«BITTE NICHT ANFASSEN!» ist ein ebenso neugieriger wie unterhaltsamer Museums-Podcast von Lukas Fleischmann und Ralph Würschinger, der seine Hörerinnen und Hörer an Orte führt, die man auf der klassischen Kulturlandkarte oft übersieht. Statt großer Nationalmuseen oder Blockbuster-Ausstellungen stehen kleine, schräge, spezialisierte Museen im Mittelpunkt – Orte, an denen Leidenschaft, Sammelwut und manchmal auch ein wenig Wahnsinn aufeinandertreffen. Genau dort beginnt die eigentliche Faszination dieses Formats.In jeder Folge widmen sich die beiden Hosts einem ungewöhnlichen Museum oder einem besonderen Exponat. Dabei geht es nicht nur um das Objekt selbst, sondern vor allem um die Geschichten dahinter: Wer hat dieses Museum gegründet? Warum? Und was sagt es über unsere Gesellschaft, unsere Geschichte oder unsere Obsessionen aus? So wird aus einer scheinbar kuriosen Idee schnell eine überraschend vielschichtige Erzählung. Der Podcast verbindet Reportage, Interview und persönliche Eindrücke zu einer Mischung, die gleichermaßen informiert wie unterhält.
Ein Beispiel ist die Episode über das Milbenkäsemuseum in Würchwitz in Sachsen-Anhalt. Dort wird eine fast vergessene Spezialität gepflegt: Käse, dessen Geschmack durch Milben entsteht, die auf ihm leben und ihn bearbeiten. Was zunächst nach Ekelgeschichte klingt, entpuppt sich als spannendes Stück regionaler Tradition, das beinahe in Vergessenheit geraten wäre. Die Hosts sprechen mit dem Initiator des Museums, beleuchten die historische Bedeutung und schaffen es gleichzeitig, den skurrilen Faktor nie ganz aus den Augen zu verlieren. Bildung trifft hier auf kulinarische Grenzerfahrung.
Ebenso überraschend ist die Reise ins Schweizer Dorf Jenins zum größten Mittelerde-Museum der Welt. Hier dreht sich alles um J.R.R. Tolkien und das Universum von «Der Herr der Ringe». Doch auch diese Folge bleibt nicht bei Fanliebe stehen. Stattdessen geht es um die Frage, was Menschen antreibt, Millionen in eine private Sammlung zu investieren, um eine fiktive Welt real erlebbar zu machen. Der Podcast zeigt, wie Popkultur zu Identität wird und wie aus Begeisterung ein Lebensprojekt entsteht.
Besonders nostalgisch wird es in der Episode über fast verlorene Sounds wie das berühmte ICQ-„Uh Oh“ oder den Nokia-Klingelton. Inspiriert vom digitalen „Museum of Endangered Sounds“ begeben sich die Hosts auf Spurensuche nach akustischen Erinnerungen, die einst unseren Alltag prägten. Dabei entsteht ein spannender Blick auf Digitalisierung, Technikgeschichte und kollektive Nostalgie. Geräusche, die man längst vergessen glaubte, werden plötzlich zu emotionalen Zeitmaschinen.
«BITTE NICHT ANFASSEN!» lebt von der Haltung seiner Macher: neugierig, offen, manchmal staunend, manchmal ironisch, aber stets respektvoll gegenüber den Menschen hinter den Projekten. Die Gespräche sind nahbar, die Atmosphäre freundlich, fast so, als begleite man zwei gute Bekannte auf einem Roadtrip zu den seltsamsten Museen des Landes. Trotz aller Weirdness bleibt der Podcast fundiert recherchiert und bietet echte inhaltliche Tiefe.
Mit inzwischen über 60 Folgen ist «BITTE NICHT ANFASSEN!» ein liebevoll kuratiertes Kuriositätenkabinett im Audioformat. Wer Museen nicht als staubige Pflichtveranstaltung, sondern als Schatzkammern menschlicher Leidenschaft begreift, wird hier fündig. Es ist ein Podcast für Neugierige, für Geschichtsinteressierte mit Humor und für alle, die sich gern überraschen lassen – denn manchmal liegen die spannendsten Geschichten genau dort, wo man sie am wenigsten erwartet.






Primetime-Check: Samstag, 7. März 2026
Neue «DSDS»-Staffel startet zu Ostern

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