Sonntagsfragen

Bora Dagtekin: 'Freue mich auf die Aufschreie am Ende'

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Der Autor von «Doctor's Diary» im exklusiven Quotenmeter.de-Interview: Nicht immer ganz ernst spricht Bora Dagtekin über die Serie, die neue Staffel und seine weiteren aktuellen Projekte.

Länger als von vielen gewünscht mussten die Fans auf die dritte Staffel warten. Sie startet nun im Januar. Seit Staffel zwei sind dann eineinhalb Jahre vergangenen. Wieso hat die Produktion diesmal so lange gedauert?
Wir geben uns so viel Mühe, da dauert halt alles länger.

Gibt es denn schon Pläne, dass eine vierte Staffel, die ja nicht ganz unwahrscheinlich ist, schneller nachfolgen könnte?
Soviel kann ich sagen: Wir wissen, was in einer vierten Staffel passieren könnte. Jetzt heißt es wie immer “auf die Quoten warten” und solange genießen wir die Reaktionen und die Ausstrahlung im Januar.
Ich freue mich schon auf die Aufschreie am Ende der Staffel, wenn das gesamte Ensemble vom Castortransport erschlagen wurde - Ups, voll gespoilert.

Worum wird es in Staffel drei gehen?
Die dritte Staffel steht so ein bisschen unter dem Motto “Was hat Marc Meier eigentlich für ein Problem?” Denn natürlich muss es einen Grund geben, wieso er so verkorkst ist und sich nicht richtig für Gretchen entscheiden konnte. Zudem hat Gretchen einen Betrüger geheiratet, was sie ja noch nicht weiß. Und…äh…vielleicht auch niemals rausfinden wird. Dieses Mal beginnt das Finale also eigentlich schon in der vierten Folge. Daneben gibt es eine Story für Schwester Sabine und unsere anderen Ensemble-Mitglieder erleben allerlei lustigen, romantischen und blutigen Unsinn - wie gewohnt. Wir haben uns auf den Kern der Serie konzentriert: Irrungen und Wirrungen im Ärzte-Milieu.

«Doctor’s Diary» wieder einige namhafte Schauspieler verpflichtet – darunter Nora Tschirner. Welche neuen Figuren sind denn in Runde drei mit von der Partie?
Dass wir Nora verpflichtet hätten, wäre mir neu. Da muss ich doch gleich mal gucken, ob sie noch genug Brot und Wasser in ihrem Keller unter dem Krankenhaus hat. Natürlich nicht! Sie ist ein Fan von «DD» und hatte Bock. Also haben wir ihr eine kleine Rolle für den Piloten geschrieben, sie wurde bezahlt und am Ende der Folge geht sie auch wieder. Vorher darf sie einmal mit jemandem singen und dann noch mit jemandem Sex haben. Es ist beide Male NICHT mit Gretchen.

Ich finde, durch so einen Gastauftritt verschwimmen die Grenzen zwischen TV und Kino und das ist wichtig für das Image der deutschen Fernsehlandschaft. Nicht alles im Kino ist gut und nicht alles im Fernsehen ist schlecht. Hier und da wird doch ein bisschen zu pauschal die Nase gerümpft.

Wir haben aber schon immer gut besetzt und auch in dieser Staffel mit unseren Kreativ-Departments und Regisseuren (dieses Mal Sophie Allet-Coche und Franziska Meyer Price) dafür gesorgt, dass jedes Cast-Mitglied am Ende gut dasteht und auch wieder mitmachen würde.

Florian ist inzwischen ein Kino-Star. Diana kommt aus einem großen Teenage-Franchise. Julia Koschitz haben wir in «Shoppen» entdeckt und ist gerade in «Der letzte schöne Herbsttag» im Kino zu sehen. Elyas war “Bushido” und dreht gerade «What a Man» mit Matthias Schweighöfer.

Wir fragen jeden an, den wir toll finden. Und ob die nun vor oder nach «DD» zu Kinostars werden, das ist doch egal. Hauptsache sie spielen super. Wenn Nora jetzt also berühmt wird, dann war es vielleicht einfach nicht aufzuhalten. Dieses Mal sind als Gastrollen u.a. noch dabei: Dominic Böer, Irm Hermann, Eva Löbau, Winnie Böwe, Josefine Preuß, Johannes Allmeyer, Tobias Oertl als Dr.Cedric Stier (Marcs großer Konkurrent), Valerie Niehaus, die bei uns auch mal uncool sein darf und natürlich Zsa Zsa Inci Bürkle als junges Gretchen. Sie macht die Teenage-Flashbacks zu kleinen Highlights. Der wichtigste Zugang im Hauptcast ist der Pathologe Dr.Günni Gummersbach, der von Marc Ben Puch gespielt wird.

Im Finale der zweiten Staffel brachen einige Figuren zusammen – alles sah nach einer rätselhaften Krankheit aus. Baust du auf diese Geschichte oder wird sie in Staffel drei nur eine kleine Rolle spielen?
Ja, nach der Trauung geht es direkt in eine Quarantäne, was sehr unpraktisch ist, weil Gretchens Hochzeitsnacht mit Alexis in einem Mehrbettzimmer endet. Natürlich mit Marc Meier! Gretchen hat also ein persönliches Interesse, diesen Virus zu bekämpfen und wird das Problem - man fürchtete er bereits - überengagiert in Angriff nehmen, was Dr.Kaan, der Pandemie-Beauftragte im Elisabeth-Krankenhaus, auf die Palme bringt. Es wird ein bisschen «Outbreak» als Komödie. Wir haben eh‘ ein paar harte Themen, die wir alle augenzwinkernd behandeln und damit so ein bisschen mit Erzähl-Klischees brechen. Leise Ironie zieht sich durch die ganze Staffel. Und da war RTL auch ein toller Partner. Es gibt keinen Unterschied zu einem öffentlich rechtlichen Sender, was Mut zu ungewöhnlichen Ideen oder Anspruch an das Format betrifft.

Hast du eigentlich einen Wunsch für den neuen Sendeplatz? Am Montagabend wird «Doctor’s Diary» wohl kaum mehr laufen…
Ich glaube, dass die Zuschauer intuitiv merken, ob ein Sender hinter und zu einem Format steht. Ich fand den alten Sendeplatz super und den neuen auch. Ich bin sehr dankbar, dass man beim Sender überlegt, wie man die Serie für jeden Staffel-Start clever positioniert und damit zeigt, wie sehr man sie mag.

Die neue Sendezeit, also Januar und Februar, hat aber auch zur Folge, dass man stärkeres Gegenprogramm haben wird. Bedenken hast du da wohl keine?
Oh nein! Kommt «Die Wanderhure» etwa schon im Januar zurück? Das wäre natürlich ein Albtraum. Wobei auch ein bisschen Gewalt und nackte Haut drin haben! Da lohnt sich hier und da die STILL-Taste auf dem DVD-Rekorder.

«Doctor’s Diary» war einer der Vorreiter für die neue deutsche Serie. Nun sind zahlreiche weitere nachgekommen. «Der letzte Bulle», «Danni Lowinski», «Countdown» - hast du von diesen neueren Serien einen Liebling?
Ich habe mit Philipp Steffens, dem Produzenten von «Der letzte Bulle» studiert und deswegen freue ich mich sehr über den Erfolg dieses Formats. Ich finde übrigens nicht, dass «DD» ein Vorreiter war. Das finde ich etwas vermessen.

Wenn du mal gerade nicht mit Dr. Gretchen Haase beschäftigt bist, an welchen Projekten arbeitest du dann?
Im Moment schreibe ich an «Türkisch für Anfänger – Der Film». Cem und Lena wieder auf dem Computer zu haben, ist eine lustige Abwechslung. Mit denen hat meine Arbeit als Autor ja quasi begonnen und ich hoffe, das wird ein gutes Revival für alle Fans und alle, die das Format auf dem von mir hoch geliebten ARD-Vorabend-Sendeplatz verpasst haben. Mit Constantin Film sind außerdem einige Stoffe in Entwicklung. Und am 30.12. wird «Undercover Love» mit Anja Kling, Martina Hill und Henning Baum auf RTL ausgestrahlt. Mit UFOs (für die jüngeren) und Nazis (für die älteren Zuschauer).

Bora, ich danke dir, dass du dir die Zeit für uns genommen hast.

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