Die Drohnen-Thematik und wohl nicht zuletzt die direkte Konfrontation mit Pufpaff scheinen dem Entertainer merklich Auftrieb verliehen zu haben, meint Mario Thunert.
Nein, wirklich glamourös gestartet war «Die Stefan Raab Show» nicht in ihren regulären Turnus. Sowohl von den Quoten, als auch vom Inhaltlichen her, war neben vereinzelten Lachern viel Durchschnitt dabei. Einen vorläufigen Tiefpunkt markierte zwischenzeitlich die Türkei-Ausgabe, welche nicht nur mit unangenehmen und klischeehaften ethnischen Fremdzuschreibungen aufwartete, sondern verdienter Weise auch mit grottenschlechten Zuschauerzahlen von nur noch extrem verringerten 6,8 Prozent am Zielgruppen-Markt. Doch glücklicherweise tauchte ein Silberstreif am Horizont auf - der Himmel hatte ihn gerufen.
Wohl auch das unmittelbare Kräftemessen mit seinem Nachfolger bei seinem ehemaligen Haussender schien König Lustig an jenem Tag spürbaren Auftrieb verschafft zu haben - nicht nur bezüglich der Drohnen. Von Beginn an wirkte es so, als habe Raab für diesen Moment seine Körner mobilisiert, als habe ihn eine zusätzliche (Körper-) Spannung durchfahren, die sich fokussierter kanalisierte als zuletzt üblich. Los ging dies direkt am Anfang der vierten Ausgabe, zu dem sich der Host vom Fleck weg eine Verfolgungsjagd mit dem Drohnen-Piloten lieferte - inklusive dynamisch geschnittener Kamerabilder aus der Vogelperspektive. Da war Schwung drin, Spiel- und Bewegungsfreude, die sich im weiteren Verlauf halten konnte.
Dass der Moderator in jener Ausgabe auf Konzentration geschaltet war, zeigte sich nach einem recht soliden Marathon-Einspieler (mit sicher auch einigen austauschbaren Szenen) dann vor allem im absoluten Highlight [verstehen Sie?] der Folge – dem Drohnenflug hinter die Studiokulissen. Mit energetischer Pointiertheit und zunehmendem Flow kommentierte Raab die von oben gelieferten Perspektiven.
Ergänzt wurde die eingeleitete Thematik schließlich von einer Maz, in der Raab mit absurden Abwehrmethoden wie Pfeil und Bogen, Nerf-Gun, Paintballpistole, Hochdruckreiniger und Melonenschleuder (von Rheinmetall gebaut) dem Objekt der Gefährdung Herr zu werden versuchte. In ansteckendem Aktionismus, diebischer Destruktivität und kurzweiliger Spielfreude gelang es dem King of Kotelett nicht nur, das dreiste Miststück abzuschießen, sondern auch die Zuschauenden von der Schwere des ursprünglichen Zusammenhangs abzulenken. 

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