewohnt ist, sich auf die Seite des Protagonisten zu schlagen, auf die Seite desjenigen also, der (normalerweise) im Recht ist und den es zu unterstützen gilt. Und Voiceover sind zudem ebenfalls in den Köpfen der meisten für Märchenprinzen oder „Nachwuchs-Aschenputtel“ reserviert, da dieses Gestaltungsmittel bevorzugt in romantischen Komödien oder in Telenovelas zum Einsatz kommt.
In beiden Fällen ist allerdings nachvollziehbar, warum die Rezipientinnen und Rezipienten wissen wollen, wie es mit dem leidenschaftlich gerne bedeutende Literaten Zitierenden weitergeht, obwohl das jeweilige Ende (ob in Worten oder bewegten Bildern festgehalten) ein sehr stimmiges offenes gewesen wäre. Doch Erfolg und Stillstand haben bekanntermaßen noch nie viel miteinander zu tun gehabt, weswegen es auch niemanden sonderlich verwundert haben dürfte, dass Autorin Kepnes bereits 2016 mit „Hidden Bodies – Du wirst mich finden“ nachlegte und damit gleichzeitig der vor wenigen Tagen angelaufenen zweiten Season den Weg ebnete. Und mittlerweile wurde darüber hinaus noch bestätigt, dass es definitiv einen dritten sowie einen vierten Band geben wird beziehungsweise hat die Schriftstellerin ihren dritten Ausflug in die Welt des etwas anderen Killers sogar schon beendet. Und wer um den Verlauf des zweiten weiß, könnte sicher aus dem Stehgreif viele Argumente dafür nennen, weshalb sich auch dieser lohnen könnte, jedoch bestimmt mindestens genauso viele, warum es immer komplizierter werden dürfte, das Grundkonzept weiterhin überzeugend mit Leben zu füllen, ohne sich einerseits zu weit vom Kern des Ganzen zu entfernen oder andererseits sich zu sehr zu wiederholen.
Diese Tatsache lässt sich in erster Linie auf Joes neue Rolle zurückführen: Aus dem „eigenwilligen“ Jäger ist ein Gejagter geworden. Daran, dass er in seinem Kopf pausenlos mehrere Szenarien durchspielt, ist man seit dem Piloten gewöhnt. Damals ging es jedoch vornehmlich um seine nächsten Schritte in Bezug auf Beck oder auf die (endgültige) Beseitigung der sich dabei für ihn ergebenden Probleme. Vielleicht auch ein wenig darum, nicht erwischt zu werden, der New Yorker vertraute in dieser Hinsicht aber im Grunde genommen sehr auf seine Fähigkeiten und seine – in seinen Augen – an sich lückenlosen Pläne. In L.A. sieht das Ganze hingegen etwas anders aus. Er ist etwa mit der Gegend nicht vertraut und kennt anfangs niemanden. Wer nun einwendet, dass Letzteres für einen Einzelgänger, wie „Will“ es immer schon war, nicht besonders wichtig ist, verkennt, dass er stets auch vertraute Gesichter – mehrheitlich, ohne dass sie es wissen – für seine Zwecke nutzt – beispielsweise, um sich ein Alibi zu verschaffen. In seiner neuen Heimat allerdings muss er quasi komplett bei null beginnen. Womit selbst der sich mit Vorliebe als vorausschauender Stratege Feiernde dagegen nicht gerechnet haben dürfte, ist, dass er – vermutlich erstmals überhaupt – mehrere Leute zeitgleich Teil seines Lebens werden lässt.

• You – Du wirst mich lieben • Supernatural • Aquarius • The Magicians • Gossip Girl • GG • Mittendrin und kein Entkommen • Richie Rich • Joker
Manager Creative Productions (m/w/d)
Jungredakteur/Redakteur Casting (w/m/d)
Pflicht/-Orientierungspraktikant Redaktion (w/m/d)
Redakteur (w/m/d) oder Jungredakteur (w/m/d)
Jungredakteur/Redakteur (w/m/d)
Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
04.01.2020 13:17 Uhr 1
04.01.2020 14:23 Uhr 2