Die Kino-Kritiker

«Skylines»: Das Ende einer Science-Fiction-Trilogie

von   |  1 Kommentar

Liam O’Donnells Abschlusswerk mit «The 100»-Hauptdarstellerin Lindsey Morgan bleibt hinter den Möglichkeiten zurück.

«Skylines» ist nach «Skyline» (2010) und «Beyond Skyline» (2017) der dritte und wahrscheinlich auch letzte Teil einer Science-Fiction-Trilogie, bei der jedes Mal Liam O’Donnell die Finger mit im Spiel hatte. Der erste Teil kam am 23. Dezember 2010 noch in die deutschen Kinos und konnte auf ganzer Linie überraschen, weil er eine auch schon damals hundertfach erzählte Alien-Invasion mit neuen Effekten originell variierte. In «Skyline» dringen blaue Lichtstrahlen auf die Erde, die eine enorme Anziehungskraft haben, dass die Erdbewohner davon erfasst und in die Raumschiffe von Außerirdischen gesogen werden. O’Donnell agierte als Produzent und Drehbuchautor, überließ die Regie jedoch den Brüdern Colin und Greg Strause («Aliens vs. Predator 2»). Die Fortsetzung «Beyond Skyline» inszenierte O’Donnell dann bereits selbst, ließ die Story aber weiterhin in Los Angeles spielen. Allerdings verschwand «Beyond Skyline» sogleich in den DVD-Regalen und auf diversen Streaming-Plattformen. Nicht anders ergeht es nun «Skylines» mit einer weitergesponnenen Story, die das Publikum auf den Planeten der Aliens entführt.

Aggressive Aliens und machtgierige Menschen
Nachdem es zwischen den außerirdischen Invasoren und Menschen zu einer Entscheidungsschlacht gekommen ist, die zu Gunsten der Erdbevölkerung ausging, leben beide Spezies in friedlicher Einheit. Möglich wurde das durch das Einpflanzen menschlicher Gehirne in die panzerartigen Körper der außerirdischen Drohnen. Doch Dr. Mal (Rhona Mitra) entdeckt, dass immer mehr von ihnen wieder in ihr altes aggressives Verhalten zurückfallen. Schuld daran ist ein Virus, der die hybridhaften Aliens befällt. General Radford (Alexander Siddig) wird mit einer Geheimmission beauftragt. Mit einem Trupp von Elitesoldaten soll er auf den Heimatplaneten der Aliens, um weitere Gefahren abzuwenden. Dafür benötigt er die Hilfe der Kampfpilotin Capt. Rose Corley (Lindsey Morgan), deren Mutter einst hochschwanger von Aliens entführt wurde. Seit ihrer Geburt verfügt Rose deshalb als einziger Mensch über Superkräfte. Während die Crew mit ihrem Schiff ins All schießt, brechen auf der Erde wieder kriegerische Auseinandersetzungen mit den wieder wild gewordenen Drohnen aus. Rose muss nach der Landung jedoch schmerzlich erfahren, dass der machtgierige General ein falsches Spiel eingefädelt hat.

Science-Fiction mit Schwachstellen
Oft wird damit geworben, eine Fortsetzung könne für sich alleinstehen und der Zuschauende würde den Inhalt auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten Teilen verstehen. Bei «Skylines» empfiehlt es sich aber dennoch, die beiden Vorgänger gesehen zu haben, um richtig einsteigen zu können. Ansonsten wirkt die Story doch ziemlich absurd und krude. Nichtsdestotrotz ist «Skylines» der schwächste Teil der Trilogie. Zum einen ist da das holprige und unausgereifte Drehbuch, was sich immer dann abzeichnet, wenn zwischen zwei Schauplätzen hin- und hergewechselt wird, die Ereignisse auf dem fremden Planeten aber so viel mehr Schaueffekte bieten als der karge Kriegsschauplatz in einem Zeltlager auf der Erde. Zum anderen spielen die Darsteller ihre Rolle wie Abziehbilder. Hauptdarstellerin Lindsey Morgan («The 100») bleibt als Heldin der Geschichte geradezu blass und kommt einem oft wie eine Billigausgabe von Lara Croft vor. Alexander Siddig («Deep Space Nine») als ihr zwielichtiger Vorgesetzte indes neigt zum Overacting. Der Rest der Crew besteht vorrangig aus starken Männern mit zu viel Testosteron, aber einer nach dem anderen muss sowieso als Futter für die Aliens herhalten.



Auf die Effekte kommt es an
Am imposantesten bleibt das Erscheinungsbild der außerirdischen Kreaturen, die wie eine Kreuzung aus den Monstern des 1955 gedrehten Science-Fiction-Klassikers «Metaluna IV antwortet nicht» und den Menschenjägern der kultigen «Predator»-Kinoreihe aussehen. Da hat Regisseur Liam O’Donnell gut daran getan, sie nicht allesamt am Computer animieren zu lassen, sondern mit Akteuren in Kostümen zu arbeiten. Es ist überhaupt die Stärke der «Skyline»-Filme, dass man ihnen anmerkt, dass hier nicht die riesigen Budgets zur Verfügung standen mit denen in Hollywood üblicherweise große Science-Fiction-Blockbuster hergestellt werden. Alles wirkt ein wenig kleiner, Kulissen sind manchmal als solche zu erkennen und für die Illusion einer uns fremden Welt werden im Hintergrund verzerrte Lichteffekte eingesetzt. Daraus entwickelt sich jedoch ein ganz eigener Zauber, dem man sich als Science-Fiction-Liebhaber gern hingibt.

Fazit: Der dritte und letzte Teil der «Skyline»-Serie hat zwar eine haarsträubende Handlung und mittelmäßige Darsteller, überzeugt aber durch seine imposanten Aliens und mit überzeugenden Special Effects. Letztlich kann man damit aber wohl nur Science-Fiction-Fans hinterm Ofen hervorlocken.

«Skylines» kann bei vielen Anbietern wie Sky gestreamt werden.

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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
Torsten.Schaub
10.09.2021 14:44 Uhr 1
Muss Zugeben, dass ich nach ca. 45 Minuten ausgemacht habe. Was der Film zu bieten hatte, waren ein paar Ballereien mit Aliens auf einen dunklen Planeten und mehr war da nicht. Ehrlich, da ist es wohl aufregender der Farbe beim trocken zuzusehen.

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