US-Fernsehen

«Game of Thrones»' Weg auf den Serienthron

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Staffel für Staffel übertrifft das Serien-Epos seine eigenen Rekorde, fast immer springt mittlerweile der erste Platz in den Ratings heraus. Die neusten Zahlen und das Erfolgsgeheimnis.

Am 9. Juni 2013 endete Staffel drei einer der heißesten fiktiven Serien dieser Zeit. Die Rede ist von «Game of Thrones». Die HBO-Serie, geliebt von Kritikern und Fans gleichermaßen, schwang sich in seiner dritten Staffel auf neue Quotenhöhen, womit der stetige Aufwärtstrend seit Staffel eins anhält und ein Ende nicht in Sicht ist. «Game of Thrones» setzte neue Maßstäbe mit seiner fast exzessiven Darstellung von Gewalt und Nacktheit, was in den prüden Staaten bekanntlich besonders kritisch beäugt wird und woran sich der gemeine US-Amerikaner erst einmal gewöhnen musste. Besonders Frauen würde man zutrauen die Serie zu verschmähen. Entgegen dieser Erwartung überrascht die Tatsache, dass 42 Prozent der Serien-Zuschauer weiblich sind. Folge: Am 17. April 2011 kam das Seriendebüt bereits auf ein Rating von 0,9 bei den 18- bis 49-Jährigen, mit einer Zuseherschaft von 2,22 Millionen.

Fast mickrig wirken diese Zahlen, wenn man den Staffelstart des dritten Durchlaufs des Epos betrachtet, gleichzeitig Serienrekord für «Game of Thrones» bis dahin. Am 31. März 2013 verbuchte «Game of Thrones» mit der Premiere von Season drei ein Rating von 2,4, als 4,36 Millionen Menschen zuschauten, ein Riesensprung für das Spektakel in und um das mythische Land Westeros. Die erste Folge war gleichzeitig die letzte Folge, die in Staffel drei nicht die Nummer eins-Position am Sonntag-Abend besetzte, jedoch nur wegen dem außerirdischen Rating des Staffelfinals von «The Walking Dead» (6,4!). Die Episoden zwei und drei generierten Ratings von 2,3 und 2,4, ehe Folge vier den nächsten Serienrekord der Show aufstellte, die in Marokko, Island, Nordirland, Schottland und Malta gedreht wurde. "And now his Watch ended" kam nämlich auf ein Rating von 2,6, war danach jedoch bei Weitem noch nicht der Gesamtbestwert, am Tag als man sogar die unglaublich beliebten NBA-Play-Offs um Längen schlug (2,2).

Schon Episode fünf verzeichnete ein Rating von 2,8 mit einem Publikum von 5,35 Millionen Menschen und egalisierte am 28. April den Rekord der Vorwoche, ebenso wie es Folge sechs der fünften gleichtat. Mit einem Wert von 2,9 nach Nielsen wurde diese eingestuft, runde 5,50 Millionen US-Amerikaner sahen zu. Weiter nach oben ging es für «Game of Thrones» in Staffel drei nun nicht mehr, allerdings wurde der Bestwert erneut erreicht. Nicht aber von den Folgen sieben und acht, die in dieser Reihenfolge zu Ratings von 2,5 und 2,6 kamen. Deutliche Einbußen auf ganz hohem Niveau, trotzdem immer noch Rang eins am Sonntag für HBO.

"The Rains of Castamere" - Red Wedding

«Game of Thrones»' Episode neun der dritten Staffel wird wohl als eine der schockierendsten Serienfolgen in die Geschichte eingehen und ist jetzt schon die Mesitdiskutierte. Schon vor der Ausstrahlung bat HBO die Zuschauer sich bei der Sichtung der Episode zu filmen, wissend das es zu ausschweifenden Schockreaktionen kommen würde. Das Zuschauerverhalten in Anbetracht der sogenannten "Red Wedding", lässt sich zum Beispiel hier im Videozusammenschnitt mehrerer Fans begutachten. Wegen möglichen Spoilern sollten Fans, denen die englischen Originalstimmen der Schauspieler bekannt sind, von diesem Video lieber die Finger lassen.
"The Rains of Castamere", Episode neun, stellte einmal mehr unter Beweis, was «Game of Thrones» von seiner Konkurrenz abhebt: die gnadenlose Unberechenbarkeit. "Happy Ends" sind böhmische Dörfer für Auto George R.R. Martin, denn die US-amerikanische Fernsehnation wurde erneut mit hochdramatischen Wendungen vor den Kopf gestoßen, die Serienfans im Mark erschütterten und diese Episode zur meistdiskutierten Serienfolge aller Zeiten machte. Der hollywoodsche, positive Ausgang wird wohl nie Einzug in «Game of Thrones» finden und damit steht die Serie nahezu alleine in der Serienwelt da, was sie nur noch attraktiver macht. In «Game of Thrones», im Land Westeros auf dem kulturellen Niveau des Mittelalters der Menschheit, ist eben alles so hoffnungslos und grausam wie in diesem wohl düstersten Kapitel unserer Geschichte und damit auch umso realistischer. Ein Rating von 2,8 war wieder ein deutlicher Anstieg zur Vorwoche, ebenso wie 5,22 Millionen Zuschauer. Nach Folge neun hatte die Show inklusive aller Wiederholungen und On-Demand-Zuschauer eine durchschnittliche Zuseherschaft von 13,6 Millionen Menschen, wodurch «Game of Thrones»' Staffel drei zur meistgsehenen HBO-Staffel aller Zeiten, nur hinter der fünften Staffel von den «Sopranos», rangiert. Das Staffelfinale am 9. Juni 2013 erreichte dann erneut den bisherigen Rekordwert von 2,9 und machte Lust auf das Frühjahr 2014, für das die vierte Staffel «Game of Thrones» schon angekündigt wurde.

Aller Voraussicht nach wird die Beliebtheit der Show noch steigen oder zumindest nicht abbrechen, nicht in den nächsten drei Staffeln. Denn eines hat «Game of Thrones» seiner Konkurrenz mit Sicherheit voraus: Die Buchvorlage. So ist es bei erfolgreichen Serien oft so, dass man nach großer Staffelzahl und anhaltendem Erfolg trotz Ideenarmut für das Skript weitere Staffeln erzwingt, deren Drehbücher aus dem Ärmel geschüttelt und unausgegoren wirken. Sieben Bücher der "A Song of Ice and Fire"-Reihe werden es insgesamt wohl sein, fünf davon wurden bereits vor Start der ersten TV-Staffel fertig geschrieben, wodurch originelle Storylines wohl gesichert sind, da George R.R. Martin damals von dem Ausmaß des Serien-Erfolgs wohl noch wenig ahnte. Da die vierte Staffel wohl die Geschichte aus der zweiten Hälfte des dritten Buchs darstellen wird, sind also mindestens sechs qualitativ hochwertige Staffeln wahrscheinlich.

«Game of Thrones» ist eine Koryphäe in der Serienlandschaft. Eine Show, die scheinbar alles anders macht und dennoch alles richtig. Oft wird der naheliegende Vergleich zur «Herr der Ringe»-Trilogie verwendet, so hat «Herr der Ringe» doch die Maßstäbe im Fantasy-Genre gesetzt. Von der Charakterzeichnung und Komplexität des Skripts ist «Game of Thrones» jedoch gänzlich anders. In «Herr der Ringe» sind Gut und Böse wie im Märchen klar aufgeteilt. Sauron plus Saruman plus Ring sind gleich böse, die Gefährten gut. Bei «Game of Thrones» hingegen weiß man nie, was man von den Charakteren zu erwarten hat, sie sind zu vielschichtig, zu verschlagen und ihre Umgebung zu intrigant, als dass sie sich Berechenbarkeit leisten können. Ständig kann alles passieren. Genau das ist es, was sich jeder Zuschauer wünscht, eine Serie die Episode für Episode den Erwartungen trotzt, immer fähig ist zu überraschen und die Sicht der Dinge in einer Folge auf den Kopf stellen kann. Eben das ist auch der Grund, warum sich «Game of Thrones» im Wettbewerb um den Serienthron ganz vorne befindet.

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