Unterdrückte Wut ist ein nicht gerade gängiges Thema im großen Hollywood-Dschungel, doch wenn es einmal aufgegriffen wird, können wie im Klassiker «Falling Down» echte Perlen des Erzählens entstehen.
Die neue Netflix-Serie «Beef» greift nun genau dieses Thema auf und macht daraus eine in weiten Teilen brillante Charakterstudie, über das unerfüllte Leben zweier Menschen, die mit scheinbaren Nichtigkeiten an und über ihre persönlichen Geduldsgrenzen hinaus gereizt werden.
«Beef» mag in vielen Bereichen übertrieben wirken, die Handlungen der Akteure wenig plausibel. Zwischen belustigend und bedauerlich betrachtet der Zuschauer das Geschehen dieser ungleichen Widersacher und doch stellt sich immer wieder die Frage wie der eigene „breaking-point“ wohl aussehen würde. Schauspielerisch nimmt man den beiden Protagonisten ihre Rollen zu jeder Zeit ab, der „Beef“ zwischen diesen Figuren avanciert schnell zu einem Unfall von dem man nicht wegschauen kann. Der große Schwachpunkt der Serie liegt lediglich in der viel zu langen Lauflänge begründet, die zu immer wieder auftretenden Pacing-Problemen führt.
«Beef» ist eine Serie, die durchaus ein großes Publikum für sich gewinnen kann, genauso wie es «Falling Down» vor 30 Jahren an den Kinokassen konnte. Es ist das Erreichen der mentalen Belastbarkeitsgrenze von Menschen, welches, wenn richtig in Szene gesetzt, immer eine gewisse Faszination in sich birgt. Das Zusammenspiel zwischen scheinbarer Implausibilität und gleichzeitiger Nachvollziehbarkeit, ebenso wie zwischen Humor und Tristesse gelingt «Beef» in den meisten Fällen hervorragend, lediglich die Längen in der Erzählung schmälern das Gesamtbild.


• Beef • Falling Down
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