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«Hart aber fair»: Sexismus-Talk wandert in den Giftschrank

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Bitter: Eine «Hart aber fair»-Ausgabe zum Thema Geschlechtergleichberechtigung wird nach Sexismusvorwurf aus der ARD-Mediathek genommen.

Dass eine im März ausgestrahlte Folge der Talkshow «Hart aber fair» sogar noch im August Wellen schlägt, könnte unter gewissen Umständen ganz im Sinne der Redaktion sein. Doch dass der Talk nach mehreren Monaten nicht etwa politische Änderungen bewegt, sondern selber ins Visier gerät, dürfte weniger im Interesse der Verantwortlichen liegen. Denn eine Ausgabe der vom WDR verantworteten, wöchentlich im Ersten ausgestrahlten Diskussionssendung wandert nach einer Programmbeschwerde in den Giftschrank. Ausgesprochen wurde die Beschwerde von der Landesarbeitsgemeinschaft der Gleichstellungbeauftragten in NRW, die den Talk zum Thema „Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?“ als unseriös und sexistisch empfand.

So bemängelt der Deutsche Frauenrat die Auswahl der Gäste, aufgrund der „eine faire Diskussion über Geschlechterforschung“ nicht möglich gewesen sei. Im Studio standen unter anderem Schauspielerin Sophia Thomalla, FDP-Poltiker Wolfgang Kubicki sowie die in Fachkreisen scharf kritisierte Buchautorin Birgit Kelle («Gender gaga»). Fachexperten waren nicht zugegen. Auch Moderator Plasberg wird mit Kritik bedacht: „Bereits in der Anmoderation verließ Herr Plasberg den Standpunkt des neutralen Moderators, indem er 190 Genderprofessuren als 'Alltagswahnsinn' bezeichnete“, so der Frauenrat, in dessen Augen Plasberg kein Interesse an einer wissenschaftlich fundierten Debatte zeigte. Stattdessen hätte er bewusst polarisierende Beispiele der Genderdebatte gewählt: „Ampelmännchen, Unisextoiletten und brünftige Hirsche werden herausgestellt, um das gesamte Themenspektrum um Geschlechterforschung und Gleichstellungspolitik gezielt lächerlich zu machen.“

Zwar wies der WDR die Beschwerde offiziell zurück, aber auch Taten sprechen Worte: Nach einer Empfehlung des Rundfunkrats wurde die kritisierte Ausgabe aus der Mediathek gelöscht, darüber hinaus wird eine Wiederholung im linearen Fernsehen fortan ausgeschlossen. Der WDR-Programmausschuss kommentiert gegenüber der 'BILD': „Es ist mit einem gesellschaftlichen Thema in einer unseriösen Weise umgegangen worden - nicht zuletzt durch den Moderator. Die Sendung war von Frauenverbänden und Gleichstellungsbeauftragten als unseriös empfunden worden und hatte zu Programmbeschwerden und zahlreichen Protestbriefen geführt. Die Redaktion musste zur Kenntnis nehmen, dass viele Frauen die Sendung offenbar anders empfunden haben, als sie gemeint war.“

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