Eine steife Moderatorin, ein bemüht auf Neudeutsch getrimmter Show-Titel und lieblose Versteckte-Kamera-Streiche: So lassen sich die Zutaten des ProSieben-Neustarts kurz zusammenfassen.
Deutlich schwerer wiegt dann schon der Umstand, dass die gezeigten Streiche nahezu ausnahmslos verpuffen und sich kaum einmal eine wirkliche Dynamik entfaltet. So besteht eine Pointe darin, einen jungen Mann unter Hypnose zu setzen und ihn anschließend schlafend in ein Affengehege zu verfrachten, wo er schließlich aufwacht und... nunja, verdutzt guckt. Und damit hat sich die Sache dann auch. Eine junge Frau soll damit in Angst und Schrecken versetzt werden, dass ein Kleinwüchsiger in einen ausgestopften Teddybären steigt und sich sprechend auf sie zu bewegt. Hier generiert man zumindest einen kurzen Schrei-Moment, doch zu mehr reicht es dann eben auch nicht. Der Versuch, einen Fußballer zum Gespött seiner Mannschaftskameraden zu machen, indem man ihm einen kleinen Stromschlag ins Bein versetzt, scheitert gar komplett - denn der Sportler verspürt nicht mehr als ein dezentes Kribbeln.
Mit viel gutem Willen lassen sich hiervon eventuell noch die beiden "Promi-Pranks" abgrenzen, in denen Thore Schölermann und Lena Meyer-Landruf aufs Glatteis geführt werden sollen. Die «ESC»-Lena wird auf einem offenen Gewässer zunächst damit erschreckt, dass ein junger Mann wenige Meter von ihr entfernt vermeintlich ins Wasser fällt und zu ertrinken droht, was sie sichtlich erschreckt. Anschließend wird ein wenig an ihrem Boot gerüttelt, plötzlich tauchen Riesententakel unmittelbar neben ihrem Boot auf - und Lena durchschaut die Situation in Anbetracht ihrer Absurdität. So enttäuschend auch dieser Versuch letztlich endet, kann man den Machern hier immerhin noch zugute halten, dass sie nicht wie in den meisten anderen Fällen nach dem ersten kleinen Schreckmoment gleich die Situation auflösen. Aber ja, es braucht schon viel guten Willen, um so etwas zu loben.
Der zehnte und letzte "Prank" besteht dann übrigens daraus, dass den männlichen "Prank-Mastern" (ja, so nennt ProSieben sie wirklich) Sahne ins Gesicht geschleudert wird. Und daran lässt sich auch ganz gut ablesen, auf welchem humoristischen Niveau diese Produktion operiert. Amüsement kommt bei all dem derart selten auf, dass «Prankenstein» schlicht und einfach eine Vergeudung von drei Stunden Lebenszeit darstellt. Selbst «Verstehen Sie Spaß?» wirkt im direkten Vergleich noch immer wesentlich frischer und einfallsreicher - ganz ohne sinnloses Ranking oder einen auf Coolness getrimmten Anglizismus im Titel. Eins aber kann der Zuschauer dann doch mitnehmen: Wer total auf der Höhe der Zeit sein will, sollte das Wort "Bubbles" dringendst in seinen Sprachgebrauch übernehmen. "Luftblase" ist echt mal sowas von 2014. Einer dieser Bubbles ist am Samstagabend jedenfalls exploded - und dürfte nur im Falle überzeugender Einschaltquoten zu retten sein.
• ESC • Germany's Next Topmodel • Prankenstein • The Big Surprise • The Voice of Germany • Verstehen Sie Spaß?
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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
23.08.2015 02:38 Uhr 1
Versteckte Kamera kann durchaus lustig sein, aber als Moderatorin sollte dann schon eine richtige Entertainerin durch die Sendung führen und nicht eine Ziehtochter der Oberflächlichkeit in Person.