Wochenquotencheck

«The Middle»: Die vergessene ProSieben-Sitcom

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Während «TBBT», «HIMYM» und «TaaHM» das Programm der Unterföhringer nach wie vor geradezu überschwemmen, fristet die Familie Heck nach wie vor eher ein Nischendasein. Zurecht? Wir blicken auf die Quoten der Comedyserie am Vor- und Nachmittag.

Ausstrahlungsinfos «The Middle»

  • deutsche Erstausstrahlung im März 2012 auf ZDFneo (zweieinhalb Jahre nach US-Start)
  • erst seit 2016 ist die Serie bei ProSieben, erste Deutschlandpremiere des Senders: Staffel sechs im Oktober (im Vormittagsprogramm)
  • in den USA ist die Serie erst im Januar um eine neunte Staffel verlängert worden - ProSieben hat noch nicht einmal die achte gezeigt
  • insgesamt stehen schon jetzt 191 Folgen zur Verfügung.
Über ProSieben und dessen nicht gerade stiefmütterlicher Umgang mit seinen Sitcoms wurde in den vergangenen Jahren schon diverse Male berichtet. Ob Sheldon Cooper, Barney Stinson oder Charlie Harper bzw. Walden Schmidt: Diesen Charakteren zu entgehen, ist als einigermaßen regelmäßiger Zuschauer des Senders beinahe unmöglich - und auch «Mom», «Mike & Molly» oder «New Girl» sind, sicherlich auch etwas aus der Not heraus geboren, mittlerweile schon einige Male auch im Abendprogramm ausgestrahlt worden. «The Middle» hingegen war dies bislang noch nicht vergönnt, obwohl sicherlich genug Material hierfür vorhanden wäre (siehe Infobox). Sind die Quoten der Serie bislang zu schlecht?

Dazu sei zunächst einmal erwähnt, dass der Sender die Präsenz des Formats zuletzt doch ein wenig erhöht hat, immerhin darf es seit nun knapp drei Monaten auch unter der Woche am frühen Nachmittag täglich gleich mit zwei Folgen ins Rennen gehen. Und das tut es bislang mit durchwachsenem Erfolg: In den vergangenen Tagen etwa lief es am Dienstag und Donnerstag mit Werten zwischen 10,0 und 12,7 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe recht überzeugend, während sich die beiden Mittwochsausgaben mit nur 9,0 und 8,0 Prozent sehr schwer taten. In der Monatsmitte gab es sogar gleich acht Folgen, die mit 13,0 bis 15,9 Prozent überragende Werte erzielten - und auf der anderen Seite eben auch fast genauso viele, die nicht einmal die Zweistelligkeit knackten.

Und auch bei Betrachtung des etwas längerfristigen Quotentrends ergibt sich ein ähnliches Bild: Immer wieder gab es seit Anfang März kurze Perioden, in denen es richtig toll lief - und andere, in denen man noch nicht einmal mittelmäßigen Zahlen erzielte. In der werberelevanten Zielgruppe wohlgemerkt, denn beim Gesamtpublikum sehen in der Regel noch nicht einmal eine halbe Million Menschen zu, was im Durchschnitt gerade einmal rund vier Prozent Marktanteil entspricht. Da die Serie hier von «Two and a Half Men» und «The Big Bang Theory» flankiert wird, stellt sie damit in der Regel den kleinen Durchhänger zwischen den beiden Vorzeige-Sitcoms - wobei eben vor allem erstere mittlerweile doch deutlich in die Jahre gekommen ist.

Und dann zeigt ProSieben eben noch zwei Wiederholungen des Formats im Vormittagsprogramm, genauer gesagt gegen 10:15 Uhr. Hier lasen sich die Werte in den vergangenen Tagen ähnlich wie zu späterer Stunde, wobei es vor allem am Montag mit einer «TBBT»-Episode im Vorfeld angesichts toller 13,2 und 14,5 Prozent richtig stark lief, während es im Zusammenspiel mit «Men» an den restlichen Tagen das eine oder andere Problemchen gab - vor allem am Mittwoch angesichts von gerade einmal 8,9 sowie 8,5 Prozent. Sehr ähnlich schnitt zuletzt übrigens eine Solo-Folge von «Mike & Molly» im direkten Anschluss ab, während ausgerechnet das eigentlich doch längst etablierte «How I Met Your Mother» ab 11:30 Uhr dann mit gleich mehrfach fünf bis sieben Prozent der 14- bis 49-Jährigen deutlichere Schwächen offenbarte.

Alles in allem spricht momentan wenig dafür, dass «The Middle» das Zeug zu DER neuen Hit-Serie hätte, die in Manier der ganz großen Genre-Vertreter in der Lage wäre, das ProSieben-Abendprogramm über viele Jahre hinweg erfolgreich zu tragen. Da der Übergang in den Nachmittag allerdings gut gelungen ist und die Geschichten der Familie Heck sowohl hier als auch am Vormittag alles in allem ein ordentliches Interesse hervorrufen, erscheint eine Beförderung in die Hauptsendezeit für das US-Format zumindest alles andere als abwegig. Fortlaufende Dramaserien funktionieren hier bekanntlich schon seit längerer Zeit nicht mehr und auch im Sitcom-Bereich sieht die Marktsituation gewiss nicht rosig genug aus, dass sie ein Austesten unverbrauchterer Inhalte obsolet werden ließe. Es würde also nicht verwundern, sollte schon in Bälde auch hier ein erster Anlauf genommen werden - zumal man ja mindestens neun Staffeln zu zeigen hätte.

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