Schlechte Gags in einer langatmigen Live-Show, in der der große Knall ausgeblieben ist. Quotenmeter hat sich den Auftakt von «Promi Big Brother» angeschaut.
Ein beliebtes Sprichwort in der Medienwelt ist ja, dass man die Feste feiern soll, wie sie eben fallen. Im vergangenen Jahr lief die zehnte «Promi Big Brother»-Staffel und in diesem Jahr läuft die Container-Show im zehnten Jahr. Vermutlich 2024 dann das große Jochen-Schropp-Jubiläum gefeiert, da dies sein zehntes Jahr als Moderator sein wird. Seit fünf Jahren führt er gemeinsam mit der «Frühstücksfernsehen»-Moderatorin Marlene Lufen durch die Live-Shows in Sat.1.
Die neue Staffel wird nicht in einem Fernsehstudio gedreht, sondern man hat mehr als 30 Baucontainer aufgebaut. Warum sollte man auch in einem Studio drehen, wenn Produktionen auch in diesen wunderbar schönen weißen und engen Baucontainern möglich sind? Wieso werden überhaupt in diesem Land noch richtige Häuser gebaut, wenn man doch Baucontainer hat? Weil diese rechteckigen Stahlklumpen hässlich sind! Selbst die Innenausstattung ist völlig durcheinandergewürfelt, als hätten sich drei Kleinkinder eine wilde Sofa- und Tischlandschaft zusammenstellen dürfen. Das Interior ist in einer solchen Unterhaltungsshow das Unwichtigste, aber wenn man keine spannenden Geschichten hat, sollte die Container-Landschaft eben etwas hermachen. Es gibt so viele Programme, die der Mensch konsumieren kann, wieso sollte man diesen traurigen Haufen wählen?
Warum es einen weiteren Moderator braucht, ist fraglich. Denn Marlene Lufen und Jochen Schropp sind sicherlich nicht überbeschäftig. Das langjährige Duo verpasste es zudem einige entscheidende Regeln konsequent und verständlich zu erklären. Was hat es genau mit der Nachtwache auf sich? Das musste sich der Zuschauer erst weit nach Mitternacht aus dem Kontext erschließen. Hunke hingegen führte durch die Spiele mit steifen Moderationen und hölzernen Sätzen wie „Es ist so still hier, man kann den Promis beim Denken zusehen“. Offenbar ist die Akustik in der Kulisse dann aber so schlecht, dass viele Promis Hunke teilweise nicht verstehen konnten. Auch die tiefe und furchteinflößende Stimme von Big Brother geht zuweilen in der großen Gruppe auf kleinem Raum unter, sodass einige halbgare Gags im Nichts versandeten.
Moderiert wird dieses ideenlose Trauerspiel mit Jochen Schropp und Marlene Lufen. Das sind keine Moderatoren, sondern lediglich Ansager und Kommentatoren der zuvor gezeigten Bilder. Hier bekommen die Zuschauer keinen Wortwitz wie im Dschungel serviert, stattdessen wird Iris Klein viel zu häufig vor den Container gezerrt angekündigt und dann doch nicht reingeschickt, ehe sie gegen Ende der Sendung dann doch Teil der Gruppe wird. Und überhaupt nervt Jochen Schropps Begeisterung, die Menschen interessieren sich für den elften Aufguss von «Promi Big Brother». Glaubt Schropp wirklich, dass „ganz Deutschland“ miträtselt, wer da als Wildcard-Gewinner ins Haus wechselt? Oder die Nation die Doku-Soap des Vorjahresgewinners Rainer Gottwald bei DMAX schauen? 

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