Die Kritiker

«Unter anderen Umständen – Liebesrausch»

von

Im ZDF-Film «Unter anderen Umständen – Liebesrausch» geht es zunächst um einen tragischen Routinefall, welcher sich jedoch mit der Zeit als komplexes Familiendrama herausstellt.

Cast & Crew

  • Darsteller: Natalia Wörner, Ralph Herforth, Martin Brambach, Magnus Krepper u.a.
  • Schnitt: Jan Henrik Pusch
  • Musik: Jean-Paul Wall
  • Kamera: Moritz Anton
  • Buch: André Georgi
  • Regie: Judith Kennel
Die Ausgangslage: Der Film, bei dem Judith Kennel Regie führte, fängt mitten im Geschehen an und es ist zunächst Nacht. Die Polizeistreife, bestehend aus einer Frau und einem Mann, sieht einen Raser mit lauter Musik und fährt dem Auto nach. Als die beiden es anhalten, sehen sie ein Cabrio von hinten kommen. Als der Polizist es ebenfalls kontrollieren möchte, entzieht sich der Fahrer der Kontrolle, indem er zunächst rückwärts fährt, doch da steht ein anderes Auto und folglich fährt der Fahrer nach vorne, allerdings steht da noch der Polizist, welcher bei dem Zusammenstoß mit dem Auto sofort stirbt. Der Wagen fährt weiter, daher zielt die Polizistin mit ihrer Pistole auf das Hinterrad und schießt dieses ab, worauf der Wagen zwar ins Schlingern kommt, aber dennoch weiter fährt.

Der nächste Morgen: Hauptfigur Jana Winter (Natalie Wörner) tritt in Erscheinung. Sie hat zur routinebefragung rein zufällig ihren Sohnemann dabei und dieser findet ebenso rein zufällig bei einem Toiletten-Gang ein im Wald abgestelltes Auto - mit plattem Reifen, Blutspuren und Frauendeo-Duft - und mit dänischem Kennzeichen, welches allerdings gelb und somit gefälscht ist. Mit Hilfe von Suchhunden finden sie dann in einem alten Vereinsheim eine Männerleiche, wobei der Mann erschlagen wurde. Zudem sind dort eine verschreibungspflichtige Verpackung Antidepressiva, welche von einer bestimmten Apotheke in Kopenhagen kommt, Winterreifenspuren eines Transporters im Sommer und kurz darauf auch die Tatwaffe - ein Eisenrohr - anzufinden. Die Ermittlungsarbeit beginnt. Der einzige Hinweis auf die Identität des Toten führt Jana zu ihrem dänischen Kollegen Malte nach Kopenhagen.

Der Tote heißt Karsten Rogge, stammt aus Schleswig und ist mit der dänischen Reederin Pernille Rogge verheiratet. Pernille berichtet, dass ihr Mann manisch-depressiv war, sie musste ihn aus dem Beruf drängen - wodurch die Ehe in eine Krise geraten war. Den einzigen Kontakt, den Karsten noch in Schleswig hatte, war der zu seinen Studienfreunden Axel und Anna Gerstätter. War die Beifahrerin im Wagen Anna?

Währenddessen ergeben Hamms und Brauners Ermittlungen in Schleswig, dass Annas Mann Axel am Tatort war: Hat er Karsten aus Eifersucht erschlagen, weil sie eine Affäre mit seinem Freund Karsten hatte?

Und ganz am Ende werden dann auch endlich mal alle Fragen gelöst: Wieso wollte Karsten mit Caro zusammen sein? Was hatte das Bild von Anna in seinem Schreibtisch damit zu tun? War es vielleicht gar nicht Axel, sondern Jonas, welcher nicht gut auf seinen Vater zu sprechen ist und anscheinend auch in Caro verliebt ist? Wie lange ging die Affäre schon? Und wie hilft das Video von Leo Winter (Kian Schmidt), Janas Sohn, bei der Aufklärung des Ganzen? Wie ist das Ganze wirklich abgelaufen? Und wo war Jonas in den eineinhalb Stunden, welche Caro länger auf ihn warten musste, als er eigentlich nach Schleswig brauchen würde? Wer hat Karsten umgebracht? Und wieso behauptet Jonas, dass er seinen Vater erschlug? Durch die vielen Fragen, die sich dem Zuschauer im Laufe des Filmes immer wieder stellen wird das Schauen auch nicht so schnell langweilig.

Aus der Feder von André Georgi ist «Unter anderen Umständen – Liebesrausch» ein Krimi, der durchaus sehenswert ist. Zwar sind nicht wirklich Nebenhandlungen vorhanden, sondern es geht nur um diesen einen komplexen Hauptstrang, allerdings ist es dennoch spannend, da der Zuschauer nie mehr weiß, als das Ermittlerteam um Jana Winter. Zudem wird oft mit „Flashbacks“ gearbeitet, welche meist in dunklerem Licht dargestellt waren. Diese Rückblicke kamen zumeist bei den Polizeibefragungen vor, sodass die gesamte Befragung immer aus der Sicht des Befragten gesehen wurde und das dem Ganzen irgendwie mehr Menschlichkeit verlieh. Das Thema des Films hat mir ganz gut gefallen, wobei meiner Meinung nach zu viel in den Film rein sollte. Etwas weniger Geschehnisse rund um die beiden Morde und stattdessen mehr Nebenhandlung hätten dem Film sicherlich nicht geschadet. Zudem stört mich etwas das recht offene Ende, schließlich möchte man ja wissen, was mit den Tätern der beiden Mordfälle passiert. Besonders schön finde ich, dass am Ende eine Pointe eingebaut wurde und folglich alle Vermutungen, die sich im Laufe des Filmes aufgebaut wurden, über den Haufen geschmissen wurden. Dagegen gefällt mir gar nicht, dass die ersten Minuten extrem vollgestopft sind.

Am 04. Dezember 2017 läuft «Unter anderen Umständen - Liebesrausch» um 20.15 Uhr auf ZDF.

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